Resident Evil: Afterlife (2010)

Resident Evil: Afterlife (2010)

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  3. 97 Minuten

Blu-ray-Review: Zombiekilling im Matrix-Style

Wo geht's raus?
Wo geht's raus? © Constantin Film Verleih GmbH

Die Umbrella Corporation hat die Apokalypse ausgelöst und die Bevölkerung der Erde extrem dezimiert. Ein paar Menschen haben jedoch überlebt, unter ihnen natürlich auch Alice (Milla Jovovich). Die kämpft sich durch die Massen von Gegnern und hört einen Notruf, den sie aus Alaska vermutet. Mit einem Flugzeug macht sie sich auf die Reise ins Ungewisse, nur um festzustellen, dass selbst dort die Umbrellas ihre dreckigen Finger im Spiel haben.

Gib mir den Lipgloss zurück!
Gib mir den Lipgloss zurück! © Constantin Film Verleih GmbH

Nach dem Aufeinandertreffen mit Claire (Ali Larter) reisen beide nach Los Angeles, wo ein Grüppchen Überlebender in einem alten Gefängnis aufgesucht wird. Dort, umgeben von grunzenden und blutrünstigen Zombies, muss eine Flucht geplant werden, und helfen soll ausgerechnet derjenige, der im Bunker sitzt - Chris (*kreisch* Wentworth Miller). Dem traut man zwar nicht, aber gegen die Ungetüme der Umbrella Corporation ist jeder harte Kerl eine willkommene Hilfe.

Die Resident Evil-Saga geht in die vierte Runde und zum ersten Mal seit dem ersten Teil kehrt Paul W.S. Anderson auf den Regiestuhl zurück. Zusätzlich soll 3D neuen Schwung in die Saga bringen und das Ganze auf ein neues Level heben. Doch genaugenommen wäre dies gar nicht nötig gewesen, denn Resident Evil 3 war mit seinem Mad Max-Feeling ein gelungener Survival Schocker und auch bislang der beste der Serie, wieso sollte also der vierte Teil den Vorgänger toppen können? Es war schlichtweg nicht möglich.

Nach Extinction bestand das Problem, dass Alice mit ihren hochgezüchteten Kräften übermächtig und kaum noch verwundbar geworden war. Dies wurde jedoch elegant gelöst und auf der Suche nach dem Sagenumwobenen Arcadia, wo es scheinbar keine Zombies gibt, kommt es anschliessend zu den besten Momenten des Films: Eine Heldin, eine zerstörte und verlassene Welt und Apokalypse-Feeling pur. Doch Anderson hat 3D nicht eingeführt, um epische Weitwinkel-Landschaftsaufnahmen zu zeigen, sondern um Action zu zelebrieren. Hier muss man auch klar zugestehen, dass es gelungen ist, eine eindrückliche Endzeit Atmosphäre aufzubauen. Mit Ali Larter als Claire Redfield trifft man im Cast auch auf vertraute Gesichter.

Was jedoch sehr dicht und atmosphärisch angefangen hat, degeneriert mit der Ankunft in LA zu einem ausgelutschten Zombieslasher im Dawn of the Dead-Stil wo einige in einem Gebäude eingeschlossen sind und irgendwie raus müssen. Nur fehlt hier eindeutig der Pepp, um aus dem ganzen wirklich Spannung herauszuholen. Die Figuren neben dem Heldentrio sind höchstens Schablonen und wer sich etwas auskennt, sieht mit den Kampfsequenzen, der Slow Motion und mit Albert Wesker als Agent Smith-Klon so einiges, was Matrix seinerzeit ausgezeichnet hat. Das ganze wird dann mit CGI-Orgien und Reissbrettszenen, bei denen das 3D besonders gut zur Geltung kommen soll, zu einem langfädigen Actionstreifen zusammengezimmert, der nur noch von seinem äusserst schwachen Finale unterboten wird.

Fazit: Gute Atmosphäre, mit Milla Jovovich einen starken Anker und dank Claire und Chris Redfield ein gutes Team sind die Punkte, welche für Resident Evil 4 sprechen. Ansonsten ist der vierte Teil ein eher schwacher Streifen, der sich viel zu stark auf 3D ausgerichtet hat. Bleibt zu hoffen, dass sich der fünfte teil wieder mehr an Extinction orientiert wo deutlich besser mit den Charakteren gearbeitet wurde, anstatt sich auf technische Spielereien zu verlassen.

Die Blu-Ray bietet den Film in einer ausgezeichneten Bild und Tonqualität, welche selbst ohne 3D noch gut aussieht. Das Bonusmaterial geht ausführlich auf die Entstehung ein, bietet auch Interviews, welche nicht den Eindruck eines PR-Spots erwecken und gehen ausführlich auf die Entstehung ein. Interviews, Trailer und Outtakes runden das Paket ab.

/ db

Kommentare Total: 29

Ghost_Dog

Ich mag die Serie RE generell eigentlich ganz gut. heir hat man sicher aber zu fest aufs coole Äussere verlassen imho. Der Anfang ist aber recht geil geworden, muss mans agen. Leider hat der Film keinen richtigen Schluss, der Laune macht...

db

Blu-ray-Review: Zombiekilling im Matrix-Style

yan

Guter actionreicher Beginn, dann die etwas klaustrophobische Stimmung im Gefängnis machen Resident Evil 5 vor allem in der ersten Hälfte durchaus sehenswert. Die letzte halbe Stunde ist dann leider mehrheitlich nur noch doof. Der letzten 10 Minuten auf dem Schiff sind nicht nur langweilig, sondern auch jegliche Art von Action geht da mit dem Matrix-Getue verloren. Die Dialoge "Geile Landung" - "Haha, du meinst wohl eher geile Bruchlandung" sind manchmal unterirdisch und die Schauspieler bewegen sich auf einer Linie mit Steven Seagal.
ABER: Trotzdem ist Milla Jovovich toll und ihre Schiess- und Flugkünste sind atemberaubend. Ein wenig moderner Splatter und ein birebitzeli Gruselfaktor machen Resident Evil: Afterlife zum durchschnittlichen Männerfernsehabend. Die 2D Version ist in Ordnung und die Farben der BluRay kommen sehr saftig daher.

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