Resident Evil: Afterlife (2010)

Resident Evil: Afterlife (2010)

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  3. 97 Minuten

Filmkritik: Irrweg durch die Apokalypse

Wo geht's raus?
Wo geht's raus? © Constantin Film Verleih GmbH

Die Umbrella Corporation hat die Apokalypse ausgelöst und die Bevölkerung der Erde extrem dezimiert. Ein paar Menschen haben jedoch überlebt, unter ihnen natürlich auch Alice (Milla Jovovich). Die kämpft sich durch die Massen von Gegnern und hört einen Notruf, den sie aus Alaska vermutet. Mit einem Flugzeug macht sie sich auf die Reise ins Ungewisse, nur um festzustellen, dass selbst dort die Umbrellas ihre dreckigen Finger im Spiel haben.

Gib mir den Lipgloss zurück!
Gib mir den Lipgloss zurück! © Constantin Film Verleih GmbH

Nach dem Aufeinandertreffen mit Claire (Ali Larter) reisen beide nach Los Angeles, wo ein Grüppchen Überlebender in einem alten Gefängnis aufgesucht wird. Dort, umgeben von grunzenden und blutrünstigen Zombies, muss eine Flucht geplant werden, und helfen soll ausgerechnet derjenige, der im Bunker sitzt - Chris (*kreisch* Wentworth Miller). Dem traut man zwar nicht, aber gegen die Ungetüme der Umbrella Corporation ist jeder harte Kerl eine willkommene Hilfe.

Seit 2002 die Reihe um Resident Evil gestartet wurde, bringt Regisseur Paul W.S. Anderson in regelmässigen Abständen Updates der Story ins Kino. Seine Gattin Milla Jovovich spielt auch im vierten Abenteuer, Resident Evil: Afterlife die Hauptrolle, kommt grundsätzlich nur mit aufgetragenem Lipgloss vor die Kamera und muss sich gegen enttäuschend wenige Zombies metzgen.

Die Story von Resident Evil: Afterlife hat auf einem halben Bierdeckel Platz und überfordert auch diejenigen nicht, die sich erst jetzt mal in einen Film dieser Reihe hineinwagen. Ein paar Rückblicke , eine spektakuläre Anfangssequenz und das Warten auf die Zombies - voila, schon hat man den vierten Teil kurz zusammengefasst. Viel mehr passiert bis in die Schlussviertelstunde nicht. Und auch da wird man das Gefühl nicht los, dass Regisseur Anderson mehr Wert drauf legte, seine Liebste möglichst stylisch in Szene zu setzen (Zeitlupenszenen, 3D-Effekte), anstatt sich um eine anständige Story zu kümmern. So wird dann auch bald klar, dass Resident Evil: Afterlife nicht das Letzte dieser Reihe sein dürfte, das wir im Kino sehen können.

Was bei Resident Evil Afterlife 3D allerdings sehr gut funktioniert, ist der Stil. Angelehnt an The Matrix kriegen wir in Slow-Motion fliegende Menschen zu sehen, die auch beim brutalsten Kampf immer cool aussehen. Vielfach mit tröpfelndem Wasser als Hintergrund, machen sich solche Sequenzen halt auf der grossen Leinwand schon gut. Zumal auch das 3D angenehm funktioniert und in diesen Momenten ganz klar seine Stärken ausspielen kann.

Schauspielerisch wird hingegen Magerkost geboten. Milla Jovovich wird mehr physisch gefordert als mimisch, Ali Larter verwandelt sich über Nacht vom verschmutzten und kaputten "Geist" zur Modellfreundin und *kreisch* Wentworth Miller macht das, was er in Prison Break schon erledigte - er bricht aus einem Gefängnis aus. Der Rest ist Staffage, nervige Zugabe und unwichtiges Zombiematerial. Wenn die denn mal auftauchen...

Fazit: Resident Evil: Afterlife funktioniert in den Kampfszenen wunderbar. Zeitlupe, 3D, "Bullet Time" und ein Gigant mit coolem Beil machen in diesen wenigen Momenten Spass. Den Rest (Story, Schauspieler) kann man getrost vergessen. Wer jedoch die ersten Teile der Reihe schon gesehen hat, dürfte sich auch hier bald mal im Kino wieder finden. Brille nicht vergessen und beim Abspann noch ein bisschen sitzen bleiben!

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 29

Ghost_Dog

Ich mag die Serie RE generell eigentlich ganz gut. heir hat man sicher aber zu fest aufs coole Äussere verlassen imho. Der Anfang ist aber recht geil geworden, muss mans agen. Leider hat der Film keinen richtigen Schluss, der Laune macht...

db

Blu-ray-Review: Zombiekilling im Matrix-Style

yan

Guter actionreicher Beginn, dann die etwas klaustrophobische Stimmung im Gefängnis machen Resident Evil 5 vor allem in der ersten Hälfte durchaus sehenswert. Die letzte halbe Stunde ist dann leider mehrheitlich nur noch doof. Der letzten 10 Minuten auf dem Schiff sind nicht nur langweilig, sondern auch jegliche Art von Action geht da mit dem Matrix-Getue verloren. Die Dialoge "Geile Landung" - "Haha, du meinst wohl eher geile Bruchlandung" sind manchmal unterirdisch und die Schauspieler bewegen sich auf einer Linie mit Steven Seagal.
ABER: Trotzdem ist Milla Jovovich toll und ihre Schiess- und Flugkünste sind atemberaubend. Ein wenig moderner Splatter und ein birebitzeli Gruselfaktor machen Resident Evil: Afterlife zum durchschnittlichen Männerfernsehabend. Die 2D Version ist in Ordnung und die Farben der BluRay kommen sehr saftig daher.

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