Passion Play (2010)

Passion Play (2010)

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  2. 94 Minuten

DVD-Review: Auch Engel spritzen Botox!

Sie will welche!
Sie will welche! © 2012 STUDIOCANAL GmbH

Nate Pooles (Mickey Rourke) Tage sind gezählt. Er hat sich mit der Frau des Gangsters Happy Shannon (Bill Murray) eingelassen, und dafür soll er nun bezahlen. Zufällig wird er von einer Gruppe Indianern gerettet. Auf der Flucht stösst Nate auf einen merkwürdigen Zirkus, wo er die bildhübsche Lily (Megan Fox) kennenlernt. Diese ist die Hauptattraktion der Zirkusvorstellung: Sie besitzt Engelsflügel. Völlig fasziniert von der Schönheit verliebt sich Nate in Lily.

Sie hat welche!
Sie hat welche! © 2012 STUDIOCANAL GmbH

Nate überzeugt Lily, mit ihm zu flüchten, doch neben der Zirkustruppe haben es auch Happys Leute weiterhin auf ihn abgesehen. Als Happy jedoch die Einzigartigkeit Lilys erkennt, versucht er, mit Nate einen Deal auszuhandeln - einen Deal, den dieser nie und nimmer akzeptieren kann. Trotzdem bleibt ihm aber keine andere Wahl, und er verliert seinen Engel an Happy. Doch Nate gibt seine Liebe nicht auf und zettelt einen unerbittlichen Krieg um Lily an.

Mickey Rourke ist sicherlich nicht mehr das frischeste Gesicht Hollywoods. Nach der Oscarnomination für The Wrestler konnte sich der Schauspieler aber wieder etablieren und ist heutzutage immer öfters auf der Leinwand zu sehen. Ob als Iron Man 2-Bösewicht Whiplash oder als The Expendables-Mitglied, Mickey Rourke zeigte stets eine solide Leistung. In Passion Play spielt er an der Seite von Megan Fox, Bill Murray und Rhys Ifans. Alleine das Cast dürfte für einen starken Film genügen - könnte man denken. Leider ist aus Passion Play alles andere als ein starker Film geworden. Dies liegt zum grössten Teil am miesen Drehbuch.

Regisseur und Drehbuchautor Mitch Glazer hat zwar in Sachen Drehbücher auch schon Erfahrungen gesammelt (The Recruit), aber hier scheint er alles wieder vergessen zu haben. Die Idee der Geschichte ist zwar durchaus interessant, und gerade der märchenhafte Teil der Story hätte haufenweise Potenzial gehabt. Doch die Umsetzung mit dem religiösen Touch, der den Film buchstäblich zerstört, ist so überzeichnet und langweilig inszeniert, dass man sich wünscht, die Schauspieler hätten einen weiten Bogen um den Film gemacht. Doch auch die schauspielerischen Leistungen lassen zu wünschen übrig. Fox ist eine Lachnummer, Rourke spielt den gebrochenen Mann zu unkonstant, und Murrays Rolle hat einfach zu wenig Tiefe, als dass er darin glänzen könnte.

Der Film enttäuscht eigentlich auf ganzer Linie, nur die Musik weiss zu gefallen, was aber im Endeffekt auch nicht mehr viel retten kann. Die grösste Schwierigkeit des Films ist die tragische Rolle von Lily Luster, die im Grunde einen einzigartigen Menschen mit Engelsflügeln darstellt. Megan Fox verkörpert die heimliche Hauptrolle des Films aber mit einer so fürchterlichen Steife, dass man die Engelsdame nie wirklich ernst nehmen kann. Die Message, die Dramatik und sogar die Schönheit der Schauspielerin gehen daher völlig unter.

Fazit: In einem Interview hat sich Mickey Rourke über Passion Play beschwert und gesagt, der Film wäre schrecklich. Rourke trifft mit dieser Aussage den Nagel auf den Kopf. Er selbst ist aber auch mitschuldig an diesem Disaster. Der Film wirkt besser als Valium, könnte aber für Albträume mit Botoxmonstern sorgen. Schrecklich.

Das Bild der DVD schwächelt ab und zu mit ein paar Rucklern, kann sich aber sonst sehen lassen. Der Ton ist in Ordnung und weist keine Probleme auf. Bonusmaterial ist bis auf den obligaten Trailer nicht vorhanden - vielleicht ist das auch besser so.

Yannick Suter [yan]

Yannick arbeitet seit 2010 als Freelancer für OutNow. Sci-Fi-, Horror- und Mindfuck-Filme sind seine Favorites. Wenig anfangen kann er mit Kostümfilmen und allzu prätentiösen Arthouse-Produktionen. Wer aber etwas über äusserst verstörende Filme erfahren möchte, ist bei ihm an der richtigen Adresse.

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Trailer Deutsch, 01:32