The Next Three Days (2010)

72 Stunden - The Next Three Days

The Next Three Days (2010) 72 Stunden - The Next Three Days

Oder: Russell's Law

Zwischen Liebe...

Zwischen Liebe...

John Brennans (Russell Crowe) Leben zersplittert augenblicklich, als seine Frau Lara (Elizabeth Banks) des Mordes an ihrer Chefin beschuldigt wird und im Gefängnis landet. Der College-Lehrer und jetzt alleinerziehende Vater versucht vergeblich, die Unschuld seiner Frau zu beweisen. Als sogar sein Anwalt den Bettel hinschmeisst und Lara nur knapp einen Selbstmordversuch überlebt, fasst John einen Entschluss. Er trifft bei seinen Forschungen auf den Tatsachenbericht eines ehemaligen Gefängnisinsassen (Liam Neeson) und plant fortan den Ausbruch seiner Frau.

... und Wahn

... und Wahn

So utopisch eine Flucht aus dem Gefängnis auch klingt, es scheint so, als wäre es Johns letzte Möglichkeit, seine Familie zu retten. Gerade in diesem Moment wird bekannt, dass Lara in ein anderes Gefängnis verlegt werden soll. John bleiben nur noch drei Tage, um seinen akribisch vorbereiteten Plan in die Tat umzusetzen und dafür sein ganzes Leben zu riskieren...


Film-Rating

Paul Haggis - der Mann, der uns mit oscarprämierten Werken wie Crash und Million Dollar Baby bediente und das Drehbuch zu den beiden letzten Bond-Filmen schrieb - holt erneut zum grossen Schlag aus. Diesmal verknittert er Elizabeth Banks (Scrubs) hinter Gitter und setzt ihr als Retter niemand anderen als den pensionierten Gladiator Russell Crowe gegenüber. Das Remake des französischen Thrillers Pour Elle gleicht einer Achterbahnfahrt.

Bei 133 Minuten Laufzeit ist es schwer, spannungsmässig auf einem Level zu bleiben. The Next Three Days braucht ziemlich lange, um auf Touren zu kommen. Weniger lang braucht er jedoch, um den Zuschauer zu fesseln. Grösstenteils liegt dies trotz der spannenden Synopsis nicht unbedingt am Plot. Die Krone geht hier zweifellos an Russell Crowe, der seinem Charakter John Brennan soviel Authentizität einhaucht, dass einem schwindlig wird. Egal, in welcher Verfassung sich John befindet oder was er auch tut, wir glauben an ihn. Und doch kann seine vom Ehrgeiz gepackte Aktion ebenso als purer Egoismus angesehen werden. Trotz Crowes grandioser und Banks' solider Darstellung trügt der Schein. Zu schnell erkennen wir erste Logikfehler und Dinge, die im späteren Verlauf der Jagd zu nerven beginnen. In diese Sparte gehören ebenfalls die netten aber leider total unnötigen Cameos von Liam Neeson und Olivia Wilde. Ein Auge zugedrückt, geht es weiter, und während wir in einer Szene, bei der es um einen lächerlichen Schlüssel geht, gebannt dasitzen und uns fast in die Hosen machen, verkneifen wir uns Minuten später bei actionlastigen Szenen mit Grossaufgebot der (fast zu dummen) Polizei das Lachen.

Wo uns Crash und Million Dollar Baby emotional auf die Folter spannten, versucht man es hier in der zweiten Filmhälfte mit einer langwierigen Hetzjagd, wohl wissend, dass der Funke nicht ganz überspringen wird. Sobald The Next Three Days auf Touren kommt, lassen wir die Logik vollends sein und ergeben uns der Achterbahnfahrt. Emotionale sowie physische Spannung treffen sich im letzten Drittel zum erhofften Höhepunkt. Danach gibt's nur noch unnötiges Geplänkel und den Glauben an ein Ende, das einerseits überraschen, andererseits vollends befriedigen sollte.

Fazit: The Next Three Days ist ein spannender Mix aus Drama und Thriller, verliert jedoch einige Plausibilitätspunkte. Nur mit einem zugedrückten Auge können mehrere Logiklöcher akzeptiert werden. Hie und da hätte man Szenen kürzer halten und das Ergebnis etwas zackiger machen können. Schliesslich, und das beweist uns allen voran ein meisterhafter Russell Crowe, ist und bleibt es ein Film, der durchaus unterhält.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.0

 

21.12.2010 / woc

Community:

Bewertung: 4.2 (57 Bewertungen)

 

 

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