Midori-ko (2010)

Midori-ko (2010)

Oder: "Es lebt!"

"Pfui! Aus!"

"Pfui! Aus!"

Die junge Midori mag kein Fleisch. Alleine bei der Vorstellung, dass dafür Tiere wie Kühe, Schweine oder Lämmer sterben müssen, dreht sich ihr der Magen um. Auch als erwachsene Frau hat sich ihr Sichtweise, was das Essen anbelangt, nicht verändert. Mit ihrem eigenen Gemüsestand sorgt sie auch dafür, dass ihre Nachtbarschaft vermehrt auf Karotten und Co. setzt.

Eines Tages fliegt ein kugelförmiges Objekt durch das Fenster von Midoris Apartment. Als sie danach greifen möchte, beginnt es zu beissen - es ist lebendig. Am nächsten Morgen hat es sich sogar dermassen weiterentwickelt, dass es nun die Form eines Gemüses angenommen hat und das Gesicht eines Babys besitzt. Midori beginnt sich sorgsam darum zu kümmern, doch schon bald haben die Nachbarn ein Auge auf das Baby geworfen und wollen es verspeisen. Midori versucht dies mit aller Kraft zu verhindern, merkt aber auch bald, dass ihr Schützling nur allzu gut riecht.


Film-Rating

Den Albtraum eines jeden Vegetariers und Veganers zeigt hier Regisseur Keita Kurosaka: Wenn Gemüse auch noch lebendig wird, dann wird es langsam eng für diejenigen, welche dem Fleisch abgeschworen haben. Wie einen Albtraum hat Kurosaka auch sein Werk inszeniert: Midori-ko ist ein in Brauntönen gemaltes Ungeheuer, welches für Kinder aufgrund seiner Bilder nicht geeignet ist.

Aufgrund seiner speziellen Machart ist der Film aber auch für Erwachsene nicht leicht zugänglich. Es fällt zwischendurch immer mal schwer, die verschiedenen Figuren aus den Hintergründen herauszusehen. Voll konzentriert muss man auf die Leinwand schauen und kriegt dafür von der Storyseite her etwas wenig. Allzu schnell wird klar, dass die Geschichte mit all ihren schrägen Figuren von Kindern mit Häuptern wie Bananen und Äpfeln sowie Erwachsenen mit Fischköpfen nur ein irres Hirngespinst sein kann. Kurz vor Schluss zündet Kurosaka jedoch nochmals den Albtraumturbo und lässt seine Zuschauer leicht verstört zurück, sodass es jedem schwer fallen sollte, zu beschreiben, was man gerade gesehen hat.

Fazit: Midori-ko ist von der Zeichnungsart her ein etwas mühsames Werk, das unruhige Nächte verursachen kann. Die Nachbarn der Hauptfigur sind so skurril wie die Gegenstände in Midoris Bleibe (MRI im Wohnzimmer), und das Ganze mündet in einem Finale, das leicht zermürbend auf den Zuschauer wirkt. Ebenfalls zermürbend ist der immer gleiche Xylophonsoundtrack, der nach einer Zeit wie Fingernägel auf einer Wandtafel klingt. Fleischesser und Vegetarier werden ihre Essensgewohnheiten aufgrund dieses Filmes aber nicht ändern.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.5

 

08.09.2012 / crs

Community:

Bewertung: 3.3 (2 Bewertungen)

 

 

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