Jerry Cotton (2010)

Jerry Cotton (2010)

Oder: Umarmungen nicht erwünscht

"Hasta la vista, baby!"

"Hasta la vista, baby!"

Draufgänger und Kult-Agent Jerry Cotton (Christian Tramitz) ist beim FBI in New York heissgeliebt. Sein nettes Image gerät jedoch arg ins Wanken, als sein alter Widersacher Sammy Serrano (Moritz Bleibtreu) das Zeitliche segnet. Vom Ehrgeiz gepackt, klammert sich Jerry an diesen Fall und wird skrupellos hinters Licht geführt: Er findet seinen Kollegen Ted Conroy (Janek Rieke) tot in dessen Wohnung, unten stürmen die FBI-Kollegen die Bude, und in seiner Hand hält er ein scheinbar unanfechtbares Motiv.

"Ja, ich hätte gerne eine Lebensversicherung abgeschlossen..."

"Ja, ich hätte gerne eine Lebensversicherung abgeschlossen..."

Jerry flüchtet mit reinem Gewissen und will herausfinden, wer ihm das Ganze eingebrockt hat. Nebst seinem einzig wahren Partner - der schwarzen Smith & Wesson Kaliber 38 - drängt sich nun aus heiterem Himmel Verkleidungskünstler und Uni-Abgänger Phil Decker (Christian Ulmen) vor. Dieser ist eine richtige Klette und scheint Jerry in seinem Vorhaben eher zu bremsen als ihn zu unterstützen. Mehr schlecht als recht versuchen die beiden, als Team Jerrys Unschuld zu beweisen und die Zusammenhänge im Fall Sammy Serranos aufzudecken. Dabei geraten die zwei Agenten vom einen Schlamassel ins nächste...


DVD-Rating

Leseratten und Krimifans ist der Name Jerry Cotton natürlich ein Begriff. Seit dieser seine Abenteuer in Romanform erlebt, ist die Beliebtheit des FBI-Agenten ungebrochen. Kein Wunder also, dass sich in Deutschland Produzenten und Geldgeber an die Arbeit machten, ein (erstes) Abenteuer zu verfilmen. Und siehe da, Jerry Cotton funktionierte als Komödie an den Kinokassen und hat zudem mit Christian Tramitz einen Sympathiebolzen, der in seiner Rolle überraschend gut daherkommt.

Neben Tramitz ist es Christian Ulmen, der mit flotten Sprüchen, witzigem Slapstick und einigen netten Verkleidungen für Gelächter sorgt. Dagegen muss Penelopes Schwester Monica Cruz nicht mehr zeigen als ihre schönen Beine und ein paarmal mit dem Schmollmund in die Kamera gucken. Schade eigentlich, denn die Dame könnte sicher mehr. Der Rest des Casts besteht aus bekannten deutschen Film- und Fernsehgesichtern wie Christiane Paul oder dem herrlich schwäbisch parlierenden Heino Ferch.

Auf die Story kommt's in Jerry Cotton nicht gross an. Zwar wird versucht, den Agenten auf eine spannende Jagd zu schicken, jedoch wird dieses Vorhaben immer wieder durch etwas mühsamere Szenen behindert, so dass sich im Mittelteil nur schwer ein Fluss entwickelt. Anfang und Ende hingegen sind recht gut gelungen, und man darf davon ausgehen, dass dies noch nicht der letzte Film mit dem Agenten gewesen ist.

Fazit: Jerry Cotton ist ein flotter Film, der einiges an Comedy bietet, aber auch das Abenteuer nicht ausser Acht lässt. Das ergibt eine Mischung, die hin und her schwankt und sich schlussendlich wohl besser auf eines von beidem konzentriert hätte. Ein passender Hauptdarsteller, schöne Frauenbeine und ein paar gelungene Sprüche machen noch immer keinen richtig guten Film. Auch wenn man sicher auf einem guten Weg ist.

Die DVD ist qualitativ sehr gut gelungen. Der Ton kommt sauber und klar durch die Boxen, und das Bild macht auch in den dunkleren Sequenzen einen richtig starken Job. Da wird das Wohnzimmer zum kleinen Kinosaal. Dazu gibt's einen Haufen Extras, die vom witzigen Audiokommentar über das interessante (aber viel zu kurze) Feature über die Spezialeffekte bis hin zu den Bloopers, den Versprechern, reichen. Zusätzlich sind ein Musikvideo, ein paar zusätzliche Szenen sowie Darstellerinfos und Interviews abrufbar. Allesamt mit schönem Werbeeffekt, aber ohne grosse Aussagen. Richtig schön gelungen ist dafür das Set-Videotagebuch, das verschiedene Stadien der Produktion unter die Lupe nimmt.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.5

 

14.10.2010 / muri

Community:

Bewertung: 3.4 (19 Bewertungen)

 

 

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