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Jerry Cotton (2010)

Jerry Cotton (2010)

Oder: "Halt jetzt endlisch mal dei' Gosch!"

"Hasta la vista, baby!"

"Hasta la vista, baby!"

Draufgänger und Kult-Agent Jerry Cotton (Christian Tramitz) ist beim FBI in New York heissgeliebt. Sein nettes Image gerät jedoch arg ins Wanken, als sein alter Widersacher Sammy Serrano (Moritz Bleibtreu) das Zeitliche segnet. Vom Ehrgeiz gepackt, klammert sich Jerry an diesen Fall und wird skrupellos hinters Licht geführt: Er findet seinen Kollegen Ted Conroy (Janek Rieke) tot in dessen Wohnung, unten stürmen die FBI-Kollegen die Bude, und in seiner Hand hält er ein scheinbar unanfechtbares Motiv.

"Ja, ich hätte gerne eine Lebensversicherung abgeschlossen..."

"Ja, ich hätte gerne eine Lebensversicherung abgeschlossen..."

Jerry flüchtet mit reinem Gewissen und will herausfinden, wer ihm das Ganze eingebrockt hat. Nebst seinem einzig wahren Partner - der schwarzen Smith & Wesson Kaliber 38 - drängt sich nun aus heiterem Himmel Verkleidungskünstler und Uni-Abgänger Phil Decker (Christian Ulmen) vor. Dieser ist eine richtige Klette und scheint Jerry in seinem Vorhaben eher zu bremsen als ihn zu unterstützen. Mehr schlecht als recht versuchen die beiden, als Team Jerrys Unschuld zu beweisen und die Zusammenhänge im Fall Sammy Serranos aufzudecken. Dabei geraten die zwei Agenten vom einen Schlamassel ins nächste...


Film-Rating

Die 1954 eingeführte Romanheftchen-Serie um den adretten New Yorker FBI-Agenten Jerry Cotton mauserte sich binnen weniger Jahre zum Kult und zog unzählige Leserinnen und Leser in seinen Bann. Es kam sogar soweit, dass das FBI eine eigens auf deutsch geschriebene Erklärung rausbrachte, dass dieser gewisse Agent Jerry Cotton kein reales Mitglied des Federal Bureau of Investigation sei. Kein Wunder, dass daraus bald mehrere Filme entstanden und man sich nun an eine neue, moderne Version des Agenten heranwagt.

Vorweg darf gesagt werden: Auch Nicht-Cotton-Kenner kommen hier auf ihre Kosten und können sich auf 90 Minuten Actionkino aus Deutschland freuen. Die neuste Produktion von Christian Becker bietet Unterhaltung auf einem erstaunlich hohen Niveau. Dem Film gelingt es problemlos, sich aus der breiten Masse der mittelmässigen deutschen Actionfilme abzuheben. Jerry Cotton ist in erster Linie ein kleiner Leckerbissen für das Auge. Nicht nur die Actionsequenzen überzeugen, auch das gesamte visuelle Konzept kann locker mit Hollywood-Produktionen mithalten. Die Story ist eine typische Krimigeschichte mit einem kleinen Funken Film noir, vollgespickt mit all den dazugehörigen Klischees und einer gehörigen Portion Selbstironie. Ein paar Twists peppen das Ganze noch etwas auf. Mit dem Humor hält sich Christian Tramitz, der Jerry Cotton spielt, natürlich bezogen auf dessen nüchternen Charakter zurück - nur um genau den gegenteiligen Effekt zu erzielen. Er wirkt sympathischer als James Bond. Christian Ulmen kann da nur noch die zweite Geige spielen. Sein Charakter Phil Decker ist etwas zu satirisch, und seine Art wirkt auf die Dauer etwas nervig. Zum Glück gibt es noch eine ziemlich körperbetonte Abwechslung, und so staunt man nicht schlecht, wenn Monica Cruz (ja, die Schwester von Penelope) die Tanzfläche betritt. Schliesslich seien noch der Riesenmund von Moritz Bleibtreu und die engstehenden Augen von Bastian Pastewka erwähnt. Goldig.

Jerry Cotton ist deutsches Actionkino im Hollywood-Format. Hochstehende Bilder, ein passender Cast und ein fetziger Soundtrack umklammern die rasante Krimigeschichte, die trotz des humorvollen Touchs nie in ein undefiniertes Geblödel abrutscht. Für Cotton-Fans und solche, die es werden wollen - Tramitz macht auch ohne Bully so richtig Spass!


OutNow.CH:

Bewertung: 4.0

 

04.03.2010 / woc

Community:

Bewertung: 3.4 (19 Bewertungen)

 

 

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