Good Neighbours (2010)

Good Neighbours (2010)

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  2. 99 Minuten

DVD-Review: Wer Büsis liebt, ist komisch

Was ist, ist dir der Postbote zu zäh?
Was ist, ist dir der Postbote zu zäh? © Studio / Produzent

Die Geschichte spielt im Jahre 1995, etwa zu der Zeit, als darüber abgestimmt wurde, ob sich Quebec von Kanada lösen und einen eigenen Staat bilden sollte. Doch dies ist längst nicht alles, was die Bevölkerung von Notre-Dame-de-Grâce, einem Stadtteil von Montreal, in Aufruhr versetzt: Ein Serienkiller geht nämlich um, der Frauen verschleppt, vergewaltigt und anschliessend umbringt. Die Polizei tappt jedoch noch im Dunkeln, und selbst die Zeitungen können nur spekulieren, ob die bisherigen Morde wirklich zusammenhängen, oder ob es mehrere Killer sind.

In einem dieser gutbürgerlichen Appartmenthäuser wohnen drei Nachbarn nebeneinander, die sich wie alle anderen vor dem Serienkiller fürchten: die Katzennärrin Louise (Emily Hampshire), Spencer (Scott Speedman), der Zyniker im Rollstuhl, und der aufdringliche Lehrer Victor (Jay Baruchel), der eben erst in die Gegend gezogen ist. Während sich Louise und Spencer schon länger kennen und regelmässig die Abende verplaudern, drängt sich nun Victor dazwischen und mischt ihr freundschaftliches Verhältnis ordentlich auf. Bei gemeinsamen Partys und Abendessen lernen sie sich schliesslich besser kennen, doch schon bald geschehen Ereignisse, welche unangenehme Fragen aufwerfen. Wer von den Anwesenden sagt wirklich die Wahrheit - oder ist sogar einer von den dreien der Mörder?

Jay Baruchel ist ein glatter Kerl: ein bisschen verrückt und nervig, aber in Rollen wie derjenigen in She's out of my League oder The Sorcerer's Apprentice toll aufgehoben. Sein Kollege Scott Speedman ist seit Underworld dagegen als Frauenheld bekannt und lebt sein Image in diversen Filmen aus. Das macht ihren gemeinsamen Film Good Neighbours umso interessanter, denn hier sind beide Stars entgegen den Erwartungen besetzt.

Regisseur Jacob Tierney lässt seine beiden Stars in einem kammerspielähnlichen Storybogen agieren, setzt Emily Hampshire dazu und lanciert die Geschichte - anfänglich eher locker und angenehm, dann immer spannender. Doch bis die Charaktere ihre Geheimnisse preisgeben und über ihren Schatten springen, ist der Film relativ nichtssagend. Es passiert nicht viel, Jay Baruchel ist durch sein Geschnatter nahe daran, vom Zuschauer verwünscht zu werden, und der umherschleichende Serienkiller verkommt zur Nebensache - bis dann im Endspurt die Vorhänge fallen und wir endlich die versprochene Spannung und auch ein schönes Stück schwarzen Humors präsentiert bekommen.

Fazit: Good Neighbours braucht zu lange, um in Gang zu kommen und vertreibt wohl einige Zuschauer damit. Diejenigen, die aufgeben, verpassen aber ein gelungenes Finale und somit eine interessante Auflösung der Geschichte. Denn nur schon deswegen lohnt sich ein Blick in diesen kanadischen Film.

Die DVD bietet leider ausser Trailern keine Extras. Dafür ist technisch alles im grünen Bereich. Der Ton kommt gut abgemischt durch, die Boxen und das Bild lässt die Konturen auch in den dunklen Szenen gut erkennen. Gute Sache.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Trailer Englisch, 02:28