Furry Vengeance (2010)

Furry Vengeance (2010)

Reine Fellsache
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  3. 92 Minuten

DVD-Review: "Miley Cyrus!!!"

Mumien-Alarm?
Mumien-Alarm? © Concorde Filmverleih GmbH

Dan Sanders (Brendan Fraser) hat einen finanziell vielversprechenden Job gefasst. Für seinen Boss, Neal Lyman (Ken Jeong), soll er einen Wald abholzen, damit danach das grosse Einkaufszentrum darauf gebaut werden kann. Sehr zum Ärger von Sohn Tyler (Matt Prokop) und Gattin Tammy (Brooke Shields) schlägt sich Dan tagtäglich mit der Tierwelt des Waldes herum, welche die Zerstörung ihrer Heimat nicht einfach so akzeptieren kann.

Die Begegnungen mit Waschbären, Tauben, Bären und Konsorten werden immer zahlreicher, und jedesmal zieht Dan den Kürzeren. Man könnte fast glauben, die Tierwelt hätte es auf ihn abgesehen. Dass ihm das natürlich niemand glaubt, ist klar. Als aber die Attacken erneut zunehmen und das grosse Nachbarschaftsfest in Gefahr ist, muss sich Dan Sanders entscheiden, auf welcher Seite er sich stellt. Grüner Geldschein oder grüner Daumen?

Eigentlich muss man Brendan Frasers Mut bewundern. Konnte er sich um die Jahrtausendwende noch als neue Art Indiana Jones empfehlen, versucht er nun alles, diesem Image entgegenzuwirken. Dieses Vorhaben ist sicherlich nicht einfach, aber Frasers Plan scheint aufzugehen. Mit Furry Vengeance macht er erneut einen grossen Schritt weg vom coolen Abenteurer und hin zur totalen Witzfigur.

Vor Fraser waren Steve Carrell und Jeremy Piven aussichtsreiche Kandidaten für die Hauptrolle dieses Filmes. Sie werden aber wohl wissen, warum sie abgelehnt haben. Denn wenn sogar ein Regisseur davon spricht, dass das ganze völlig verrückt ist und sie den Film vor allem deswegen machen wollen, kann nicht wirklich von einem guten Projekt ausgegangen werden. Klar schmunzelt man zu Beginn noch, wenn Fraser vom Laufband fällt oder wenn er von Kleintieren die Fresse poliert bekommt. Wenn er aber in hautengen Kleidern angepinkelt wird, empfindet man einzig und allein Mitleid für Fraser und nicht für die Figur.

Die Story ist natürlich nicht der Rede wert. Sie verläuft genau so, wie erwartet und ohne grosse Überraschungen. Dafür gibt es eine Polonaise der Peinlichkeiten und viele Pippi-Kacka-Witze, die wohl selbst Kindern zu doof sein werden.

Fazit: Furry Vengeance ist es nicht wert angesehen zu werden. 87 Minuten Zeitverschwendung mit dem einen oder anderen Schmunzler, aber sonst viel Leerlauf. Fraser macht sich für die Tiere zum Affen, wobei der Zuschauer allerhöchstens Krokodilstränen vergiesst. Mach mal wieder einen guten Film, Brendan!

Die DVD ist eine recht durchschnittliche Angelegenheit. Das Bild ist nicht makellos und zeigt vielmals Unschärfen. Der Ton ist dem Genre entsprechend vor allem auf den vorderen Boxen zu finden.

Im Making-of des Filmes begründet Regisseur Roger Kumble die Besetzung von Fraser damit, dass der wohl der einzige sei, der sich freiwillig 45 bis 50 Tage lang misshandeln lässt - eine interessante Aussage. Sonst erhält man in diesem nur neunminütigen Feature keinen grossen Einblick in die Produktion. Wer nach dem Film noch mehr peinliche Szenen braucht, der kann sich die entfallenen Szenen antun. Dort kann man Fraser, abgesehen von einem Zensurbalken, so sehen, wie ihn Gott geschaffen hat. Das Gag Reel zeigt, dass wenigstens bei der Produktion die Leute ihren Spass hatten. Das einzig wohl interessante Extra ist das ebenfalls zu kurz ausgefallene "Mit Tieren arbeiten". Doch, dass es mühsam ist, mit den Kleintieren zu arbeiten, ist eigentlich auch nichts Neues. Der Audiokommentar macht den Abschluss beim Bonusmaterial.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

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