Freche Mädchen 2 (2010)

Freche Mädchen 2 (2010)

Oder: Gute Mädchen kommen in den Himmel, die bösen aber sind ausgestorben.

"Verpiss dich... lieber nicht!"

"Verpiss dich... lieber nicht!"

Drei beste Freundinnen und viele kleine Probleme, die für die süssen Teenager-Seelen doch sehr strapazierend sind - zum Glück kann man über die Trennung der Eltern, die Boyfriends und doofe Lehrer lästern. Die herzige Mila (Emilia Schüle) hat sich kurz vor den Sommerferien mit Markus zerstritten, und Kati (Henriette Nagel) findet ihren Tobi auch nicht mehr spannend, seit sie als Model engagiert wurde. Nur Hanna (Selina Shirin Müller) ist mit ihrem Branko zufrieden. Er ist schliesslich auch ihr Manager und wird sie noch steil rausbringen. Doch fürs Erste geht's mal steil den Berg rauf. Der Schulchor geht für eine Woche in die Bayerischen Berge, um für die Abschlussfeier zu üben. Die drei Freundinnen sind auch von der Partie. Handys werden vom renitenten Lehrer Rumpelstilzchen eingesammelt, es herrscht militärischer Drill.

Couch Potatoes

Couch Potatoes

Mila, Kati und Hanna beeindruckt dies wenig. Sie haben den Ausreissplan für Katis Shooting in München schon längst geplant. Schliesslich soll ihre Modelkarriere nicht durch ein langweiliges Klassenlager in einer bayerischen Berghütte gefährdet werden. Mila versucht derweilen verzweifelt ihren Markus zu erreichen, der auf seinem Reiterhof mit Milas Erzfeindin Vanessa die Ferien verbringt. Was soll's, Mila braucht keinem hinterherzulaufen und bändelt mit Anthony, dem Coolen von der Schule, an. Zurück aus den Ferien kommt es zum grossen Showdown mit Happy End.


Film-Rating

Die drei Mädchen sind nicht mehr so frech wie im ersten Film Freche Mädchen. Sie sind reifer geworden, und mit ihnen auch die Probleme. Mit Eifersucht, Treue, Trennungen, Zukunftspläne und Entscheidungen befassen sich die drei, fast wie die Grossen. Sie sind ja auch älter geworden und sind auf dem Weg, ihr Mädchen-Image abzulegen. Für Regisseurin Ute Wieland war es wichtig, dass der Altersunterschied zum ersten Film spürbar ist: "Die Mädchen sind nun einmal zwei Jahre älter geworden."

Vor allem Mila wirkt mit ihrer nachdenklichen Art schon sehr erwachsen. Als Hauptdarstellerin ist sie auch die Einzige, die sich in die Seele gucken lässt. Symbolisiert wird ihre Moral durch ein Engelchen und einem weibischen Teufel. Die zwei nerven mehr das Publikum, als dass sie Mila bei ihren Entscheidungen helfen. Mila ist sowieso schon die Beste: Mit ihrer diplomatischen Art löst sie die meisten Probleme der Dramaqueens. Sie ist der Inbegriff einer guten Freundin, fair und einfühlsam. Zudem ist sie auch das Mädchen von nebenan: Immer bescheiden, gönnt sie ihren Freundinnen Erfolge in der Musik- und Modeszene, gibt konstruktive Tipps und möchte, dass sich alle vertragen. Dabei ist sie auch noch die Schönste und die Cleverste. Dieser Vorbildcharakter explodiert geradezu vor Klischees. Aber auch Hanna mit ihrer wirren Punkfrisur oder Kati, das Püppchen repräsentieren die Generation der postmodernen Bravo-Generation. Nur reicht es im normalen Leben dann oft nicht ganz auf das Cover eines Hochglanzmagazins oder ins Studio eines Produzenten. Und ob der Musiklehrer heutzutage noch zwangsläufig ein versiffter Kiffer ist und der Mathelehrer ein vom Militär gedrillter Softie, ist fraglich. Wäre es nicht so, würde der Film wohl mangels Spannung und Spass langweilig. Die Story ist nämlich ziemlich banal und hat viele adaptierte Elemente von Hollywood-Highschool-Movies. In diese Schublade gehört auch Drecksbiest Vanessa, die versucht, Mila den Freund auszuspannen. Die aber zum Schluss doch noch ihre Reinkarnation feiert.

Auch wenn die Story ziemlich lasch ist, der Film ist gut gemacht. Das Filmteam um Produzent Ulrich Limmer hat hier ganze Arbeit geleistet. Die Dramaturgie der bayerischen Berglandschaft, die chaotische Abschlussfeier oder die Szenenwechsel zwischen Stadt und Land sind nur einige Beispiele für die saubere und sensible Produktion.

Freche Mädchen 2 bedient sich zwar zu vieler Hollywood-Klischees eines sogenannt typischen Mädchenalltags, doch lassen vage Erinnerungen an diese Zeit vermuten, dass es eigentlich auch so war: Jedes Girl ist eine kleine Dramaqueen mit Starallüren. Und jedes Leben irgendwie auch reif für Hollywood.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.0

 

06.07.2010 / riw

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