A Somewhat Gentle Man - En ganske snill mann (2010)

Ein Mann von Welt

A Somewhat Gentle Man - En ganske snill mann (2010) Ein Mann von Welt

Oder: Sex und Fischstäbchen

Mit einer Kanone in der Hand geht so einiges leichter...

Mit einer Kanone in der Hand geht so einiges leichter...

Nach zwölf langen Jahren wird Ulrik (Stellan Skarsgård) aus dem Gefängnis entlassen. Gesessen hat er wegen Mordes an dem Geliebten seiner Frau. Eigentlich würde er jedoch lieber in Haft bleiben, weiss er doch draussen gar nichts mit sich anzufangen. Sein Sohn kennt ihn nicht mehr, und sein einstiger Boss Jensen (Björn Floberg) spricht mit ihm nur zum Schein über alte Zeiten. Eigentlich jedoch fordert er von Ulrik gleich den nächsten Mord, und zwar an Kenny (Henrik Mestad), der an Ulriks Haftstrafe schuld gewesen ist.

Die Fantastischen Vier

Die Fantastischen Vier

Überraschend schnell findet Ulrik in der Freiheit einen Job als Automechaniker und eine Bleibe in einem ungemütlichen Kellerzimmer. Seine Vermieterin kocht für ihn, erwartet aber auch, dass er sich dafür um ihre leiblichen Bedürfnisse kümmert. Der Start in ein neues Leben könnte besser nicht sein. Doch dass ihn sein eigener Sohn stets als verschollenen Onkel ausgibt und Kenny tatschlich unschuldig ist, macht ihm das Leben schwer. Aus kleinen Missverständnissen entwickelt sich langsam ein grosses Chaos. Doch einen positiven Aspekt hat das Ganze dann doch: Einer Familienzusammenführung mit dem Sohn scheint plötzlich nichts mehr im Weg zu stehen.


Film-Rating

Angesiedelt in einer schrecklich grau-tristen Stadt Skandinaviens, erzählt A Somewhat Gentle Man von Hans Petter Moland die skurrile Geschichte eines Mannes, der einfach nicht Nein sagen kann. Eigentlich will die Hauptfigur Ulrik immer nur das Beste für seine Mitmenschen und versucht, es allem und jedem Recht zu machen. Meist ohne ein Wort. Wenn es ihm dann doch einmal zu viel wird, dann bricht er der betreffenden Person einfach mal die Arme. So kann sein Gegenüber am besten lernen, wie die Dinge zu laufen zu haben.

Die Geschichte um Ulrik lebt durch ihre Situationskomik und ihre derbe Grobheit. A Somewhat Gentle Man ist eine wunderbar schwarze Komödie, die durch die trockene, fast emotionslose Darstellung aller Schauspieler ihren Reiz erhält. Merkwürdige Nebenfiguren hat der Film genug zu bieten, insbesondere Jensens hässliche Schwester Margarethe, bei der Ulrik zur Untermiete wohnt. Sie und alle anderen haben immer einen trockenen Spruch auf den Lippen. Wenn die Damen um Ulrik ihm erst liebevoll die Fischstäbchen braten und danach ihre leiblichen Bedürfnisse beim schlechtesten Leinwandsex aller Zeiten fordern, dann kann man einfach nur lachen. Manche Scherze fallen zwar hier- und da etwas zu derb aus, alles in allem ist es jedoch eine Freude zuzuschauen, wie sich die Hauptfigur ihren Weg bahnt.

Dem Drehbuch gelingt es, trotz seines behäbigen Erzählstils immer wieder kleine Überraschungen einzubauen. Zudem wird dem stillen Ulrik durch seinen Gangsterboss oder seinen Werkstattchef immer ein Charakter entgegengesetzt, der gerne und viel redet. Dieser starke Gegensatz ist eine willkommene Idee, aus der sich erneut viel Komik entwickelt. Mit A Somewhat Gentle Man präsentiert Moland eine gelungene, schwarze Kleinkriminellenkomödie, die für befreiende Unterhaltung sorgt.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.5

 

17.02.2010 / jst

Community:

Bewertung: 4.3 (15 Bewertungen)

 

 

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