Despicable Me (2010)

Despicable Me (2010)

Ich - Einfach unverbesserlich
  1. , ,
  2. 95 Minuten

DVD-Review: Böse ist Gut

In Bedrängnis?
In Bedrängnis?

Er ist ja schon ein übler Genosse, dieser Gru (Stimme von Steve Carell). Eine Warteschlange im Kaffeeshop wird via Eispistole abgekürzt, sein gigantisches Fahrzeug fährt die Strasse kurz und klein, und unter seinem kleinen Häuschen (in seinem Labor) tüftelt er schon an der nächsten bösen Tat. Dumm nur, dass ein neuer Superbösewicht, Vector (Stimme von Jason Segel) ihm je länger je mehr den Rang streitig macht. Und da Gru in letzter Zeit nicht grad erfolgreich war, will ihm die Bank für sein neuestes Projekt keinen Kredit mehr gewähren.

Gelbsucht ist ansteckend
Gelbsucht ist ansteckend

Gru will mit einer Schrumpfpistole den Mond verkleinern und sich somit zurück an die Spitze der Superbösewichte katapultieren. Da ausgerechnet Vector dieses Gerät nun hat und nur drei kleinen Mädchen, die Kekse verkaufen, die Tore zu seinem Palast öffnet, hat Gru die ultimative Idee: Er adoptiert die kleinen Waisenmädchen, lässt sie bei sich wohnen und will so an die Waffe von Vector kommen. Dass die kleinen Nervensägen sich allerdings mit seinen Gehilfen, den "Minions" (Erdnussflips-artige, gelbe, Dinger mit Hang zur Dramatik), anfreunden und auch sein eigenes Herz erwärmen, damit hätte der Griessgram nie gerechnet...

Letztes Jahr machte ein animierter Bösewicht mit grosser Nase, russischem Dialekt und kleinen gelben Helferleins richtig fett Kasse. Über 250 Millionen Dollar spielte Despicable Me alleine an den Kinokassen in Amerika ein, und der Film entpuppte als schräge Komödie, die auch bei uns über 300'000 Menschen in die Kinos holte. Kein Wunder, darf man davon ausgehen, dass bald eine Fortsetzung produziert wird und wir auch sonst noch einiges von den gelben Minions hören und sehen dürfen.

Die Geschichte des Films ist schräg, lustig und herzlich. Der Hauptcharakter Gru ist zwar anfänglich ein übler Kerl, besinnt sich aber eines Besseren, wenn ein Konkurrent auftaucht, der ihm den Platz an der Bösewichte-Sonne streitig macht. Mit dem niedlichen Waisentrio, drei Mädchen, will er wieder zur Nummer eins werden, muss jedoch feststellen, dass die Kleinen sein Herz gewaltig in Anspruch nehmen. Das kommt beim Publikum an, geht ans Herz, und wenn wir dazu noch den Slapstick nehmen, den Sprachwitz oder die glatten Figuren, dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Fazit: Despicable Me war einer der einträglichsten Filme des letzten Jahres, und das zurecht. Hervorragend animiert und im Original von Steve Carell passend gesprochen, findet hier die ganze Familie optimale Unterhaltung, die mal schnell und rasant, dann aber auch wieder still und leise daherkommt. Sehr gut!

Bei einer DVD von Despicable Me darf man natürlich mit neuem Material der kleinen Minions rechnen. Und man wird auch nicht enttäuscht, denn es werden drei neue Kurzfilme präsentiert, von denen vor allem derjenige mit dem Titel "Banane" zum Schiessen komisch ist. Zudem gibt es Einblicke in die Produktion, die Musik (Pharrell Williams schwärmt vom Projekt) und natürlich die internationale Vermarktung. Auch ein kleines Spiel hat man programmiert, wobei dieses allerdings ein bisschen gar einfach daherkommt und die Belohnung fürs Erreichen des Ziels eher mickrig ist. Dafür ist der Audiokommentar glatt, denn da kommen sogar die Minions zu Wort. Ob man sie nun versteht oder nicht.

In technischer Hinsicht gibt es nichts zu mäkeln. Die Farben sind kräftig und stark, die Animationen flüssig und der Ton selbst in der deutschen Synchro durchaus hörenswert. Wer eher auf Jan Delay statt auf Jason Segel steht, hat für einmal eine gute Alternative.

/ tam

Kommentare Total: 16

HomerSimpson

Zitat EricDraven (2011-08-22 14:45:51)

Ich kann die Hymnen nicht ganz nachvollziehen. Ja, der Film hat ein, zwei gute Stellen, ist ansonsten aber sterbenslangweilig.Uninteressante Charaktere, vorhersehbare Geschichte, nichts, was den Film irgendwie besonders macht oder einnehmend. Bitte, liebe Produzenten, schaut euch noch mal die Pixarfilme an, dann langweile ich mich bei eurem nächsten Filmversuch nicht so sehr.

Bei Pixar ist auch nicht alles Gold was glänzt, siehe Cars. Sowieso wesshalb muss jeder Animationsfilm mit Pixar verglichen werden? Dreamworks hat auch sehr gute Animationsfilme gemacht... Aber ja jedem das Seine sicher? 😉

Decius

Ich kann die Hymnen nicht ganz nachvollziehen. Ja, der Film hat ein, zwei gute Stellen, ist ansonsten aber sterbenslangweilig.Uninteressante Charaktere, vorhersehbare Geschichte, nichts, was den Film irgendwie besonders macht oder einnehmend. Bitte, liebe Produzenten, schaut euch noch mal die Pixarfilme an, dann langweile ich mich bei eurem nächsten Filmversuch nicht so sehr.

VesperLynd89

So witzig fand ich den Film nicht. Der einzige Pluspunkt sind die gelben Hausangestellten von Gru. Es gibt ja Animationsfilme für die ganze Familie (z.B. Nemo) und welche, die nur für Kinder geeignet sind. Dieser Film ist definitiv nur für Kinder geeignet.

Kommentar schreibenAlle Kommentare anzeigen