Ca$h (2010)

Ca$h (2010)

Oder: Falls was Gutes von oben kommt: Finger weg!

... 680'123, 680'124, ...

... 680'123, 680'124, ...

Sam (Chris Hemsworth) und Leslie (Victoria Profeta) Phelan sind zwar ein glückliches junges Ehepaar, nur leider stehen den beiden die Schulden für ihr Haus gerade bis zum Hals. Um so ärgerlicher, dass ein Koffer auf Sams Motorhaube landet, als er gerade mit seinem alten Kombi unterwegs ist. Wütend schleudert er das graue Ding weg, stutzt dann aber. Vorsichtig öffnet er den Koffer und glaubt seinen Augen nicht zu trauen: Vor ihm liegen bündelweise Noten! 680'127 Dollar, um genau zu sein, wie Leslie nach dem Zählen verkündet. Trotz anfänglicher Bedenken beschliessen die beiden, das Geld zu behalten. Vermutlich wird es sowieso nicht vermisst. Begeistert ziehen sie los und gönnen sich endlich den Luxus, den sie sich bisher nie leisten konnten.

Ich muss glaub mal...

Ich muss glaub mal...

Leider wird das Geld sehr wohl vermisst. Der skrupellose Ganove Pyke Kubic (Sean Bean) wird von seinem Zwillingsbruder (auch Sean Bean) in den Knast zitiert und über die Umstände des misslungenen Banküberfalls sowie den hastig weggeworfenen Koffer aufgeklärt. Pyke macht sich darauf auf den Weg, die Kohle wieder zu beschaffen. Wie ein Bluthund folgt er der Spur des cash bezahlten Neuwagens, bis er eines Morgens lächelnd vor der Haustür der Phelans steht.

Mir schmeckt Bier besser.

Mir schmeckt Bier besser.

Dummerweise haben die beiden bereits 74'316.47 Dollar für ein neues Auto, neue Möbel, einen tollen Fernseher und einige andere Sachen ausgegeben. Dieses Geld will der Gangster jedoch zurück, innerhalb von fünf Tagen, bis auf den letzten Cent. Unbarmherzig treibt er sie an, sich zurückzuholen, was geht. Als am Ende immer noch über 10'000 Dollar fehlen, schlägt Pyke eine kreative Lösung vor...


DVD-Rating

Ein Film mit einer interessanten Fragestellung: Würde man Geld behalten, das offensichtlich aus illegalen Geschäften stammt? Und falls man es dem "Besitzer" zurückgeben muss, wie weit geht man, um das zu tun? Die erste Frage ist für das junge Ehepaar schnell beantwortet. Die Naivität, mit der die beiden jedoch ans Werk gehen - immerhin sind sie so klug, nicht gleich das ganze Geld zur Bank zu bringen - und die sie auch später im Umgang mit dem Gangster Pyke zeigen, beginnt mit der Zeit ordentlich zu nerven.

Pyke selber ist da ein richtige Wohltat. Sean Bean holt aus seinem widersprüchlichen Charakter das Beste heraus. Mal ist er Buchhalter, der dem Banker noch eine weitere Hypothek entlockt, mal knallharter Schläger, der sich von seinem Hotelzimmervermieter das Geld für die zwei nicht benötigten Übernachtungen zurückholt. Da sieht man auch grosszügig über die furchtbare Frisur hinweg. Durch seine starke Präsenz werden die anderen Darsteller jedoch noch unscheinbarer, auch wenn Chris Hemsworth einen guten Job macht. Victoria Profeta scheint einfach nur hübsche Dekoration zu sein.

Als im späteren Teil des Filmes die legalen Geldquellen bei der Rückbeschaffung versiegen, bleiben nur die illegalen übrig. Oder zumindest eine, wie es scheint. Man wünscht sich unwillkürlich, dem Drehbuchautor wären noch ein paar andere Methoden eingefallen, denn das Ganze ist schnell repetitiv und langweilig. Das Ende ist spätestens dann absehbar und hinterlässt leider einen faden Geschmack. Positiv zu erwähnen sei jedoch die tolle Filmmusik. Ein paar fetzige Countrystücke bleiben durchaus noch länger im Ohr hängen.

Fazit: Ein durchschnittlicher Thriller, der nicht vollständig zu überzeugen vermag. Die eigentlich originelle Story fällt leider in der zweiten Hälfte deutlich ab. Netter Zeitvertreib für einen regnerischen Nachmittag.

Als Extra wurde lediglich der Orignaltrailer und eine Trailershow auf die DVD gepackt.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.0

 

04.06.2010 / nwe

Community:

Bewertung: 3.0 (7 Bewertungen)

 

 

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