Burlesque (2010)

Burlesque (2010)

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  2. 119 Minuten

Blu-ray-Review: Wo es hüpft und wackelt

Der Busengrapscher hätte seine Hände waschen sollen.
Der Busengrapscher hätte seine Hände waschen sollen.

Ali (Christina Aguilera) ist das sprichwörtliche Mädchen vom Lande, das es von Iowa nach Los Angeles verschlägt, wo es eine Karriere als Sängerin starten möchte. Als sie zum ersten Mal die "Burlesque Lounge" betritt, eine etwas heruntergekomme Bar mit Variéte-Unterhaltung, ist Ali gleich Feuer und Flamme für die Showgirls auf der Bühne. Sowas will sie auch mal machen, aber die resolute Besitzerin Tess (Cher) und ihre rechte Hand Sean (Stanley Tucci) lassen sie erstmal nur die Cocktailgläser balancieren.

"Meine sind sauber!"
"Meine sind sauber!"

Alis einziger Freund ist Barkeeper Jack (Cam Gigandet), der sie bei sich schlafen lässt und selber Musik machen möchte. Denn der Star der "Burlesque Lounge", Nikki (Kristen Bell), merkt schnell, das mit Ali starke Konkurrenz droht - ganz im Gegensatz zu Tess und Sean, welche Ali nicht für voll nehmen. Doch noch viel schlimmer ist, dass der schmierige Immobilienhai Marcus (Eric Dane) den Schuppen kaufen will, um einen Eigentumswohnungskomplex an seiner statt zu bauen. Das gilt es mit allen Kräften zu verhindern, vor allem mit der gesanglichen von Ali.

Wenn Sängerinnen oder Sänger Filme drehen, kommt meist nichts Tolles dabei raus. Vielfach gehen die Auftritte in die Hose (Crossroads), und nur vereinzelt klappt das Unterfangen (8 Mile). Nun hat sich die kleine Frau mit der starken Stimme, Christina Aguilera, den Vorsatz gefasst, etwas Verruchtes unter die Leute zu bringen. Burlesque ist eine Art Striptease mit Tanz und Musik, ohne die ganze Pracht der Tänzerinnen zu zeigen. Damit lief es aber an den US-Kinokassen nicht ganz so toll. Und das nicht unverdient.

Klar, die Dame hat was in der Kehle und zeigt das auch bei jeder Gelegenheit, allerdings hapert es doch gewaltig an der darstellerischen Leistung. Zumal sie ja eigentlich sich selber spielt, in etwa, und das doch besser hätte rüberbringen können. Ihr zur Seite stehen Altmeister des Films wie Cher (zurückhaltend, bis auf "ihren" Songauftritt) und der stets tolle und auch hier wieder glänzend in Szene gesetzte Stanley Tucci, der mit seinen wenigen Szenen das Spotlight auf sich zieht und wenigstens für ein bisschen Unterhaltung sorgt. Das kann man leider von den oberflächlichen Rollen von Eric Dane oder Kristen Bell nicht behaupten.

In Burlesque dreht sich alles um Christina Aguilera, und wer sich ihren Gesang mehr als zwei Minuten anhören kann, der darf nach knapp zwei Stunden zufrieden aus dem Fernsehsessel aufstehen. Nüchtern betrachtet werden schlichtweg zu uninteressante Songs vorgetragen und der Film scheint ein bisschen wie Showgirls ohne nackte Brüste. Und was das zu bedeuten hat, wissen wir ja...

Fazit: Burlesque versucht mit allen Mitteln und schon fast verzweifelt, sexy zu sein, schafft aber ausser wackelnden Ärschen und wippenden Brüsten in Bustiers nicht viel. Der Unterhaltungsfaktor ist gering, die Story langweilig und die Singerei geht bald auf die Nerven. Da kann die Aguilera sich noch so die Lunge aus dem Leib singen, für einen guten Film braucht's halt ein bisschen mehr.

Die Blu-ray bietet extrem kräftige Farben, die auch in den schummrigen Szenen des Lokals klare Sicht auf die Figuren erlauben. Der Ton ist sehr sauber abgemischt und wird bei entsprechender Lautstärke die Stube zum Sündenpfuhl machen. In Sachen Extras werden vollständige Shownummern aufbereitet, für all diejenigen, die nach zwei Stunden Film noch nicht genug davon haben. Es gibt harmlose Versprecher, einen alternativen Anfang und natürlich Features über Musik, Kostüme, Darsteller und das "Burlesque" an sich. Überraschend informativ und ausführlich gestaltet. Lohnt definitiv einen Blick.

/ muri

Kommentare Total: 10

chnuschti

ich finde den film super. gute musik. schöne frauen. macht gute laune. ein film zum abschalten. was will man mehr?😉

[Editiert von chnuschti am 2011-07-15 22:48:01]

muri

Filmkritik: Wo es hüpft und wackelt

hom

Ach ja... Superschöne Bilder, die Musik auch top und Frauen, die sich bewegen können. Die Geschichte ist schwach und zeitweise fast lächerlich. Man hätte lieber auf 25-35 Minuten von den überspitzten "Drama-Szenen" gegen Ende verzichtet und stattdessen noch eine Tanzeinlage gebracht. Definitiv jedoch einer der gelungeneren Versuche😉 einer Sängerin sich auf der Leinwand zu beweisen.

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