Buried (2010)

Buried (2010)

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  3. 95 Minuten

Blu-ray-Review: Verbuddelt

Ist doch irgendwie romantisch oder?
Ist doch irgendwie romantisch oder? © Studio / Produzent

Dieses Erwachen wird Paul Conroy (Ryan Reynolds) nie vergessen: Als er die Augen aufschlägt, bleibt es schwarz um ihn. Erst nach einigen Minuten wird ihm klar, dass er den Überfall auf seinen Konvoi überlebt hat, doch er hat keine Ahnung, wie er hierher gekommen ist und wo er überhaupt ist. "Hier", das ist übrigens eine unter der Erde vergrabene Holzkiste, aus der ein Entkommen so gut wie unmöglich ist. Nach etwas Suchen findet er schliesslich ein Zippo und ein Handy, das jedoch auf Arabisch eingestellt ist.

Das gibt eine hohe Handyrechnung.
Das gibt eine hohe Handyrechnung. © Studio / Produzent

Durch das Telefon erfährt Conroy, der bei einer privaten Firma angestellte und im Irak tätige Fahrer, dass er von Aufständischen entführt worden ist und diese jetzt fünf Millionen Dollar Lösegeld fordern. Damit beginnt für Paul eine Hetzjagd durch die offiziellen Kanäle und gegen die Zeit, denn er muss so bald wie möglich aus der Kiste raus, denn langsam wird die Luft knapp und er droht zu ersticken.

Rodrigo Cortés beschwört in seinem jüngsten Streich Buried Urängste herauf, denen sich Hollywood-Star Ryan Reynolds knapp 90 Minuten lang stellen muss. Immer wieder faszinieren die simpelsten Konzepte hinter gewinnbringenden Filmproduktionen. Für all die 3D-Gegner ist das sicher eine wohltuende Abwechslung.

Bei Buried ist bereits alles Wissenswerte nach 5 Minuten etabliert: Mann liegt in der Holzkiste, vermutlicherweise unter einigen Metern Sand vergraben, wacht auf und entdeckt nebst einem lebensrettenden Zippo ein Handy. Durch seine Hilfeanrufe tauchen wir weiter in die Geschichte ein und erhalten genug Information, um dem Plot folgen zu können. So weit, so gut, denn schnell fragt sich, worin der eigentliche Thrill liegt. Nach einer halben Stunde hat sich der anfangs hyperventilierende Paul Conroy an seine "enge" Situation gewöhnt. Sein Überlebeninstinkt zeigt sich primär in der modernen Telekommunkation. Leider sind es nur wenige Handyanrufe, die den Plot auch wirklich vorwärts bringen. Die Urangst, in einem Sarg eingeschlossen zu sein, verfliegt langsam. Stattdessen werden wir das Gefühl nicht los, dass es hier hauptsächlich um die Bürokratie des grossen Westens geht.

Sieht man über einige Lücken im Plot und im späteren Verlauf auch in der Logik hinweg, bleibt schlichtweg die Holzkiste. Da diese nicht schauspielern kann, drängt sich Frauenschwarm Ryan Reynolds in den Vordergrund. Der Typ macht seine Sache gar nicht mal so schlecht, muss er doch eine Situation wiedergeben, die er höchstwahrscheinlich noch nie an eigenem Leibe erlebt hat. Sein Wandel zwischen Angst, Wut und dem Überlebenskampf macht Buried einigermassen sehenswert. Cortés fängt diese Emotionen mit kontrastreichen Bildern und extremen Close-ups faszinierend ein. Nach knapp 90 Minuten ist der Spuk inklusive einigen Holpereien vorbei, und der Film präsentiert ein etwas polarisierendes Ende.

Fazit: Buried ist nichts für Sandkastenfreunde. Rodrigo Cortés lässt Frauenschwarm Ryan Reynolds 90 Minuten in einer Holzkiste ums Überleben kämpfen. Die Stimmung wird von den Bildern schaurig schön erfasst. Jedoch lässt die Spannung schnell nach, und die zusätzlichen Logiklöcher verderben den Spass. Schlussendlich bleibt's ein Versuch, mit simpler Prämisse einen klaustrophobischen Thriller zu machen. Das ist okay, mehr nicht.

Die Blu-ray kommt wie der Film eher simpel daher. Die Bilder sind kontrastreich, wobei das Schwarz bei langen Szenen je nach TV-Gerät wie ein dunkles Grau aussehen mag. Reynolds' verschwitzte Stirn und die Strukturen der Holzkiste sind durch das HD-Format gestochen scharf und geben der Klaustrophobie einen weiteren Schub. Zusätzlich geben Rodrigo Cortés und Konsorten einen tiefen Einblick hinter die Kulissen und erläutern ihre Idee hinter den einzelnen Aktionen im Film.

Christian Wolf [woc]

Christian arbeitet seit 2009 als Freelancer bei OutNow. Er mag ultradüstere Filmperlen und süffige Survival Horror Games. Animationsfilme sind ihm ein Gräuel. Christian vertritt als Einziger den smoothen Berner Dialekt im Team.

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Kommentare Total: 10

woc

Blu-ray-Review: Verbuddelt

yan

Buried ist ein Horrortrip und man fühlt sich nach ein paar Minuten gleich selbst in derselben Lage. Ryan Reynolds meistert seine Rolle grossartig und hätte die Oscar-Nomination verdient gehabt. Es ist wunderbar zu sehen, wie man mit so wenig Ausgaben, einen solch tollen Film geschaffen hat. Der einzige Minuspunkt ist die Szene mit der Schlange, irgendwie passt da was wirklich nicht zusammen. Ansonsten meiner Meinung nach sehr glaubwürdig umgesetzt und in der Welt von Sequels und Reboots eine atemberaubende Abwechslung.

pj

Ein Film frei nach dem Motto:
"Stupid american guy, buried in a stupid box, communicating with stupid people, stupidly spending his last minuts of life"
Einen Stern gibts für die gute Leistung des Hauptdarstellers, der den Idioten im Sarg zumindest überzeugend spielt. Spannung kam bei mir keine Sekunde auf bei diesem Film - ganz im Gegenteil zu der CSI-Folge von Tarantino, denn da liegen Welten dazwischen.

Ein paar Punkte zum nachdenken, für all die Bewunderer dieses Films:

Spoiler zum Lesen Text markieren

- Warum muss der Idiot dauernd zwei oder mehr Lichtquellen benutzen?
- Weshalb macht er jede Person die mal zu helfen versucht gleich blöd an? Schnallt er denn nicht irgendwann mal, dass es schwer fällt ihm zu glauben?
- Wie kann man eine mehrere Kilo schwere Schlange erst nach 40 Minuten in den Hosen bemerken???? Das war der absolute Knüller: Eine Szene, minus zwei Sterne - eine seltene Meisterleistung
- Warum fliesst der Sand plötzlich durch alle Ritzen und zuvor nicht?
- Warum schwimmt der Typ förmlich auf dem Sand?
- Weshalb lässt er sicht mit dem CRT-Typen auf die komplett idiotische Befragung ein?
- Warum rinnt aus dem Schlangenloch kein Sand?
...

Den Ansatz der Story find ich ja noch spannend, aber die Umsetzung eine reine Katastrophe und auf einem solch tiefen Niveau, dass ich mich nur darüber aufregen konnte. 90 mins i'll never get back 😢

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