Buried (2010)

Buried (2010)

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  3. 95 Minuten

Filmkritik: Ferien auf engem Raum

Ist doch irgendwie romantisch oder?
Ist doch irgendwie romantisch oder? © Studio / Produzent

Dieses Erwachen wird Paul Conroy (Ryan Reynolds) nie vergessen: Als er die Augen aufschlägt, bleibt es schwarz um ihn. Erst nach einigen Minuten wird ihm klar, dass er den Überfall auf seinen Konvoi überlebt hat, doch er hat keine Ahnung, wie er hierher gekommen ist und wo er überhaupt ist. "Hier", das ist übrigens eine unter der Erde vergrabene Holzkiste, aus der ein Entkommen so gut wie unmöglich ist. Nach etwas Suchen findet er schliesslich ein Zippo und ein Handy, das jedoch auf Arabisch eingestellt ist.

Das gibt eine hohe Handyrechnung.
Das gibt eine hohe Handyrechnung. © Studio / Produzent

Durch das Telefon erfährt Conroy, der bei einer privaten Firma angestellte und im Irak tätige Fahrer, dass er von Aufständischen entführt worden ist und diese jetzt fünf Millionen Dollar Lösegeld fordern. Damit beginnt für Paul eine Hetzjagd durch die offiziellen Kanäle und gegen die Zeit, denn er muss so bald wie möglich aus der Kiste raus, denn langsam wird die Luft knapp und er droht zu ersticken.

In Zeiten, in denen Filme wie Avatar mit neuster Computertechnologie in 3D produziert werden, 300 Millionen kosten und mehrere Milliarden einspielen, scheint es nahezu halsbrecherisch, einen ganzen Film um einen Mann zu drehen, der in einer Kiste steckt und sich zu befreien versucht. Doch genau solche Produktionen sind interessant - Produktionen, die etwas wagen und anders sind, denn solche sind in letzter Zeit sehr rar geworden. Doch im Gegensatz zu Schockern wie The Human Centipede geht Buried nicht in Richtung von "Schrecken, die noch kein Mensch gesehen hat", sondern arbeitet sich geschickt im klaustrophobischen Stil von Panic Room durch die Handlung und baut so auf ganz eigenwillige Weise den ganzen Film auf Ryan Reynolds' Schultern auf.

Ja, richtig gelesen, Ryan Reynolds. Der Mann der schon in Blade 3 oder Wolverine als Plappermaul zum Einsatz kam und mehr nervte als überzeugte, schafft es tatsächlich, den ganzen Film alleine zu stemmen und die Panik sowie die Ungewissheit glaubhaft darzustellen. Selbst wenn er dabei minutenlang nur herumkeucht, man nimmt es ihm ab, und deshalb funktioniert der Film auch und kann einen ordentlichen Spannungsbogen aufbauen.

Als Film teilt sich die Handlung in mehrere Abschnitte auf, die jeweils mit schwarzen Passagen unterteilt sind und sich immer um definierte Themen drehen: Orientieren, Panik aushalten, Forderungen erfüllen und auch die ersten Anrufe durchführen, was zu grossartigen Momenten mit querköpfigen Beamten führt, die äusserst gelungene und amüsante Dialoge bieten. Doch diese sind eher rar, meistens geht es um Dunkelheit, die Hilflosigkeit, und öfters erinnert es auch an 24, wo einfach - so konstruiert und gesucht es auch sein mag - etwas geschehen muss, um die Handlung voranzutreiben und für Spannung zu sorgen. Allerdings können so auch trotz minutenlanger Dunkelheit relativ kurzweilige neunzig Minuten geboten werden, in denen man jedoch in der Halbzeit die Grossaufnahmen von Ryan Reynolds auch gesehen hat. Und da es weder unerwartete Enthüllungen noch ein grosses Puzzle gibt, das man während der Laufzeit zusammensetzen kann, sinkt auch bald das Interesse.

Fazit: Buried geht erfrischend neue Wege und wirkt streckenweise ähnlich klaustrophobisch wie einst The Descent. Ryan Reynolds holt das Beste aus seiner Rolle heraus und überzeugt bis zum Schluss. Allerdings hätte etwas mehr Abwechslung nicht geschadet, denn mit der Zeit wirkt es auch ermüdend und zwischendurch auch arg überzeichnet und gesucht. Doch wer etwas Neues und Unerwartetes sucht, wird hier sicher fündig und ungewohnte 90 Minuten erleben.

/ db

Kommentare Total: 10

woc

Blu-ray-Review: Verbuddelt

yan

Buried ist ein Horrortrip und man fühlt sich nach ein paar Minuten gleich selbst in derselben Lage. Ryan Reynolds meistert seine Rolle grossartig und hätte die Oscar-Nomination verdient gehabt. Es ist wunderbar zu sehen, wie man mit so wenig Ausgaben, einen solch tollen Film geschaffen hat. Der einzige Minuspunkt ist die Szene mit der Schlange, irgendwie passt da was wirklich nicht zusammen. Ansonsten meiner Meinung nach sehr glaubwürdig umgesetzt und in der Welt von Sequels und Reboots eine atemberaubende Abwechslung.

pj

Ein Film frei nach dem Motto:
"Stupid american guy, buried in a stupid box, communicating with stupid people, stupidly spending his last minuts of life"
Einen Stern gibts für die gute Leistung des Hauptdarstellers, der den Idioten im Sarg zumindest überzeugend spielt. Spannung kam bei mir keine Sekunde auf bei diesem Film - ganz im Gegenteil zu der CSI-Folge von Tarantino, denn da liegen Welten dazwischen.

Ein paar Punkte zum nachdenken, für all die Bewunderer dieses Films:

Spoiler zum Lesen Text markieren

- Warum muss der Idiot dauernd zwei oder mehr Lichtquellen benutzen?
- Weshalb macht er jede Person die mal zu helfen versucht gleich blöd an? Schnallt er denn nicht irgendwann mal, dass es schwer fällt ihm zu glauben?
- Wie kann man eine mehrere Kilo schwere Schlange erst nach 40 Minuten in den Hosen bemerken???? Das war der absolute Knüller: Eine Szene, minus zwei Sterne - eine seltene Meisterleistung
- Warum fliesst der Sand plötzlich durch alle Ritzen und zuvor nicht?
- Warum schwimmt der Typ förmlich auf dem Sand?
- Weshalb lässt er sicht mit dem CRT-Typen auf die komplett idiotische Befragung ein?
- Warum rinnt aus dem Schlangenloch kein Sand?
...

Den Ansatz der Story find ich ja noch spannend, aber die Umsetzung eine reine Katastrophe und auf einem solch tiefen Niveau, dass ich mich nur darüber aufregen konnte. 90 mins i'll never get back 😢

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