Black Death (2010)

Black Death (2010)

Oder: Eine Portion Pest, Bitte!

England im 14. Jahrhundert: Die Pest hat das Volk im Griff, Die Luft ist von faulem Gestank erfüllt, und die Strassen sind mit Leichen gepflastert. Doch ein Dorf scheint der Krankheit Widerstand zu leisten. Und nein, es liegt bestimmt nicht an gallischem Zaubertrank. Eine Gruppe Missionare, angeführt von Ulric (Sean Bean) wird vom Bischoff beauftragt, das Dorf zu finden und hinter dessen Geheimnisse zu kommen. Als Führer beauftragen sie den jungen Novizen Osmund (Eddie Redmayne), der den Weg kennt. Dieser trägt aber selbst ein Geheimnis mit sich. Schon bald erreicht die illustre Truppe ihr Ziel und ihre Probleme beginnen.

Im Dorf herrscht die heidnische Zauberin Langiva (Carice van Houten, die Tote wieder aus ihren Gräbern auferstehen lassen kann. Handelt es sich alles nur um faulen Zauber oder ist die Heidin tatsächlich eine Hexe mit Zauberkräften? Langiva befreundet sich rasch mit Osmund und zieht ihn auf seine Seite, wodurch in der Gruppe Spannungen entstehen. Gelingt es den Missionaren herauszufinden, weshalb die Dorfbewohner bisher von der Pest verschont geblieben sind? Und können sie sie gar zum Christentum bekehren?


DVD-Rating

Der britische Horrorspezialist Christopher Smith ist nach seinem Psychothriller Triangle wieder zu seiner Leibspeise, dem Horrorfilm, zurückgekehrt. Black Death ist nicht nur ein Film mit viel Blut und Splattereinlagen, sondern mit ebenso viel Mittelalterspektakel und Drama. Wie bereits bei seinem Erstlingswerk Creep, verschlägt es Smith nach Deutschland. Um genau zu sein: Das pestverseuchte, mittelalterliche England wurde in Sachsen-Anhalt nachgestellt und mit viel Dreck und Tristesse optisch aufgepeppt.

Der leicht abenteuerliche Beginn und die klischeehaften Charakterzeichnungen lassen bereits früh Schlimmes erahnen. Doch Black Death schlägt rasch eine komplett neue Richtung ein und schockt sogar mit bitterbösen Wendungen. Die Pest spielt in Smiths Film eine ganz spezielle Rolle. Die Krankheit begleitet den Zuschauer den ganzen Film hindurch, wird aber nie gross thematisiert. Sie ist der schwarze Tod, ein stiller, schleichender Geist, der wie ein Schatten an den Protagonisten klebt. Ein dunkler Kontrast zu Gott, oder gar eine gewagt böse Darstellung des christlichen Oberhauptes? In jedem Fall durfte zu dieser Zeit nur an Gott geglaubt werden. So sieht es auch Ulric, der von Sean "Boromir" Bean verkörpert wird. Seine Rolle als kaltschnäuziger Krieger, mit ultra-christlichem Gewand, ist ihm wie auf das Gesicht geschrieben. Hauptdarsteller Eddie Redmayne, bekannt aus Säulen der Erde, spielt den jungen Novizen Osmund. Anfangs ein scheues Rehlein, mit Intelligenz und Eigensinn, mutiert er später zu etwas schier Unvorstellbarem. Redmayne überzeugt in seiner Rolle als Christ und Unschuldslamm, wird aber sonst von seinen Missionarskollegen knallhart an die Wand gespielt.

Religiöser Fanatismus hat gerade heute einen beängstigenden Zustand erreicht. Christopher Smith hat mit Black Death zwar optisch den Nerv der Zeit verfehlt, aber inhaltlich ins Schwarze getroffen. Haarsträubend, aber real: Dieser Plot, ein wenig modernisiert, würde auch vor dem weissen Haus funktionieren.

Fazit: Black Death ist ein dreckiges Mittelalterdrama über Glauben und Macht. Der düstere visuelle Touch fügt dem Film auch noch den nötigen Gruselfaktor zu, und die authentischen Kampfszenen sorgen dafür, dass man sich auch wie in einem Smith-Werk fühlt. Dazu kommt noch der unerträgliche Hintergedanke, dass wir uns heutzutage mit denselben Scheusslichkeiten rumschlagen, was letztendlich den wahren Horror des Films widerspiegelt.

Immer öfters knallt ein satter Ton aus den Boxen, und man zuckt regelrecht zusammen. Soundtechnisch hat man bei der DVD alles richtig gemacht. Am Bild gibt es ebenso überhaupt nichts auszusetzen. Im Gegenteil, die Landschaftsbilder bekommen bei aller Schönheit auch noch den visuellen Zusatzpunkt. Auch bei Nacht ist alles genügend hell, und die Schwarztöne kommen sehr gut zur Geltung. Auf der DVD befindet sich neben dem Trailer auch noch ein 11-minütiges Making-of, in dem der Regisseur die Schauspieler und die Schauspieler den Regisseur ins Unermessliche loben. Dieses Making-of ist zwar kurzweilig und cool, aber es hätte durchaus noch ein wenig mehr auf der Disc Platz gehabt.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.0

 

27.01.2011 / yan

Community:

Bewertung: 3.5 (23 Bewertungen)

 

 

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