Am Anfang war das Licht (2010)

Am Anfang war das Licht (2010)

Oder: Zum Dessert eine Portion Nichts

Frühstück mit einem "Lichtesser"

Frühstück mit einem "Lichtesser"

In seiner Dokumentation präsentiert der Österreicher Peter Arthur Straubinger das Phänomen der Lichtnahrung, dem sogenannten Prana: Menschen die ohne physische Nahrung, teilweise sogar ohne Flüssigkeit, seit Monaten oder gar Jahren gesund leben. Straubingers Recherchen führen ihn vom Flüeli bei Sachseln nach Berlin und von Wien über die USA nach Indien, wo er sich mit den unterschiedlichsten Leuten trifft und sich in intensiven Gesprächen dem eigentlichen Kernthema "Lichtnahrung" nähert. Praktizierende Gläubige kommen genauso zu Wort wie klassische Schulmediziner, die das Phänomen schlichtweg als unmöglich bezeichnen.

Jasmuheen gönnt sich ab und zu ein Stück Schoggi

Jasmuheen gönnt sich ab und zu ein Stück Schoggi

Der Film offeriert nicht nur die unterschiedlichsten Ansichten und Meinungen, sondern entführt gleichzeitig auf eine Reise rund um die Welt um aufzuzeigen, dass das Thema "Lichtnahrung" durchaus präsent ist. Erfolgreiche Versuche werden Misserfolgen gegenübergestellt, und die Zuschauer werden dazu aufgefordert, sich selber eine Meinung zu bilden.


Film-Rating

Die Reaktionen auf die Behauptungen einiger Menschen, sie würden sich lediglich von Licht ernähren, könnten unterschiedlicher nicht ausfallen. Von Bewunderung oder Neugier bis zum ungläubigen Kopfschütteln ist wohl alles dabei. Und genau mit diesem breiten Spektrum an Ansichten, Erfahrungen und Studien weiss Am Anfang war das Licht aufzutrumpfen. Der Laie wird auf eine angenehme Art an das Thema herangeführt: Dank des persönlichen Vorwortes (in der Ich-Form) durch den Regisseur Peter Arthur Straubinger fühlt sich auch ein kritischer Betrachter durchaus angesprochen.

Prinzipiell lebt der Film von dieser weitreichenden Vielfalt an Individuen, die ihre Ansichten erläutern und vertreten. Straubinger vermittelt dem Publikum eine objektive Studie des Themas, ohne die Meinungsbildung in eine gewisse Richtung lenken zu wollen. Die Auswahl der zu Wort kommenden Hauptcharaktere zeigt sich äusserst überlegt: Kritiker bekommen nicht den Eindruck vermittelt, sie würden sich mitten in einer esoterischen Bekehrung befinden, und Glaubende können sich, trotz kritischer Stimmen, in der einen oder anderen Hauptperson wiederfinden.

Auf der einen Seite haben wir Jasmuheen, eine Australierin, die mittlerweile durch ihre zahllosen Publikationen und Auftritte weit bekannt ist. Jasmuheen ist eine ambitionierte Prana-Praktizierende, die ihre Erfahrungen weltweit in Seminaren weitergibt. Oder Dr. Michael Werner, Direktor der Stiftung zur Erforschung von Krebs in Arlesheim. Im Gegensatz zu Jasmuheen spricht Dr. Werner mit seinem sachlichen Auftreten eher die Kritiker unter uns an. Doch: Auch Herr Dr. Werner ist ein Lichtesser! Auf der anderen Seite ist Prof. Dr. Anton Luger, anerkannter Facharzt für innere Medizin und Mitglied in diversen renommierten Ärztevereinigungen. Er kann sich eine Ernährung des menschlichen Körpers nur durch Licht nicht vorstellen und weiss dies durchaus auch wissenschaftlich zu belegen. Der grosse Pluspunkt ist definitiv, dass sich das Publikum nicht mit einer bereits vorgegebenen Schlussfolgerung konfrontiert sieht, sondern dass man diese letztendlich für sich selber ziehen muss.

Die Aufnahmen und die Kameraführung überzeugen sicher nicht durch spezielle Brillanz oder Originalität. Der komplexe, weitreichende Inhalt und die teilweise hervorragenden Monologe machen dieses Manko jedoch wieder wett.

Durch das gelungene Zusammenführen von kritischer Hinterfragung und Offenheit gegenüber Unerklärbarem spricht dieses Werk nicht nur überzeugte Gläubige an, sondern bietet auch jedem Kritiker 90 kurzweilige Minuten. Alles in allem eine solide Dokumentation, die dem Publikum eine objektive Sicht aufzeigt und es dazu bringt, sich selber eine Meinung zu bilden. Auf jeden Fall ist aber von unüberlegten Selbstversuchen zwecks Diät abzuraten! Vielleicht einfach das nächste Mal im Restaurant statt Schnipo einen Fitnessteller bestellen...


OutNow.CH:

Bewertung: 4.5

 

29.07.2010 / hom

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