Zweiohrküken (2009)

Zweiohrküken (2009)

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  2. 124 Minuten

Filmkritik: Welches Tier kommt als nächstes dran?

Noch alle Flaschen im Schrank?
Noch alle Flaschen im Schrank?

Ludo (Til Schweiger) und Anna (Nora Tschirner) haben sich, allen Widerständen zum Trotz, noch immer furchtbar lieb und wohnen zusammen in einem Appartement ohne Türen. Zwar ist die grenzenlose Verliebtheit dem recht öden Alltag gewichen: Der Macho hilft nicht im Haushalt und die Dame will noch immer nur Biosachen essen, aber es läuft. Auch im Kindergarten, den nun beide führen, haben die Kids ihren Spass und sind zufrieden.

Wenn nur diese Unsicherheiten nicht wären. Warum flirtet Ludo mit einem Busenwunder, während Anna mit zerrissenem Kleid auf der Toilette sitzt? Muss der Mann das nicht merken, wenn seine Freundin Kummer hat? Wieso besteht die Frau eigentlich immer darauf, aus dem Jäger einen Sammler zu machen und echte Kerle zu Hausmütterchen umzufunktionieren? Diese und andere Probleme sind nur der Anfang vom Ärger, in den unsere beiden (noch immer ineinander) Verliebten schlittern.

Wer steckt dahinter?
Wer steckt dahinter?

Denn wenn Ludo mit der schönen Tante quatschen kann und Anna seine SMS liest, dann darf auch die Frau einen Ex-Freund (Ken Duken) nach Hause bringen. Der macht ihr dann auch artig schöne Augen, hat einen riesigen Wummer zwischen den Beinen und macht damit den Mann im Haus ganz schön unsicher. Steht dem Traumpaar die Trennung bevor? Können sich männlicher Stolz und weibliche Neugier nicht einfach ergänzen anstatt sich zu bekriegen?

2007 schaffte Til Schweiger mit Keinohrhasen in seinem Heimatland einen Riesenhit. Eine romantische Komödie, gespickt mit flotten Sprüchen und alltäglichen Missgeschicken wurde sympathisch erzählt und hatte mit dem Gespann Nora Tschirner und Til Schweiger ein Duo, das sich optimal ergänzte. Nun, zwei Jahre später, kommt die Fortsetzung, Zweiohrküken, und wenn man den Berichten glauben darf, soll auch mal noch ein dritter Teil die Geschichte zum Abschluss führen.

Apropos Geschichte. Zweiohrküken startet sehr witzig mit einer Sexfantasie Schweigers und den vielen kleinen Nicklichkeiten, die im Paar-Alltag immer wieder auftauchen. Dreckige Schuhe auf dem Boden, leere Flaschen im Schrank und ähnliches wird uns vorgeführt und verbreitet schöne und gute Laune. Wenn dann aber, etwa in der Hälfte des Films der gute Matthias Schweighöfer seine Kacka aus der Toilette fischen muss, ist das der Startschuss zum bitteren Ende des Ganzen. Von da an gibt's nichts mehr zu lachen, Schweiger in Frauenklamotten und viel, viel Romantik. Ausserdem wird der Soundtrack zum Film gnadenlos in Szene gesetzt, was uns videoclipartige Bilder bringt, die weder der Geschichte noch dem langsam einnickenden Zuschauer helfen.

Schauspielerisch wird typische (Schweiger) bis sehr gute (Tschirner) Leistung geboten. Die Gaststars (Uwe Ochsenknecht als Flirtprofi und Heiner Lauterbach als Partyhäschen) sind dezent eingesetzt und rauben den beiden Hauptdarstellern keineswegs die Show. Überhaupt, einmal mehr zeigt das Paar Tschirner/Schweiger, dass es sich gut ergänzt, auch wenn die Story in Zweiohrküken leider nicht mit dem ersten Teil mithalten kann.

Fazit: Zweiohrküken ist romantisches Kino ohne Anspruch, mit ziemlichen Längen in der zweiten Halbzeit und einer Geschichte, die mit zunehmender Filmdauer an Unterhaltungswert verliert. Freunde (oder -innen) der Romantik dürften aber trotzdem genügend Momente haben, sich an den Sitznachbarn zu kuscheln.

/ muri

Kommentare Total: 7

tam

Filmkritik: Wenn der Alltag einkehrt

Einsiedler-Krebs

Nach KeinOhrHasen ein richtige Enttäuschung, trotz einiger guter Szenen. Zweiohrküken ist ohne Anspruch, das ist wahr. Leider. Hatte mich sehr darauf gefreut. Und die letzten 20 Minuten hätte man einfach weglassen können. Dann wäre es zumindest noch halbwegs glaubhaft gewesen. Bitte keine MehrNasen-Tiere mehr von Til Schweiger!!!😄

VesperLynd89

Sehr sehr clever, Herr Schweiger. Alle Szenen, die man schon kannte (Trailer, Fernsehbeiträge) kamen alle am Anfang, sodass man die Highlights ("Ludo! Ludo! Aufstehen, Ludo! 😉) dann in Ruhe geniessen konnte. Zum Soundtrack braucht man eigentlich auch keine grossen Worte zu verlieren, denn die Lieder sind mal wieder klasse ausgewählt und passen super in jede Szene. Eine durchaus gelungene Fortsetzung von Keinohrhasen.

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