Vengeance - Fuk sau (2009)

Vengeance - Fuk sau (2009)

Oder: Schiess mir das Bild vom Tod

Im Regen sitzen gelassen

Im Regen sitzen gelassen

Triaden-Killer lauern einer jungen Familie in Hong Kong zu Hause auf. Der Vater und die zwei Kinder sind sofort tot, die Mutter (Sylvie Testud) überlebt mit schweren Verletzungen. Ihrem Vater Costello (Johnny Halliday), der in Paris ein Restaurant betreibt und nun für sie nach Hong Kong gereist ist, nimmt sie ein Versprechen ab: Vengeance! Vergeltung!

Dies ist allerdings einfacher gesagt als getan, ist er doch völlig fremd und isoliert in der Stadt. Aber Mister Zufall ist ihm behilflich: Denn als er selbst Zeuge eines organisierten Mordes wird, verzichtet er darauf, die drei Killer unter der Führung von Kwai (Anthony Wong) bei der Polizei anzuzeigen, sondern stellt diese kurzerhand selbst an. Für das Aufspüren und Töten der Mörder der Familie seiner Tochter offeriert er ihnen sein ganzes Geld, seine Rolex sowie sein Pariser Restaurant.

Stranger in the Night

Stranger in the Night

So geht's zu viert auf Rachetrip. Dabei merken die drei Killer bald, dass der mysteriöse Ausländer offensichtlich mehr Erfahrung mit Schusseisen hat als anfänglich angenommen. Zudem zeigt sich, warum er sämtliche Personen, die er kennen lernt, mit seiner Polaroid-Kamera fotografiert und die Fotos mit dickem Filzstift beschriftet: Bald schon wird er nämlich sein Gedächtnis verlieren...


Film-Rating

Johnnie meets Johnny! Johnnie, das ist Hong-Kong-Action-König Johnnie To. Johnny, das ist das französische Rock'n'Roll-Urgestein Johnny Halliday mit dem charakteristischen zerfurchten Ich-hab-schon-zu-viel-Scheiss-durchgemacht-Gesicht. Da kann ja eigentlich gar nichts schief gehen. Was die Story betrifft, so sagt der Titel eigentlich schon alles: Vengeance ist ein Rache-Action-Thriller der klassischen Sorte, nicht originell, aber actiongeladen und voll auf den Hauptdarsteller zugeschnitten.

Beim Film handelt es sich um einen geschickt zusammengeklauten Mix aus verschiedenen Filmen: Ein bisschen Once Upon a Time in the West, der in einer Szene übrigens auch zitiert wird; ein bisschen Memento, von dem die Idee mit dem Gedächtnisverlust und den Polaroid-Fotos abgekupfert ist; ein bisschen Die Hard, da Hallidays Racheengel ähnlich schwer totzukriegen ist wie der gute alte John McClane. Und natürlich ganz viel Johnnie To, der auch hier wieder das bietet, was man von ihm gewohnt ist. Rasant inszenierte Action mit Männern und Maschinengewehren, hart, aber herzhaft. Diesmal statt in Chinesisch einfach in Englisch. Ein Englisch, das zum Teil recht holprig ist, kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Hallidays chinesische Co-Darsteller mit Ausnahme von Anthony Wong im realen Leben keinerlei Englisch sprechen.

Ansonsten mache man sich über teilweise eklatante Storylöcher oder mangelnde Logik keine allzu grossen Gedanken. Denn darum geht's ja nicht! Es geht darum, einen coolen Johnnie Halliday bei seinem fulminanten Rachefeldzug zu begleiten und gemeinsam mit ihm die Genugtuung zu erleben, gegen Schluss seinem Wiedersacher die Frage "Is this your coat?" zu stellen, bevor er... Naja, alles soll natürlich hier nicht verraten werden.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.0

 

18.05.2009 / ebe

Community:

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