The Time Traveler's Wife (2009)

The Time Traveler's Wife (2009)

Die Frau des Zeitreisenden
  1. , ,
  2. 107 Minuten

Filmkritik: Er braucht keine Strassen

"Also 1971 ist echt ein cooles Jahr!"
"Also 1971 ist echt ein cooles Jahr!" © Warner Bros. Ent.

Henry DeTamble (Eric Bana) darf man durchaus als abnorm bezeichnen. Ein genetischer Defekt macht ihn nämlich zu einem Time Traveler: Unvermittelt verlässt er immer wieder die Gegenwart und reist in die Vergangenheit oder in die Zukunft. Ein Spass ist das nicht für ihn, kommt Henry doch stets im Adamskostüm am Zielzeitpunkt an, weshalb die Kleidersuche jeweils erste Priorität geniesst. Zudem kann er seine "Gabe" weder steuern noch unterdrücken. So gerät er immer wieder in absurde wie auch gefährliche Situationen. Mal im Sommer, mal im Winter, mal für Minuten, mal für ganze Tage.

Bushaltestellen-Romantik
Bushaltestellen-Romantik © Warner Bros. Ent.

Augenscheinlich ist indessen, dass Henry meistens in der Nähe einer Bezugsperson landet. Als er unverhofft mal auf das 6-jährige Mädchen Clare stösst, trifft er sie fortan im Laufe ihrer Kindheit immer wieder. Henry wird zu Clares bestem Freund, und bald schon verliebt sie sich in den flüchtigen Herren. Doch eine Beziehung kann sie erst mit ihm führen, wenn sie ihn als "Original" trifft - was sie als erwachsene Frau (Rachel McAdams) dann auch tut.

Die beiden heiraten und versuchen die Tücken von Henrys spontanen Reiseaktivitäten so gut wie möglich zu meistern. Als Clare schwanger wird, das Baby aber verliert, kommen Henry Bedenken: Kann es sein, dass er seinem Kind diese leidige Fähigkeit vererben würde?

Das Medium Film ist unter anderem auch dazu da, die Logik und die Gesetze des Alltages ad absurdum zu führen. The Time Traveler's Wife, eine Adaption des gleichnamigen Romans von Audrey Niffenegger, ist in dem Sinn ein gelungenes Werk. Hatten wir schon bei den drei Back to the Future-Teilen nicht immer die Übersicht, welcher Vergangenheitseingriff sich wie in der Zukunft niederschlägt, dann ist hier der Zeit-Auswirkungs-Salat komplett und mutet bisweilen geradezu grotesk an.

Um Nachvollziehbarkeit ging es dem deutschen Regisseur Robert Schwentke (Flightplan) sicher nicht. Sein Film, bei dem Brad Pitt als Co-Produzent amtete und Ghost - Nachricht von Sam-Drehbuchautor Bruce Joel Rubin schreiberisch Hand anlegte, dreht sich eigentlich um eine Love-Story. Sie wird durch Henrys Zeitreise-Fähigkeit eingeleitet und später dadurch belastet. Diese ist unschwer einer Krankheit gleichsetzbar: Die Stadien variieren, bis irgendwann das Weiterbestehen und somit auch der Tod ein Thema werden.

Niffenegger, die meinte, sie würde sich den Film nicht ansehen, schrieb ihr Romandebüt als Metapher zu ihren gescheiterten Beziehungen. Das Zeitreise-Element ist dort lediglich ein fantastischer Auslöser für die immergleichen Beziehungsprobleme. Im Film drängt sich jedoch dieser Science-Fiction-Aspekt viel zu stark auf und verbaut immer wieder den Blick auf die Liebesgeschichte. Wobei man anmerken muss, dass diese im Grunde genommen auch nicht gerade sehr geistreich daherkommt. The Time Traveler's Wife ist schlussendlich eine Liebesgeschichte, die vordergründig einfallsreich anmutet, sich aber als unspektakulär und unnachhaltig herausstellt.

/ uas

Kommentare Total: 5

hom

Hat mich leider nicht wirklich berühren können. Ich habe das Buch anschliessend gelesen und hatte, vor allem am Ende, die ganze Zeit Pipi in den Augen. Und das will was heissen, zähle ich mich doch zu den wenigen Frauen, die weder bei Dumbo noch bei Bambi in hemmungsloses Schluchzen ausgebrochen sind. 😄
Die Bilder im Film sind schön, da stimme ich zu. Ansonsten fehlt aber deutlich der Tiefgang.

Navrrn

😃Dass die Schauspieler überzeugend sind, kann man nicht bezweifeln. Von Zeit zu Zeit spielt der Inhalt eine immer kleiner werdende Rolle und es geht nur noch um die Liebesgeschichte. Am Ende kann man sagen, dass fast nichts geschehen ist. Weshalb "der Zeitreisende" am Ende trotz seinem Tod noch lebt, ist für mich ungewiss. Sehr schöne und breührende Bilder im Film.

[Editiert von Navrrn am 2010-10-10 19:14:10]

th

hat mir gut gefallen. besonders die schauspieler sind allesamt überzeugend. voraussetzung für den film ist allerdings, dass man sich gar nicht zuviel überlegt dabei - zeitreisen wie sie hier gezeigt werden, ignorieren die meisten theoretischen "wissenschaftlichen" ansätze.

Kommentar schreibenAlle Kommentare anzeigen

Trailer Englisch, 02:27