The Taking of Pelham 1 2 3 (2009)

The Taking of Pelham 1 2 3 (2009)

Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3
  1. , ,
  2. ,
  3. 106 Minuten

Blu-ray-Review: Rededuell im U-Bahnschacht

"Hast du Feuer?"
"Hast du Feuer?"

Mehrere bewaffnete Männer überfallen mitten am Tag die New Yorker U-Bahn und entführen den Zug Pelham 123. Geschickt entkoppeln sie zwei Wagen und platzieren sie mitten im Tunnel auf einer Anhöhe. Keine Chance also für die Polizei, die Geiseln unblutig zu befreien. Der Anführer der Terroristen, Ryder (John Travolta), hat alles haargenau durchstudiert und stellt klare Forderungen: 10 Millionen Dollar innerhalb einer Stunde, oder die ersten Geiseln müssen sterben.

"Mutti, ich komme heute später heim."
"Mutti, ich komme heute später heim."

Für den aufgrund eines Bestechungsfalls degradierten Fahrdienstleiter Walter Garber (Denzel Washington), der zufällig den Anruf des Anführers entgegennimmt, beginnt somit einen Wettlauf gegen die Zeit, denn schon bald wird klar, dass es Ryder überaus ernst meint. Dieser verhandelt nur mit Garber, da er in diesem einen Geistesverwandten sieht. Garber bleibt also nichts anderes übrig, als den Terroristen hinzuhalten und die Verhandlungen herauszuzögern. Derweil versuchen die Polizei und der den Verhandlungen beiwohnende Bürgermeister (James Gandolfini) das Geld aufzutreiben und der wahren Persönlichkeit von Ryder auf die Schliche zu kommen.

1974 musste sich Knautschnase Walter Matthau in The Taking of Pelham One Two Three mit einer U-Bahn in Not herumschlagen. 2009 kam das Remake, das überraschenderweise The Taking of Pelham 123 genannt wurde und das grosse Duell zwischen Denzel Washington und John Travolta in den Kinos zeigte. Unter der Regie von Tony Scott (Top Gun, Deja Vu) sollte der Film zu einem Actionhighlight werden. Leider wurden die Produktionskosten nicht wieder eingespielt, so dass man von einem Flop sprechen muss.

Dabei beginnt The Taking of Pelham 123 wirklich cool. Toll geschnitten und mit fetziger Musik unterlegt, wird uns der Vorspann gezeigt, und John Travolta sieht mit Halstattoo und Kappe richtig bös aus. Gut, wenn er dann die Mütze auszieht und sein schütterer Haarwuchs zum Vorschein kommt, sieht das Ganze wieder etwas anders aus. Aber sein Zusammenspiel mit Denzel Washington funktioniert über einen grossen Teil der Filmdauer und macht auch zwischenzeitliche Plappersequenzen erträglich. Dazu müssen beide Akteure jedoch nicht ihr volles Potenzial ausspielen.

Die Story bleibt auf einem angenehmen Spannungsniveau, ohne gross aufzutrumpfen oder gar etwas zu zeigen, das dem Zuschauer den Atem stocken lassen könnte. Dazu kommen John Turturro und James Gandolfini, die leider total verheizt werden. Es bleibt bei der Auseinandersetzung Washington vs. Travolta, die keiner so richtig für sich entscheiden mag.

Fazit: The Taking of Pelham 123 ist ein solide produzierter Actionfilm, der sich ein bisschen lang mit Dialogszenen aufhält und demzufolge Mühe mit der durchgehenden Spannung hat. Allerdings sind die beiden Hauptdarsteller alleine schon die halbe Miete, auch wenn sie kaum gemeinsam im Bild sind.

Die vorliegende Blu-ray-Edition des Filmes bietet hervorragenden Sound und ein tolles Bild. Genau das, was man von diesem Medium auch erwartet und entsprechend geniessen kann. Die Bonusfeatures sind hingegen die üblichen Verdächtigen, die man regelmässig anklicken kann: ein durchschnittliches Making-of, ein Versuch, die Figuren zu charakterisieren und zwei Audiokommentare, von denen derjenige von Tony Scott der interessantere ist. Einen kurzen Einblick ins Marketing und ein Bericht über das grosse U-Bahn-Netz von New York schliessen das Bonusmaterial, das sich durchaus sehen lassen kann, aber in Sachen Information keine Bäume ausreisst.

/ muri

Kommentare Total: 10

daw

Guter und teilweise spannender Film mit toller Musik. Die beiden Schauspieler haben aber sicher mehr drauf. Nun ja, schlecht ist der Film bei weitem nicht, aber trotzdem hätte man ein bisschen mehr erwarten dürfen. 4 Punkte.

pb

Bah, das ist genau die Sorte Remake, die ich hasse. Wenn Filmemacher fast perfekte Filme verschlimmbessern und dann so ein traniges Vehikel rauskommt. Travolta sucks! was ist bloss mit Denzel Washintgon los? Die Interaktion zwischen Ryder und Garber ist schlicht grauenhaft. Dann diese fürchterliche Musik und die so arg gewolte "Handkameraästhetik". Die gewitzten Dialoge aus dem Original gehen hier völlig flöten.
Miserabel!

muri

Filmkritik: Rededuell im U-Bahnschacht

Kommentar schreibenAlle Kommentare anzeigen