Saw VI (2009)

Saw VI (2009)

Oder: *DingDingDing* nächste Runde!

Aussichtslos?

Aussichtslos?

Zwei Personen erwachen in Kammern, die von Gitter umgeben sind. Um den Kopf haben sie eine Apparatur, welche Bolzen in Richtung Hirn presst und das auch tun wird, sollten die beiden Gefangenen nicht eigenes Fleisch auf eine Waage legen und somit ihren Tod verhindern. Während der Mann nun anfängt, sich Fett aus dem Bauch zu schneiden, krallt sich die Dame ein grosses Messer und zielt in Panik auf ihren Arm.... Die Uhr tickt, nur einer der beiden kann überleben. Willkommen in Saw 6!

Mark Hoffman (Costas Mandylor) hat also auch sein letztes Spiel als Nachfolger von Jigsaw (Tobin Bell) erfolgreich hinter sich gebracht. Ausserdem konnte er am Tatort die Fingerabdrücke seines Verfolgers anbringen, der jetzt ebenfalls zerdrückt irgendwo in der Ecke liegt. Das ist insofern natürlich super für den Bösewicht, weil die Ermittlungen jetzt davon ausgehen, dass Peter Strahm der Übeltäter ist und Hoffman somit weitere Spiele planen kann.

Der Clown ohne Schminke

Der Clown ohne Schminke

Er tut sich mit Jigsaws Witwe (Betsy Russell) zusammen, die ihm fünf Umschläge übergibt, welche sie in einer Box von ihrem verstorbenen Gatten erhalten hat. Das bedeutet für den Versicherungsdirektor William (Peter Outerbridge) nichts Gutes. Er, der damals John Kramer (aka. "Jigsaw") nicht aufnehmen wollte, muss nun um sein Leben kämpfen. In einem alten Zoo werden ihm vier Fallen gestellt, in denen er entscheiden muss, wer lebt und wer stirbt. Bevor er schlussendlich selber auf die Gnade seiner Opfer hoffen muss.

Hoffmann indessen sieht sich immer mehr in die Enge getrieben, als das FBI anscheinend seine Stimme von einem Jigsaw-Tonband herausfiltern kann. Auch muss der Mann sich selber seinem toten Meister stellen, denn die grösste Prüfung, der Test, den er nach eigener Aussage nicht nötig hat, steht ihm noch bevor.


Film-Rating

Es ist wieder soweit. Die Nächte werden länger, die Temperaturen kühler, und ein weiterer Teil der Saw-Reihe kommt ins Kino. Nachdem die letzten Episoden vor allem in Amerika immer gewinnbringend und erfolgreich waren, krankte mit Saw 6 zum ersten Mal ein Teil daran, dass die Erwartungen nicht ganz erfüllt werden konnten. Zwar machen die Produzenten noch immer fetten Gewinn (die Filme sind relativ kostengünstig), aber so richtig auf Touren kam dieser neueste Film nicht.

Dabei konzentriert man sich bei Saw 6 wieder vermehrt auf die Folterspiele, die Opfer und deren Entscheidunen und weniger auf die Hintergründe, wie das noch bei Saw 5 der Fall war. Dummerweise verwickelt sich die Geschichte aber dennoch mit früheren Episoden, so dass man ohne Hintergrundwissen zeitweise keine Ahnung hat, von was die Figuren überhaupt plaudern. Es lohnt sich darum, all die Filme dieser Reihe gesehen zu haben, um den grossen Zusammenhang zu verstehen.

Costas Mandylor hat inzwischen die Hauptrolle übernommen, während Tobin Bell nur noch als kranker alter Mann durch die Szenen geschoben wird. Die Ablösung der Bösewichte ist passiert, und Mandylor macht das gar nicht mal so übel. Mit sturem Blick und ohne eine Miene zu verziehen, plant er die Folterungen und wohnt ihnen bei. Kaltherzig, aber deshalb schön bös. Auch sein Doppelspiel mit dem FBI lohnt sich und bietet noch einiges an Potenzial für (sicher folgende) Fortsetzungen.

Die Überlebensspiele scheinen diesmal einen weniger blutigen, dafür umso ekligeren Eindruck zu machen. Wenn Säure von innen einen Menschen auffrisst, ein Arm abgehackt oder ein Raucher zwecks kaputter Lunge zerquetscht wird, dann legt man als Zuschauer schon mal die Stirn in Falten und macht sich Gedanken über Sinn und Unsinn solcher Szenen. Aber hey, wir sind ja da nicht bei der Märchenstunde, sondern bei Saw 6, und wenns knackt, schreit und kreischt, dann macht sogar dieser Film einigermassen Spass.

Fazit: Saw 6 geht einerseits zurück zu seinen Wurzeln, versucht aber andererseits auch, den grossen Storybogen fortzuführen. Ersteres wird solide runtergeleiert, Zweiteres braucht Vorkenntnisse vom Zuschauer. Und auch wenn der Film in den USA nicht die gewünschte Kohle eingespielt hat, die Serie hat sich inzwischen auf einem passablen Niveau eingependelt. Man kriegt, was man erwartet. Und das ist doch auch nicht schlecht, oder?


OutNow.CH:

Bewertung: 3.0

 

15.11.2009 / muri

Community:

Bewertung: 3.6 (36 Bewertungen)

 

 

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