Ne te retourne pas (2009)

Ne te retourne pas (2009)

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  3. 111 Minuten

Filmkritik: Frankreich - Italien 1:1

"Huii, das ist aber eine ganz unanständige Seite!"
"Huii, das ist aber eine ganz unanständige Seite!"

Die erfolgreiche Journalistin Jeanne (Sophie Marceau) leidet wegen eines schweren Unfalls in ihrer Kindheit an Teilamnesie und kennt die frühen Jahre ihres Lebens nur aus den Erzählungen ihrer Mutter (Brigitte Catillon). Gerne möchte sie eine Autobiographie schreiben, doch ihr Verleger ist vom ersten Entwurf alles andere als begeistert. Ihr Mann Teo (Andrea di Stefano), mit dem sie zwei Kinder hat, ermuntert sie, dennoch weiterzumachen.

Doch irgendetwas scheint in ihrem Heim vorzugehen. Kleine Details in der Wohnung sind plötzlich anders als zuvor. Ein Tisch, der offenbar umgestellt wurde. Oder der Honig, der nicht mehr am selben Ort steht. Doch niemand ausser ihr scheint dies zu merken. Es sei alles so wie immer, versichern ihr die anderen. Es kommt noch schlimmer: Die Veränderungen erfassen auch die Menschen in ihrem Umfeld. Ihr Mann, ihre Kinder, ihre Mutter sehen plötzlich anders auch, und sogar sie selbst scheint zu einer völlig anderen Frau (Monica Bellucci) geworden zu sein.

Was ist nur mit ihr los? Einen Schlüssel zur Lösung des Rätsels findet sie in einem alten Familienfoto, das während eines Urlaubs aufgenommen wurde. So reist Jeanne nach Italien an den Ort, wo das Foto aufgenommen wurde, um dort herauszufinden, wer sie wirklich ist.

Mit Monica Bellucci und Sophie Marceau stehen in Ne te retourne pas zwei Schauspielerinnen vor der Kamera, die einiges gemeinsam haben: Beide sind mittlerweile in den Vierzigern. Beide waren das Sexsymbol schlechthin in ihrem Heimatland und sind es immer noch. Und beide haben eine internationale Karriere gemacht und sind in Zwischenzeit weit über die Landesgrenze hinaus bekannt und verehrt.

So scheint es durchaus folgerichtig, dass sich in Ne te retourne pas die Marceau gewissermassen in die Bellucci verwandelt und die beiden Schönen zu einer Person verschmelzen. In einer - etwas abstrusen - Szene während des Verwandlungsprozesses sind deren beiden Gesichter sogar in einem vereint, eine Hälfte Marceau, die andere Bellucci. Und es sei an dieser Stelle verraten: Schön plus schön ergibt nicht zwingend noch schöner. Im Gegenteil, das mithilfe von Bruder Computertechnik erschaffene Zwitterwesen sieht ziemlich bizarr aus.

Das klingt jetzt alles ziemlich abgefahren. Wen wundert's, denkt man sich. Marina De Van, die hier ihr Langspielfilm-Regiedebut gibt, kennt man schliesslich noch aus François Ozons Sitcom, wo sie sich mit gläsernem Blick, Dolch in der Hand und gelähmten Unterleib durch die Wohnung schleppte. So weit, so irre also? Nein. Denn eigentlich ist alles halb so schlimm. Primär ist De Vans Film einfach ein klassischer, gut inszenierter, verzwickter Psychothriller, der solide Spannung aufbaut und am Ende mit einem leicht konstruierten, aber dennoch befriedigenden Twist aufwartet. Lediglich die allerletzte Szene des Filmes hätte man sich sparen können.

Wenn also Marceau zu Bellucci wird, weil Marceau nicht gemerkt hat, dass sie eigentlich Bellucci ist und dann plötzlich sieht, dass sie ja Bellucci und nicht Marceau ist, weswegen Bellucci schliesslich zu Marceau findet und Marceau zu Bellucci, sollten eigentlich alle Fragen geklärt sein. Oder etwa nicht? In diesem Fall sollte man sich den Film einfach mal anschauen. Es lohnt sich nur schon der schönen Frauen wegen.

/ ebe

Kommentare Total: 3

woc

DVD-Review: Du bist du und ich bin ich

eowyn_ch

Der letzte Abschnitt finde ich toll, ziemlich verwirrend 😉! Aber genau so ist es mir ergangen als ich mir den Film angeschaut habe! Am Ende war ich mir überhaupt nicht mehr sehr ob jetzt Bellucci Marceau ist oder umgekehrt....
Und ich muss meinem "Vorschreiber" recht geben, die Szenen in denen sich Marceau langsam in Bellucci verwandelt und ja auch einige Zeit als "beides" existiert, sind schon etwas bizarr. Ich glaube ich muss mir den Film nochmals anschauen, vielleicht wird es ja beim zweiten Mal besser 😉!

ebe

Filmkritik: Frankreich - Italien 1:1

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