Millenium: Part 1 - Män som hatar kvinnor (2009)

Millenium: Part 1 - Män som hatar kvinnor (2009)

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  3. 152 Minuten

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Schon wieder den Schlüssel vergessen?!
Schon wieder den Schlüssel vergessen?! © Studio / Produzent

Der Wirtschaftsjournalist Michael Blomkvist (Michael Nyqvist) wurde wegen Verleumdung zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und sieht sich seiner Glaubwürdigkeit als Journalist beraubt. Da erhält er von Henrik Vanger (Sven-Bertil Taube), dem ehemaligen CEO des Vanger-Familienkonzerns, den Auftrag, den mutmasslichen Mord an Henriks Nichte Harriet (Julia Sporre) zu klären, die 1966, gerade mal 16-jährig, spurlos verschwand. Henrik vermutet, dass ein Mitglied des machtgierigen Vanger-Clans Harriet umgebracht hat.

Wo schaltet man das Ding an?
Wo schaltet man das Ding an? © Studio / Produzent

Blomkvist ermittelt aber nicht ganz allein. Seine Recherchen werden insgeheim von Lisbeth Salander (Noomi Rapace) verfolgt, einer jungen, sehr rabiaten Frau mit geheimnisvoller Vergangenheit, die sich in seinen Computer eingehackt hat. Als es ihr im Gegensatz zu Blomkvist und der örtlichen Polizei gelingt, die geheimnisvollen Kombinationen aus Namen und Nummern in Harriets Tagebuch zu entziffern, kontaktiert sie Blomkvist. Das ungewöhnliche Duo kommt Verbrechen auf die Spur, die von weit grösserer Tragweite sind, als sie es sich vorgestellt haben, und bald werden sie von Jägern zu Gejagten.

Wer an schwedische Krimis denkt, dem kommen als erstes die Geschichten um den Kommissar Wallander von Henning Mankell in den Sinn. Doch 2009 kam die Buchverfilmung des ersten Teils der Millenium-Trilogie Män som hatar kvinnor in die Kinos. Der Film wurde in Schweden ein Riesenerfolg und schaffte es sogar in unsere Lichtspielhäuser. Die Frage, ob dieser Erfolg filmtechnisch gerechtfertigt ist, lässt sich folgendermassen beantworten: Der Film ist keinesfalls schlecht, er hat aber seine Schwächen.

Zu Beginn werden unsere beiden Protagonisten vorgestellt. Vor allem bei der Vorstellung von Lisbeth nimmt man sich sehr viel Zeit. Eine geschlagene Stunde dauert es bis zum ersten gemeinsamen Kontakt zwischen den "Helden". Was danach folgt, ist spannende Detektivarbeit mit dem einen oder anderen unerwarteten Twist. Man muss schon hellwach sein, um die Figuren auseinanderzuhalten und die Zusammenhänge zu verstehen. Diejenigen, welche das Buch nicht kennen, werden wohl ein paar Mal an ihre Grenzen stossen. Aber es ist ein Zug in der Story, und die Zeit vergeht wie im Flug. Dann, wenn das Rätsel gelöst ist, verlangsamt man wieder das Tempo, und es scheint so, als hätte man nicht gewusst, wie man aufhören sollte. Szene wird an Szene gehängt, und aufgehört wird dann mit einem Ende wie aus einem Film von Steven Spielberg.

Was man dieser Verfilmung zu Gute halten muss, ist sein Umgang mit Sex und Gewalt. Während andere schon lange mit der Kamera abgedreht hätten, zeigt Regisseur Niels Arden Oplev die Geschehnisse in teils sehr schlimmen Bildern. Man ist nach gewissen Szenen wirklich etwas geschockt und denkt noch Minuten danach daran. Dieser erste Teil ist also nichts für Zartbesaitete. Mit der düsteren Stimmung ahmt er grosse Vorbilder nach, doch trotzdem wirkt der Film nicht wie eine Kopie, sondern ist was Eigenes. Die Atmosphäre, gepaart mit den harten Bildern, erzeugt beklemmende Spannung.

Bei den Schauspielern brilliert Noomi Rapace als Lisbeth. Die Schwedin dominiert jede ihrer Szenen. Ihr Partner Michael Nyqvist liefert auch solide Arbeit ab, jedoch ist sein Spiel wegen der Rolle etwas zurückhaltender. Von den vielen Nebenfiguren fällt niemand ab.

Fazit: Millenium: Part 1 - Män som hatar kvinnor bietet einen spannenden Einstieg in die Trilogie. Seine Stärken hat der Film ganz klar im Mittelteil, aber am Anfang und am Schluss hängt er recht durch. Krimifans, welche am Sonntagabend immer den Tatort gucken, kann man den Film nur ans Herz legen - vor den Gewaltakten sei allerdings gewarnt.

Die DVD bietet ein starkes Bild, welches in den Nachtszenen eine gute Schärfe hinbringt. Der Ton ist etwas frontlastig, zeigt aber in den wenigen Actionszenen einige starke Effekte. Als Bonus wurde ein Interview mit den beiden Hauptdarstellern draufgepackt. Mehr nicht.

Chris Schelb [crs]

Chris arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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Kommentare Total: 13

WideScreen03608

Habe die Extended Version (Directors Cut) in der 180min Fassung gesehen und trotz dieser Länge musste unglaublich viel weggelassen werden. Das Buch ist halt komplex und schweift oftmals auch weit ab. Der rote Faden ist im Grossen und Ganzen aber klar zu erkennen, obwohl einige markante Änderungen gegenüber dem Buch vorgenommen wurden.

Wenn man das Buch gelesen hat, ist man sicher etwas enttäuscht. Ich bin sehr gespannt auf die Version von David Fincher, mit dem doofen Titel "The Girl with the dragon tattoo".

crs

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crs

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