In the Loop (2009)

In the Loop (2009)

  1. 106 Minuten

DVD-Review: Easy Peasy Lemon Squeazy

Noch einmal, Bürschtli...
Noch einmal, Bürschtli... © Studio / Produzent

Der englische "Minister for International Development", Simon Foster (Tom Hollander), gibt BBC ein Interview und bezeichnet einen Krieg im nahen Osten als nicht zu verhindern. Mit diesem einen Wort setzt er nun Prozesse in Bewegung, die nicht nur die eigene Regierung an den Rand eines Skandals bringen, sondern auch die Kollegen in Amerika aufrüttelt. Denn wenn Amerika in den Krieg ziehen will, dann wird das mit ihm verbündete England das Gleiche tun.

You talkin' to me?
You talkin' to me? © Studio / Produzent

Foster reist mit seinem Assistenten Toby (Chris Addison) und dem leicht zu verärgernden Kommunkationschef Tucker (Peter Capaldi) nach Washington, um dort an Sitzungen teilzunehmen und den Einfluss Englands geltend zu machen. Nur hat in Amerika niemand auf die Briten gewartet, und weder der Abgeordnete Barwick (David Rasche) noch General Miller (James Gandolfini) lassen sich durch den Besuch aus der Ruhe bringen. Erst als Toby mit der US-Assistentin Liza (Anna Chlumsky) in die Kiste steigt und ein internes Papier in den öffentlichen Umlauf gerät, ist das Chaos nicht mehr aufzuhalten.

The Thick of it heisst eine TV-Serie aus England, die die Interna der britischen Regierung aufs Korn nimmt und die nicht selten als beste englische Comedyserie bezeichnet wurde. Nun hat sich, quasi als Film-Fortsetzung, der Cast dieser Serie zusammengetan und einen Spielfilm auf die Beine gestellt, die für alle Freunde des englischen Humors ein Genuss ist. In the Loop ist vollgepackt mit schwarzem Humor, englischen Fluchwörtern und abstrusen Szenen, wie sie wohl wirklich nur in der Politik an der Tagesordnung stehen können.

Im Mittelpunkt steht ein englisches Trio, das in Washington sein Land vertreten soll. Tom Hollander (jagte 2007 in The Pirates of the Caribbean: At World's End als Lord Cutler Becket Johnny Depp), Peter Capaldi (spielte in The Thick of it schon die gleiche Rolle wie im Film) und Chis Addison zeigen dabei herrlichsten Humor und beweisen, dass Engländer halt einfach lustig sind. Auch wenn sie's gar nicht absichtlich machen, zu grinsen gibts bei denen immer was.

Die US-Fraktion besteht aus Sledge Hammer David Rasche, The Sopranos-Oberhaupt James Gandolfini und Anna Chlumsky, die 1991 in My Girl Macaulay Culkin einen der herzigsten Filmküsse der Geschichte gegeben hat. Sie zeigen, dass auch Amerikaner mit den Briten mithalten können. Die diversen Wortgefechte triefen vor Zynismus und sind auch mal bitterbös.

Fazit: In the Loop erzählt nicht nur eine bitterböse Geschichte, sondern lässt die Darsteller irrwitzig agieren. Wortspass, Gefluche (vor allem bei Peter Capaldi rappelt's deftig) und herrliche Sequenzen sind die Folge. Wer ein bisschen Interesse an Politik hat und sich vor dialogstarkem Sarkasmus nicht fürchtet, darf hier ohne weiteres einen Blick riskieren. Ob es nun die beste britische Komödie seit Jahren (so steht's auf der DVD-Hülle) ist, ist Geschmacksache. Zu lachen gibts jedenfalls einiges.

Die DVD bietet im Bonusmaterial ein paar zusätzliche (Fluch-) Szenen und einen unkommentierten Blick hinter die Kulissen. Die Trailers zum Film und ähnlichen Produktionen dürfen natürlich auch nicht fehlen. Technisch macht In the Loop einen soliden Eindruck. Bild und Ton sind gut abgemischt und wissen zu gefallen. Wer bei diesem Film jedoch die deutsche Synchro einstellt, ist wohl selber schuld...

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 2

Markus

Als General Miller aus einem Kleinkind-Computer/Rechner die nötige Truppenstärke für einen Krieg ausrechnet, habe ich mich fast nicht mehr eingekriegt. Hammer!

Die Mischung aus West Wing und The Office ist sehr schwer zu ertragen. Die Charaktere wirken so echt, dass man sie dauernd nur schlagen will und man zweifelt keine Sekunde daran, dass es auch wirklich so abläuft.

Malcolm, the Pit Bull vom PM ist einfach eine Riesensau und macht jeden zur Schnecke, der nicht GENAU das macht, was er will.

Da der Fremdschämfaktor allerdings extrem hoch ist, kann ich keine volle Punktzahl geben. Solches Zeug ist nichts für mich (weshalb ich auch The Office nicht wirklich ertrage).

muri

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