Hilde (2009)

Hilde (2009)

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  2. 137 Minuten

DVD-Review: Rote Rosen und die Geschichte dahinter

Gelbe Nelken statt Rote Rosen
Gelbe Nelken statt Rote Rosen © Studio / Produzent

23 Jahre im bewegten Leben von Hildegard Knef. 1966, kurz vor ihrem legendären Konzert in der Berliner Philharmonie, erinnert sich die Knef (Heike Makatsch) an ihre Karriereanfänge zurück. 1943 wird zum ersten Mal jemand auf ihr grosses Talent aufmerksam, aber leider der Falsche. Ewald von Demandowsky (Anian Zoller) ist der Filmchef der Nazis und will das zutrauliche Berliner Mädchen gross rausbringen. Die beiden starten eine Affäre, bis die Kriegswirren Deutschland einholen. Viele Jahre später wird Hildegard Knef noch diese schicksalhafte Verbandelung vorgehalten.

Knef knutscht
Knef knutscht © Studio / Produzent

Als der Krieg vorbei ist, gelangt sie vorerst an den richtigen Mann: Erich Pommer (Hanns Zischler) wird zum Mentor der Frau mit der tiefen, rauchigen Stimme. Nach dem Durchbruch mit "Die Mörder sind unter uns" geht sie zusammen mit ihrem Ehemann Kurt (Trystan Wyn Puetter) nach Hollywood. An einen Knebelvertrag gebunden, wird Hollywood für Hildegard Knef zu einem Desaster, welches auch ihre Ehe in die Brüche gehen lässt.

Zurück in Deutschland, startet Knef ein Comeback. Sie erhält die Hauptrolle in "Die Sünderin". Bei den Dreharbeiten willigt sie für eine Nacktszene ein, die ihr fast die Karriere kostet. Konsterniert von den Hassbekundungen vieler Kinogänger fällt sie in eine grosse persönliche Krise. Es ist nur eine der vielen Tiefen, die sie überwinden wird ...

Hildegard Knef war einer der grössten Stars, die je aus Deutschland kamen. Durch schwere Zeiten hindurch hat sie sich zu einer wirklichen Diva entwickelt, der das Land zu Füssen lag. Auch wenn es zwischenzeitlich mehr Skandale als gute Schlagzeilen gab, hinterliess die Knef doch ein grosses Loch in der deutschen Unterhaltungsbranche, als sie 2002 in Berlin mit 76 Jahren an einer Lungenentzündung starb.

Mit Heike Makatsch in der Hauptrolle wurde nun ihr Leben (oder Abschnitte davon) verfilmt und unter dem simplen Titel Hilde in die Kinos gebracht. Und Makatsch beweist eindrücklich, dass sie sich vom zappelnden Viva-Girlie zu einer der besten Schauspielerinnen Deutschlands gemausert hat. Sie trägt den Film allein auf ihren Schultern, personifiziert die Knef überzeugend und singt herrlich. Das vor allem in den letzten Szenen des Films.

In über zwei Stunden wird in Hilde nun erzählt, wie eine junge Frau den Krieg überlebte, per Zufall zum Singen kam und dann eine Karriere startete. Die Umsetzung bleibt aber recht oberflächlich und geht auch nicht gross auf die Skandälchen der Dame ein. Man wird das Gefühl nicht los, dass da mehr dringelegen hätte, das aber wohl aus Gründen der Filmdauer weggelassen wurde.

Fazit: Hilde ist ein Meisterstück von Heike Makatsch, die überzeugt und imponiert. Leider kann auch sie nicht verhindern, dass viele Einstellungen langwierig, Abschnitte mühsam sind und beizeiten kein richtiger Schwung dieses Biopic so richtig zum Laufen bringt.

Einige Eindrücke der Dreharbeiten kommen im Feature über die Entstehung des Films an die Oberfläche. Heike Makatsch und Kollegen schwärmen von Hildegard Knef und lassen keinen Zweifel aufkommen, dass hier ein richtig guter und interessanter Film produziert wurde. Der Kinotrailer schliesst dann die Extras auch schon wieder ab. Ein bisschen mehr Hintergrund und einige Archivaufnahmen wären nett gewesen.

Technisch ist Hilde gut gelungen. Vor allem in Sachen Sound macht der Film einen sehr guten, weil klaren Eindruck, und die Stimme Makatschs kommt klar und sauber abgemischt rüber. Das Bild weist keine grossen Makel auf, ist aber in einigen Szenen ein wenig gar dunkel geraten.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Trailer Deutsch, 02:30