Gangs (2009)

Gangs (2009)

  1. 90 Minuten

Filmkritik: "Isch hau' dir gleich eins in die Fresse, ey!"

Krasse Karre
Krasse Karre © Walt Disney Studios Motion Pictures

Im Revier der Gang "Rox" - inmitten der deutschen Hauptstadt - herrschen die Gesetze der Strasse. Es ist der Kampf um Ehre und Stolz, den die Freunde Tag für Tag ausüben. Mitten drin ist Flo (Jimi Blue Ochsenknecht), dessen älterer Bruder Chris (Wilson Gonzalez Ochsenknecht) gerade eine Gefängnisstrafe abgesessen hat und wieder auf freiem Fuss ist. Sofort wird auf die harte Tour abgefeiert. Die Gang ist wieder komplett. Flo tritt indes schicksalshaft auf Sofie (Emilia Schüle). Sie ist aus reichem Hause und lebt den totalen Gegensatz von Flo. Trotzdem sind beide sofort voneinander fasziniert.

"Hast du gepupst?"
"Hast du gepupst?" © Walt Disney Studios Motion Pictures

Ab sofort ist sich Flo nicht mehr so sicher, ob das Gangleben für ihn weiterhin einen Sinn ergibt. Chris will nicht, dass sein jüngerer Bruder ein "Weichei" wird. Als der brutale Rico auftaucht, mit dem Chris eine Rechnung offen hat, muss Flo sich entscheiden, ob er zu seinem Bruder halten und ihm helfen will, oder ob er seinem Herzen folgen und sich der frischen Liebe mit Sofie hingeben soll...

Ja, Gangs ist zwar ein neuer Name und macht auf den ersten Blick einen auf Grossstadt-Kampf mit knallharten "Möchtegern James Dean-Klonen", aber hinter der Marketingfassade versteckt sich (leider) nichts Neues. Wer alle fünf Teile der Wilden Kerle gesehen hat, oder wer sich zu den Fans der Wilden Hühner zählt, wird hier nicht unbedingt überrascht - und selbst wer überhaupt keine Überraschungen erwartet, wird nach den 90 Minuten knapp befriedigt aus dem Kinosessel aufstehen.

Die Ochsenknecht-Brüder haben ihr Talent bereits in mehreren Jugendfilmen versucht und anscheinend scheint diese Masche den Produzenten zu gefallen. Wohl genau aus diesem Grund zeigen sich Wilson Gonzalez und Jimi Blue bei Gangs nicht anders sondern perfekt zielgruppengerecht. Das Publikum von 6 bis 16 Jahren dürfte den Streifen dann auch "echt geil" finden. Schliesslich ist alles vorhanden: Es gibt Jugendbanden (mal ein bisschen rebellisch sein, gell?), dann gibt es die erste Liebe, Geschwister-Konflikte, die obligate Faust aufs Auge, und, und, und. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden, falls diese Art von Filmen doch noch für einige neu sein sollte. Das erwachsene Publikum kann hier und da schmunzeln, weil man sich an seine Jugendzeit erinnern könnte, but that's it. Bereits in den ersten 10 Minuten lässt sich die ganze Geschichte vorausahnen.

Nebst den fitzigen Bildern, ein paar frechen Sprüchen und der 0815-Story sorgt deutsch-amerikanischer Punksound für die nötige Untermalung. Wenn schon prügeln, dann wenigstens zu The Donots oder Good Charlotte.

Fazit: Gangs ist für ein junges Publikum, für Jungs und Mädels, die Jimi Blue singen gehört haben oder diejenigen, die wirklich eine Parallele zwischen einem jungen Leonardo DiCaprio und Wilson Gonzalez Ochsenknecht sehen. Für den Rest bietet sich ein vorhersehbarer Film über Jugend, Liebe, Rebellion und ein bisschen Spass. All die Elemente wandern derart an der Oberflächlichkeit, dass man sich wenigstens am eigenen Popcorn oder am Glacé erfreuen kann.

Christian Wolf [woc]

Christian arbeitet seit 2009 als Freelancer bei OutNow. Er mag ultradüstere Filmperlen und süffige Survival Horror Games. Animationsfilme sind ihm ein Gräuel. Christian vertritt als Einziger den smoothen Berner Dialekt im Team.

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Trailer Deutsch, 01:52