La doppia ora (2009)

La doppia ora (2009)

Oder: Speedflirting kann tödlich sein

Man in Black

Man in Black

Sonia (Ksenia Rappoport) kommt aus Ljubljana und arbeitet als Zimmermädchen in einem Hotel. Bei einem Speedflirting-Event lernt sie den Ex-Polizisten Guido (Filippo Timi) kennen, der nun als Wachmann für eine Sicherheitsfirma arbeitet. Die beiden sind sich sofort sympathisch und werden ein Liebespaar. Doch das Glück ist von kurzer Dauer: Als Sonia Guido während seiner Arbeitsschicht in einer Villa besucht, dringen maskierte Räuber ein, fesseln die beiden und räumen das Gebäude leer. Als einer der Räuber Anstalten macht, Sonia zu vergewaltigen, versucht Guido, diesen daran zu hindern. Im darauf folgenden Handgemenge fällt ein Schuss - Guido ist sofort tot, Sonia wird verletzt.

"Du könntest dich auch wiedermal rasieren..."

"Du könntest dich auch wiedermal rasieren..."

In den folgenden Tagen, als Sonia den schmerzhaften Verlust zu verarbeiten versucht, geschehen seltsame Dinge. So glaubt sie immer wieder, den verstorbenen Guido zu erblicken. Ausserdem findet sie ein Foto von ihnen beiden in Buenos Aires - nur, dass sie nie mit ihm in Buenos Aires war. Das Ganze wird immer mysteriöser, und Sonia beginnt langsam, aber sicher an sich selbst zu zweifeln: Ist Guido wirklich tot?


Film-Rating

La doppia ora mischt das Genre des Mystery-Thrillers nach Vorbild von M. Night Shyamalan mit dem Genre des Liebesmelodrams. Was den Mystery-Aspekt betrifft, soll an dieser Stelle nicht zu viel verraten werden, da diese Filmgattung naturgemäss von überraschenden Wendungen lebt. Nur so viel: Allzu überraschend sind diese Wendungen hier nicht, zu viel Ähnliches hat man in vergleichbaren Filmen in den letzten Jahren schon gesehen. Aber immerhin wird die Spannung solide aufgebaut und flacht auch dann nicht ab, wenn sich abzuzeichnen beginnt, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt.

Das ist nicht zuletzt den beiden Hauptdarstellern zu verdanken. Ksenia Rappoport und Filippo Timi harmonisieren gut und spielen ihre Parts überzeugend, auch wenn man Rappoport die Rolle der Femme fatale nicht so richtig abnehmen mag. Sei es nur schon deswegen, weil die Russin mit dem sympathischen Mädchen-von-Nebenan-Gesicht einfach zu wenig verschlagen aussieht. Aber vielleicht ist ja gerade das die wahre Femme fatale...

Ansonsten bietet der Film mal wieder einen Einblick in das interessante Phänomen des Speedflirting - nachdem man schon gesehen hat, wie das in Deutschland und Frankreich vor sich geht, ist nun also Italien an der Reihe. Und geht man davon aus, dass der Film tatsächlich die Realität abbildet, scheint es so, dass dort der Schlüssel zum Erfolg im Speedflirting hauptsächlich darin liegt, die allwissende Gastgeberin zu kennen. Denn wenn diese einen mag, rückt sie auch gerne mal die eine oder andere Telefonnummer raus. Eine Hand wäscht die andere, sozusagen - ein Zufall, dass das gerade in einem italienischen Film postuliert wird?

Regisseur Giuseppe Capotondi ist ein ehemaliger Fotograf und hat sich seine filmischen Meriten unter anderem als Regisseur für Musikvideos von Natalie Imbruglia, Spice Girls, Skunk Anansie und Keane sowie für diverse Werbespots abverdient. In sein Regiedebut La doppia ora hat er allerdings diese Einflüsse der Popkultur nur am Rande einfliessen lassen, sein Film ist ein verhältnismässig altmodisches Krimi-Melodram, durchaus ansprechend und leidlich spannend. Für den ganz grossen Wurf fehlt allerdings der letzte Zacken an Originalität.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.0

 

11.09.2009 / ebe

Community:

Bewertung: 4.2 (3 Bewertungen)

 

 

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