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Champions (2009)

Champions (2009)

Oder: Tschäggsch dä Pögg?

Noch geht die Post nicht ab.

Noch geht die Post nicht ab.

Gigi Poltera (Marco Rima) hat die besten Zeiten hinter sich - genauso wie "sein" EHC Arosa. Während dem Hockey-Club die Pleite und der Zwangsabstieg droht, tingelt der Bald-Fünfziger als Pöstler durchs Tal. Dabei gehörte er vor zwanzig Jahren zu den Stars im Schanfigg - als Teil der Meistermannschschaft des lokalen Schlittschuh-Clubs. Die Cracks von einst sollen nun die Lücken in Spielerbestand füllen. Gigis Freund Sturzi (Andrea Zogg) fasst den Entschluss zum Comeback und überredet dicker gewordene Ex-Weggefährten wie den Dorfpfarrer (Hans-Peter Ulli) zum Mitmachen. Auch Gigi kramt seine Schleifschuhe hervor, in der Hoffnung, Ex-Frau Jenny (Stephanie Japp) wieder für sich zu gewinnen und um Eindruck beim Sohn (Marc Arnold) zu machen, der als Goalie-Talent gilt.


DVD-Rating

Knapp 50'000 Menschen haben Anfang 2010 die Schweizer Kinokomödie Champions bei uns geguckt und den Film mit Marco Rima und Andrea Zogg zu einem erfolgreichen Vertreter seiner Art gemacht. Dass hinter dem Projekt über alternde Eishockeyspieler aus Arosa ein hässlicher Autorenstreit steht, man sich über die Schnitte nicht einig war und die Produktion keineswegs friedlich vonstatten ging, schien die Zuschauer nicht zu stören.

Dabei haperts bei Champions an allen Ecken und Enden. Zwar ist und bleibt Marco Rima ein sympathischer Hagel (auch wenn sein Bündnerdialekt aufgesetzt klingt), und mit Andrea Zogg (gerade als Älpler in Sennentuntschi am Glänzen) wurde ein toller Schauspieler verpflichtet. Doch der Film funktioniert dummerweise auf keiner seiner erhofften Ebenen. Als Komödie ist er zu wenig lustig und als Sportlerdrama geht er nicht durch, weil der benötigte Ernst an der Sache fehlt. So entpuppt sich Champions als Mittelding, das nirgendwo so richtig daheim ist und leider nur als Schaulaufen bekannter Namen und Gesichter daherkommt.

Schauspielerisch wird nichts Aussergewöhnliches geboten. Zwar geben Rima und Zogg ein gutes Leading-Duo ab, aber der Rest des Casts kann in seinen Rollen nicht wirklich aufgehen. Schade ist es vor allem um Jörg Schneider, der viel mehr drauf hat, als er hier zeigen darf. Die Rolle von Siegmund Tischendorf ist zudem ein einziges Ärgernis, denn die Transvestitenwitze haben eigentlich in einem modernen Film nichts mehr zu suchen.

Fazit: Champions ist eine Reise in die Vergangenheit, in der sich Fans des EHC Arosa noch am ehesten wohl fühlen. Bekannte Hockeynamen von damals werden erwähnt und dürfen nochmals auf dem Eis rumfräsen. Das ist zwar nett, reicht aber bei weitem nicht, um aus diesem zu glatten und schliesslich auch recht langweiligen Film etwas zu machen, das man sich gerne wiederholt anschaut. Hier pfeift der Schiedsrichter spätestens nach der ersten Drittelspause endgültig ab.

Die DVD hat ein paar nette Bonusfeatures auf Lager. In den Interviews erklären sich Schauspieler und Macher, geben Infos zu Rollen und Machart und lassen jegliche Kritik aussen vor. Die "Funny Outtakes" (sollten die nicht immer lustig sein?) sind okay, setzen sich aber halt aus Versprechern und Wiederholungen der einzelnen Szenen zusammen. Ein paar Trailer runden das Angebot schlussendlich ab.

Technisch hingegen ist Champions durchaus gelungen. Das schöne Alpenpanorama wird in toller Qualität präsentiert, das Bild ist gelungen und sauber transferiert. Auch der Ton kann sich hören lassen und bringt den Bündner Dialekt gut zur Geltung. Das passt.


OutNow.CH:

Bewertung: 2.5

 

31.10.2010 / muri

Community:

Bewertung: 2.9 (25 Bewertungen)

 

 

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