The X Files: I Want to Believe (2008)

Akte X - Jenseits der Wahrheit

The X Files: I Want to Believe (2008) Akte X - Jenseits der Wahrheit

Oder: Wenn Helden in Rente gehen

"Ich hasse Schnee!"

"Ich hasse Schnee!"

Kurz nachdem eine FBI-Agentin aus ihrem Haus entführt wurde, meldet sich Father Joseph Crissman (Billy Connolly) bei den Ermittlern und bietet seine Hilfe an. Der frühere Priester und verurteilte Pädophile behauptet, Gott sende ihm Visionen über den Aufenthaltsort der Entführten. Während Special Agent Mosley Drummy (Alvin "Xzibit" Joiner) dem alten Mann skeptisch gegenübersteht, will die junge Agentin Dakota Whitney (Amanda Peet) die Person hinzuziehen, die am besten über solche übernatürlichen Phänomene Bescheid weiss: Fox Mulder (David Duchovny), ehemaliger Leiter der X-Akten beim FBI.

Da Mulder aber vor Jahren das FBI verlassen hat und untergetaucht ist, wendet man sich an seine frühere Partnerin Dana Scully (Gillian Anderson), die nun als Ärztin in einer Klinik arbeitet. Obwohl sie offiziell nichts mehr mit dem FBI und Fox Mulder zu tun hat, kennt sie dessen Aufenthaltsort und überbringt Mulder die Nachricht. Nach anfänglichen Bedenken entschliesst sich Mulder dazu, dem FBI zu helfen, aber nur unter der Bedingung, dass Scully ebenfalls mit von der Partie ist.

"Mulder übernehmen Sie!"

"Mulder übernehmen Sie!"

Mulder ist schon bald davon überzeugt, dass es sich wirklich um ein übernatürliches Ereignis handelt, während die stets rational denkende Scully wie immer skeptisch bleibt. Sie zweifelt stark daran, dass Father Joe wirklich göttliche Visionen hat und sieht in ihm eher einen Hochstapler. Als jedoch eine weitere Frau verschwindet, muss auch Scully auf diese Hinweise zurückgreifen; ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, bei dem Mulder und Scully allmählich einem grausigen Komplott auf die Spur kommen ...


DVD-Rating

Als TV-Serie waren die X-Files ein Dauerbrenner und brachten uns die benötigte wöchentlichte Dosis Verschwörung, das Monster der Woche oder den tollen Storybogen um schwarze Flüssigkeiten, Aliens und korrupte FBI-Agenten. Mittendrin schob man dann den Kinofilm X-Files: Fight the Future ein, den ein richtiger Fan eh guckte, um nicht vollends die Orientierung über die immer struber werdenden Abenteuer von Dana Scully und Fox Mulder zu verlieren.

2002 wurden die Akten dann geschlossen und obwohl bereits damals ein zweiter Kinofilm in Planung war, sollte dieser erst 2008 in die Kinos kommen. Und dort floppte X-Files: I want to believe richtig heftig. Die Zeitdifferenz zur TV-Serie war zu gross, die Geschichte um Scully und Mulder uninteressant und die von Serienerfinder Chris Carter persönlich inszenierte Geschichte um illegale Transplantationen, einen pädophilen Geistlichen und Fox Mulder mit Vollbart ging im Sog der Konkurrenz unter.

Wenn man sich X-Files: I want to believe ein bisschen genauer anschaut, dann wird bald klar, dass dieser 90 Minuten-Geschichte auch in der TV-Serie einen schweren Stand gehabt hätte. Es fehlt praktisch an allem, was die X-Akten so bekannt und populär gemacht hatte. Keine übersinnlichen Einflüsse, keine Spannung, blasse Nebenfiguren (Amanda Peet, Xzibit und leider auch Billy Connolly) und spätestens wenn Mulder und Scully rumknutschen, wird das letzte Geheimnis dieser Reihe mit Füssen getreten.

David Duchovny spielt relativ lustlos und es fehlt ihm sichtbar das Feuer früherer Tage und auch Partnerin Gillian Anderson mag nicht richtig zu fesseln. Ihre Nebengeschichte geht zwar ans Herz, ist aber leider höchst unglücklich gewählt für einen Film, der eigentlich interessieren, packen und unterhalten sollte.

Fazit: Auch wenn wir mit Mister Skinner einen alten Bekannten kurz wieder sehen, so hat X-Files: I want to believe nichts mehr mit der coolen Serie aus den 90ern zu tun. Es fehlt dem Film an Wucht und Spannung und schlussendlich sollte es anstatt "I want to Believe" besser "What the Hell?" heissen.

Als Directors Cut kriegt der Fan satte vier Minuten zusätzliches Filmmaterial, das allerdings fällt kaum auf. Dafür gibt es einiges an Bonusmaterial, durch das man sich schön durchklicken kann. Am Interessantesten dürften dabei die Akte-X-Zeitlinie und der schön informative Audiokommentar von Chris Carter sein. Auch das Making-Of lässt uns einen schönen Blick hinter die Kulissen werfen und wenn Xzibit in einem Film mitspielt, dann lässt man auch eins seiner Musikvideos in die Auswahl einfliessen. Dazu gibt es eine Bildergalerie, ein paar entfallene Szenen und eine Reportage über die Spezialeffekte, die zwar im Film nur spärlich eingesetzt werden, aber trotzdem ein eigenes Feature verdient haben.

Technisch ist der Film ordentlich gelungen. Das Bild macht einen eher dunklen Eindruck und da der Film mehrheitlich in der Nacht spielt, kann das recht nervig sein, wenn man die einzelnen Szenen nicht sehr klar erkennen kann. Da in der deutschen Synchro eine neue Stimme für David Duchovny engagiert wurde, macht diese Version auch nicht wirklich Spass. Im englischen Original hingegen darf man mit der Soundqualität durchaus zufrieden sein.


OutNow.CH:

Bewertung: 2.0

 

08.12.2008 / muri

Community:

Bewertung: 2.9 (61 Bewertungen)

 

 

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