Twilight (2008)

Twilight (2008)

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  2. 122 Minuten

Blu-ray-Review: Wenn Vampire glitzern

Er liebt mich, er liebt mich nicht...
Er liebt mich, er liebt mich nicht... © Studio / Produzent

Bella Swan (Kristen Stewart) schwamm nie gerne im Strom der Angepasstheit mit. Die 17jährige, blassgesichtige und attraktive Einzelgängerin verschlägt es, nachdem ihre Mutter ein zweites Mal geheiratet hat, vom sonnigen Phoenix an einen verregneten, kleinen Ort an der pazifische Nordwestküste, wo ihr Vater Charlie (Billy Burke) seit der frühen Scheidung als Polizeichef amtet.

Schau mir in die Augen, Kleines!
Schau mir in die Augen, Kleines! © Studio / Produzent

Die Schule in der idyllischen, vernebelten Ortschaft nimmt Bella herzlich auf, doch das etwas scheue, vorsichtige Mädchen mag sich nicht richtig an ihr neues Leben gewöhnen, bis die bleichgesichtigen, unnahbaren Adoptivkinder von Dr. Cullen (Peter Facinelli) auftauchen. Speziell der mysteriöse und gut aussehende Edward (Robert Pattinson) hat es ihr angetan. Vorerst kann der kühle Edward die junge Frau nicht riechen. Tage später gibt er sich plötzlich als Gentleman. Für Bella bleibt der mysteriöse, junge Mann ein Rätsel und trotzdem fühlt sie sich magisch angezogen von ihm. Die gegenseitige Zuneigung wächst, aber schon bald wird Bella klar, das es sich bei den Cullens nicht um Menschen, sondern um Vampire handelt...

Das Phänomen von Twilight ist erstaunlich. Mit geschickter Werbestrategie und der richtigen Platzierung der Darsteller in der Öffentlichkeit wurden wir bereits vor Filmstart darauf aufmerksam gemacht, dass es sich bei Twilight nicht um einen Hau-Drauf-Vampirfilm handelt, sondern um eine Romanze, deren Gesichter bald schon die Wände der Teeniezimmer pflastern würden.

Dabei braucht Twilight fast die Hälfte seiner Spieldauer, bis die schön aufspielende Kristen Stewart merkt, was es denn mit dem blassen Robert Pattinson auf sich hat. Und das in einem Film, bei dem im Vorfeld schon von einer Vampir-Romanze geschrieben wurde....

Nachdem nun das Geheimnis gelüftet ist, der junge Mann im Sonnenlicht glitzern darf und sich Bella und Edward näher kommen, geht's auch actiontechnisch ein bisschen mehr zur Sache. Noch immer warten wir aber auf richtige Spannung oder gar Dramatik. Aber mit solch lapidaren Dingen gibt sich eine romantische und kitschige Verfilmung des Romans von Stephenie Meyer leider nicht ab. Es bleibt beim langwierigen Annähern, dem romantischen Getue und dem traurigen In-die-Kamera-Blicken.

Fazit: Twilight mag bei den jüngeren Menschen funktionieren, die in Robert Pattinson nicht den blassen und durchschnittlichen Darsteller sehen, sondern den Posterboy. Alle andern kriegen eine über 120 Minuten lange Kitschorgie zu sehen, die weder packt, gut unterhält, noch fetzt, sondern über grosse Teile des Films blutleer daherkommt.

Für Fans dieses Filmes führt aber dann praktisch kein Weg an der Blu-Ray Version von Twilight vorbei. Was einem hier an Bonusmaterial geboten wird und in welcher Qualität der Film auf diese Scheibe gepresst wurde, ist hervorragend. Angefangen beim überragenden Bild und Ton, die auch in den dunklen und nebligen Szenen absolute Topqualität lieferen. Ein Genuss, diese Qualität.

Zudem wurde eine riesige Masse an Extras organisiert, die es sich näher anzuschauen lohnt. Neben den üblichen Verdächtigen wie dem Audiokommentar und den Trailers gibt es aber auch jede Menge Material, das den Fan zum Verweilen einlädt. Extra-Closeups der beiden Hauptdarsteller, Musikvideos, die Kinokampagne zum Film oder auch das Geschrei der Fans beim Auftritt der Stars an der "Comic-Con" in San Diego sind beeindruckend. Die Regisseurin spricht zusätzlich noch Einleitungen zu erweiterten Szenen und zu solchen, die es nicht in den Film geschafft haben. Da hat's ein paar schöne, ach so romantische Traumsequenzen dabei. Ausserdem kriegen wir ein Feature zur Musik des Films geboten, und natürlich steht die Autorin der Bücher, Stephenie Meyer, auch noch Red und Antwort.

Ein Haufen Material (über 150 Minuten), das Liebhaber des Filmes definitiv zufriedenstellen wird. So wird das Kreischen in den eigenen vier Wänden fast schon zur Pflicht...

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 40

cineast1

Ja, ich denke auch, dass sowas eher den Frauen überlassen bleiben sollte!:-)

Benster

Teenie-Romanze mit plattem, infantil-pathetischem "seht her, ich bin so ein armes, leidgeprüftes Huschelchen und keiner versteht mich"-Getue. Fehlt nur noch das Delfin-Poster im Kinderzimmer. Das permanente Trübsal-Geblase der beiden Hauptdarsteller ist kaum zu ertragen. Wieso richten sich deren Blicke ständig melancholisch in die Ferne? Sind grundlos dahergekünstelte Depressionen kuul?
Auch scheint sich niemand im Dorf über die seltsamen Cullens zu wundern. Kleines Müsterchen: "Die Cullens gehen bei Sonnenschein nie zur Schule. - Warum? - Die machen dann halt andere Ausflüge." Aha, ok, Schule ist offenbar freiwillig, wieso nachfragen? Merkwürdiger Film. Aber wer versteht schon den Geschmack des 14-jährigen Zielpublikums.

RandyMeeks

Naja, konnte mich endlich auch mal überwinden. Und ich muss zugeben, es waren zähe, harte zwei Stunden! Der Autorin des Buches war die Definition des Vampires wohl überhaupt nicht geläufig...😴

Ich werde mich wahrscheinlich auch noch durch die nächsten Teile quälen, aber dann mehr vorbereitet mit viel Bier! 😛

Und ich hab die ganze Zeit den Mittermeier im Kopf gehabt

http://www.youtube.com/watch?v=0wT-Qvzrdbk

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