Sex and the City (2008)

Sex and the City (2008)

Sex and the City: Der Film
  1. , ,
  2. 145 Minuten

DVD-Review: Eben noch als TV-Serie...

"Ich biete $50 000 für eine neue Jacke!"
"Ich biete $50 000 für eine neue Jacke!" © Warner Bros.

New York. Es sind vier Jahre vergangen seit Mr. Big (Chris Noth) es endlich fertig brachte, Carrie (Sarah Jessica Parker) "you're the one" zu sagen. Carrie bereitet sich auf den Abschied von ihrem Single-Dasein vor. Sie plant ihre Hochzeit und schreibt an einem neuen Buch, in dem es darum geht, was passiert, wenn man die Liebe endlich gefunden hat. Miranda (Cynthia Nixon) arbeitet mal wieder zu viel und hat keine Lust mehr auf Sex. Charlotte (Kristin Davis) zieht Lily, ihre chinesische Adoptivtochter, gross. Samantha (Kim Cattrall) pendelt zwischen New York und Los Angeles, um ihren Freund Smith (Jason Lewis) besser managen zu können.

"Liebes Tagebuch, was soll ich schreiben?"
"Liebes Tagebuch, was soll ich schreiben?" © Warner Bros.

Im Zuge der Hochzeitsvorbereitungen gehen die Dinge langsam schief. Mirandas Ehemann Steve (David Eigenberg), ausgehungert nach Sex, geht fremd und beichtet es ihr. Diese wirft daraufhin Big ein unüberlegtes "Ihr zwei seid verrückt, zu heiraten!" an den Kopf und löst so prompt kalte Füsse bei ihm aus. Samantha merkt durch das Pendeln, wie viel sie für Smith von sich aufgegeben hat und Charlotte erhält die einzige glückliche Nachricht: sie ist schwanger. Nun geht es den vier New Yorkerinnen darum, herauszufinden, wie sie diese widrigen Umstände am besten meistern.

Über die Jahre entwickelten sich vier Damen aus New York von einem kleinen Grüppchen mit eigener TV-Serie zu Stil-Ikonen, die es schafften, nicht nur Handtaschen und Stöckelschuhe an die Frau zu bringen, sondern auch, dass sie die Damen des Hauses regelmässig Dienstag Abend mit ihren Kolleginnen trafen und wir Typen uns mit Tiefkühlpizza begnügen mussten. Sex and the City war im TV ein Renner und nach einigem Gezanke um die Gagen der Darstellerinnen wurde dann auch Sex and the City: The Movie produziert und konnte imponierende Gewinne an den Kinokassen einfahren.

Das Gelächter über die vermeintlich falsche Laufzeit des Films (fast 150 Minuten) auf dem DVD-Cover folgt bald die grosse Ernüchterung. Nicht nur, dass Sex and the City: The Movie tatsächlich zweieinhalb Stunden dauert, sondern auch dass er keinerlei Interessantes, Neues oder gar Witziges zu bieten hat. Schier endlose Gespräche über Liebe, Sex und Freundschaften, Diskussionen über das neueste Syling ("Oh my God, its a Louis Vitton Bag *kreisch*) und natürlich die Problemchen, die unser Damenquartett schon in der TV-Serie bis an die Grenzen des Erträglichen vorgeführt hat.

Wer die Serie aus dem TV kennt, kriegt genau das geboten, was ihn (oder sie) vorher schon vor den TV gelockt hat. Man trennt sich, findet zusammen, guckt dem Nachbarn beim Sex zu, trägt Hündchen spazieren und mit Oscargewinnerin Jennifer Hudson hat man sogar noch eine Dame engagiert, die voll aus dem Ghetto kommt und ein bisschen Street-Style in das hochnäsige Schickimicki-Dasein der vier Frauen bringt. Leider ist die Dame, die in Dreamgirls so toll war, total unterfordert und ihre Rolle gleicht sich sofort dem bescheidenen Level ihrer Partnerinnen an.

Fazit: Wer die TV-Serie gesehen hat, kann sich eigentlich den Film sparen. Neues gibt's nicht zu sehen. Keine angekündigte "grosse Überraschung", sondern frustrierte Frauen auf der Suche nach ein bisschen Glück. Die Kostüme sind lachhaft, Sarah Jessica Parker unsympathisch, Kim Cattrall aufgesetzt sexistisch und die Dialoge teilweise eine Beleidigung fürs Ohr. Da aber im Kino schon Grüppchenweise Fräuleins mit Schampusflasche und Täschchen für "Unterhaltung" sorgten, dürfte dieser Film auch auf DVD zu einem Renner werden. Wir armen Männer....

Ausser einem Audiokommentar von Regisseur Michael Patrick King hat die vorliegende Single-Edition des Films keine Extras zu bieten. Wer ein bisschen tiefer ins Cucci-Täschli greifen mag, der leistet sich die "Specia-Edition", die immerhin Dokumentationen und zusätzliche Szenen der (*kreisch*) Damen zu bieten hat.

Technisch ist Sex and the City: The Movie allerdings sehr gut gelungen und überzeugt mit klarem Bild und sauberem Ton. Diesbezüglich gibt es auch von männlicher Seite einen herzlichen Applaus. Auch wenn der Film selber Chabis ist....

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 22

muri

DVD-Review: Eben noch als TV-Serie...

la_trulla

Das erstes und dritte Drittel des Filmes sind mit Witzen gespickt und sehr unterhaltsam, in der Mitte flacht die Spannung ziemlich ab und hat mich mehrere Male gähnen oder auf die Uhr schauen lassen. Mir wär es lieber gewesen, der anfängliche Teil in bekannter SATC-Manier wär etwas länger gewesen und die melodramatische Phase dafür verkürzt.

Gute Unterhaltung für den frühen Sonntag-Abend, sensible Hintern sollten ein weiches Kissen mit ins Kino nehmen 😉 !!

Kayara

Also ich war mit eine Freundin einen Tag nach dem er gestartet ist drinnen und das auch eher zufällig. Wir beide haben die Serie nicht gesehen (jetzt im nachhinein fragen wir uns weshalb und wollen das schnellstmöglich ändern) und gingen dementsprechend offen rein. Schon nach circa 2 Minuten meinte eine von uns zu der anderen "DVD" und die andere kommentierte ne Minute später "Lieblingsfilm" (was bei ihr zur Anmerkung nicht gerade leicht zu erreichen ist) und dabei bliebs auch die restlichen Minuten. Der Film ist einfach nur sehr gute Unterhaltung. Wir haben gelacht, gequietscht und geflennt ohne Ende. Selbst eine der Frauen, die vor uns sassen (und auch viel Spass hatte) "musste" sich mal kopfschüttelnd umdrehen und "Mädels" zischen. Und kurz vor Ende folgte der Kommentar "Soundtrack" - "Dito!"
Man kann die Serie mögen oder nicht. Man kann den Film mögen oder nicht. Jedem ist es selbst überlassen. Der Film war der dritte in diesem Jahr für mich und ich bin alles andere als enttäuscht. (Ganz im Gegensatz zu Ps: Ich liebe dich (der letzte Mist) und Juno, der ziemlich gut ist, aber meiner Meinung nach nicht an SatC ranreicht))
Filmkritikiken sind nur eine Orientierung, geschrieben/vertreten von einer kleinen Gruppe. Jeder sollte selbst entscheiden ob er den Film mag oder nicht. Und das kann man nur, in dem man reingeht. Wer sich für den Film interessiert sollte reingehen, wer nicht nicht. Aber vertrauen würde ich, wenn ich im Film noch nicht drin war und schelchte Kritiken lese nicht unbedingt. Denn wie heisst es so schön? Jeder hat nen anderen Geschmack. Was dem einen gefällt muss dem anderen noch lange nicht gefallen. Und für einen vergnüglichen (Mädels)Kinoabend kann man meiner Meinung nach ruhig in den Film investieren.

[Editiert von Kayara am 2008-06-07 16:27:24]

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