¿Te acuerdas de Lake Tahoe? (2008)

¿Te acuerdas de Lake Tahoe? (2008)

  1. , ,
  2. 89 Minuten

Filmkritik: 24 Stunden mit Juan

Na und noch eine Runde...
Na und noch eine Runde... © Studio / Produzent

Irgendwo in der Pampa in Mexiko, man kann die brütende Hitze wahrnehmen, die da herrscht. Der verzweifelte 16-jährige Juan (Diego Catano) baut einen Unfall mit dem Auto nahe des Stadtrandes, jedoch ohne dass er selbst eine Schramme abbekommt. Vielmehr beginnt danach die mühselige Suche nach Hilfe und Ersatzteilen, um den Sachschaden am Vehikel zu reparieren. Die lustigen und kurligen Begegnungen und Wiederbegegnungen mit den verschiedenen Hilfleistenden sind dabei unumgänglich. Da ist der alte Spitzbäuchige (Héctor Herrera) mit seinem Boxerhund, die junge Punkmutter (Daniela Valentine) im Schmöckerladen sowie David (Juan Carlos Lara), der mit seinen Kung-Fu-Allüren durch seinen Alltag geht. Ein Anruf zwischendurch zu Hause lädt Juan nicht ein gleich dorthin zurück zu kehren. Der kürzlich dahin geschiedene Vater sorgt für bedrückte Stimmung zu Hause; die Mutter bleibt für Stunden im Bad eingeschlossen, der jüngere Bruder (Yemil Sefami) für Stunden sich selbst überlassen...

Die Karre wird dank Davids Hilfe wieder fahrtüchtig und sowieso scheinen sich diese neuen Bekannschaften positiv auf Juans Wohlbefinden aus zu wirken. Er erwacht aus seinem Trancezustand und steht wieder mitten im täglichen Treiben des Lebens...

Die Geschichte kommt ein bisschen zäh ins Rollen, es geht eine Weile bis es einen ersten verbalen Austausch zwischen Juan und dem alten Werkstattbesitzer gibt. Aber dann kommt der Arthouse-Kinogänger nach und nach auf seine Kosten: Beim zweitmaligen Besuch bei Don Heber, wird Juan Sica, der Boxerhund, für einen Spaziergang anvertraut. Nach der ersten Runde oder vielmehr Hetzerei rund um den Block, verliert Juan die Kontrolle über Sica, der wie im Nichts verschwindet. Als er am Spätnachmittag mit geflickter Karre wieder bei dem Alten aufkreuzt, begeben sie sich gemeinsam auf die Suche nach Sica und es stellt sich dann so eine Komplizenschaft zwischen den beiden ein - verstärkt durch die jüngsten Geschehnisse: Verlust, Loslassen und trotz allem den Kopf nicht hängen lassen.

Lake Tahoe ist wirklich wunderbar reich an kleinen und grösseren Anektoten, um die es schade wäre, wenn sie bereits jetzt schon alle preisgegeben würden. Erstere fehlende Hintergrundinformationen werden stückchenweise geliefert und tragen zu einem schönen und unspektaktulären Filmende bei, welches dem Film viel Glaubwürdigkeit verschafft.

Und doch gab es etwas Wesentliches, dass vor allem am Anfang des Films stark gefehlt und irritiert hat: die Musik! Vielleicht werden wir aber heutzutage im Kino auch immer mehr mit der Musik manipuliert... Der Film wirkt einfach in seinen Bildern, seinen anfänglich spärlichen Dialogen und mit dem vermehrt kurzen Ausblenden von Szenen, die dann im "Schwarz" weiterspielen, um den Geschehnissen dadurch noch mehr Nachdruck zu verleihen. Dies ist wohl der gewünschte Effekt des Regisseurs Fernando Eimbcke, der seinen ersten Langzeit-Spielfilm am Wettbewerb um den Golden Bären an der Berlinale 2008 zeigen durfte.

/ sil