Gran Torino (2008)

Gran Torino (2008)

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  2. 116 Minuten

DVD-Review: Ein Grummli entdeckt sein Herz

Mr. Eastwood himself
Mr. Eastwood himself

Walt Kowalski (Clint Eastwood) ist ein resoluter Koreakriegs-Veteran und jähzorniger Rassist, frisch verwitwet und muss sich mit seiner asiatischen Nachbarschaft auseinander setzen. Die junge Sue (Ahney Her), ihr jüngerer Bruder, die Mutter und die Grossmutter sind die Nachbarn, die Walt Kowalskis Rentner-Leben gehörig durchwirbeln.

"Ich will kein Grünzeug haben."
"Ich will kein Grünzeug haben."

Eines Nachts versucht Thao (Bee Vang), der jüngere Bruder von Sue, Kowalskis 1972er Gran Torino zu klauen, ein Auto, das der alte Mann hegt und pflegt. Thao wurde dazu von einer Gang beauftragt, die ihn dafür in der Gang aufnehmen würde. Walt kann den Diebstahl verhindern, doch Thao wird anderntags von der Gang aufgemischt - und das erst noch auf dem korrekt gemähten und gut gepflegten Rasen von Walt. Kurzerhand greift dieser zu seiner alten Waffe und verscheucht die aufsässigen Jugendlichen. Für Walts Nachbarn wird der alte Mann zum Helden - für die Jugendlichen der Gang jedoch zu einem ernstzunehmenden Problem, das beseitigt werden muss.

Von Clint Eastwood sind wir es uns schon fast gewohnt, dass der alte Mann Hollywoods tolle Geschichten erzählt, interessante Filme abliefert und zwischendurch auch gerne mal selber darin die Hauptrolle spielt. In seinem neuesten Werk, Gran Torino, lässt es der Altmeister dann auch sehr ruhig und gelassen angehen. Das Publikum liebt seine Filme trotzdem. Oder, in der heutigen Zeit der schnell geschnittenen, filmischen Luftblasen, gerade deswegen. Gran Torino spielte in den USA dann auch fast 150 Millionen Dollar ein.

Der alte Walt, der hervorragend und knurrend von Clint Eastwood personifiziert, ist auf den ersten Blick kein netter Mensch. Er hat sein Gewehr immer im Anschlag, die fremdrassigen Nachbarn sollen ihm ja nicht über den Garten laufen und von neuartigen Dingen hält der Mann nicht viel. Ihn begleiten wir nun bei der langsamen, aber stetigen, Annäherung an das Neue, das Fremde. Das passiert in gemächlichem Tempo und beweist, dass Clint Eastwood diese Art von Erzählungen einfach optimal beherrscht.

Und trotzdem, Gran Torino hat ein paar kleinere Schwächen, von denen jedoch eine zu offensichtlich ist. Denn so sehr der Rassist Walt anfänglich grimmig guckt und Fluchwörter ablässt, so schnell geht dann die Wandlung zum freundlichen Mann, der sich von den fremdländischen Frauen am Tisch bedienen lässt, mit ihnen kichert und vom unbekannten Essen nicht genug kriegen kann. Hier ist die Story zu glatt und lässt den Anfang in einem Licht erscheinen, das er nicht verdient hat.

Der Rest des Films ist interessant und spannend, ohne jedoch künstlerisch reisserisch zu wirken. Wir arbeiten uns auf ein Ende hin, dass dann schlussendlich einen etwas überraschenden Twist hat und dem Publikum etwas zu diskutieren gibt. Schauspielerisch wird uns solide Kost geboten, wobei Clint Eastwood schlussendlich inzwischen besser hinter als vor der Kamera ist.

Fazit: Gran Torino ist nicht nur die Story eines wunderschönen Autos, sondern auch eine beeindruckende Geschichte eines alten Mannes, der über seinen eigenen Schatten springen muss, wenn er den Frieden in der Nachbarschaft retten will. Tut gut, einmal wieder einen solchen, schön erzählten Film zu gucken.

Fans des tollen Autos kommen auch in den DVD-Extras auf ihre Kosten. Ein kleiner Bericht zeigt nämlich die Verbindung zwischen diesen schönen Wagen und den Menschen, die sie fahren, hegen und pflegen. Bei einem Oldtimertreffen wurde gedreht, und wir kriegen viel glänzenden Chrom zu sehen. Das zweite Feature auf der DVD befasst sich dann mit dem Film selber. Nicht ohne wiederum Bezug auf den Einfluss des Autos in die Kultur zu nehmen und auch die Darsteller zu Wort kommen zu lassen.

Technisch macht Gran Torino einen sehr sauberen und geglückten Eindruck. Ton und Bild sind in hervorragender Qualität vorhanden, wir kriegen drei verschiedene Sprachversionen und diverse Untertitel geboten. Das Knurren des Hauptdarstellers klingt stark und ohne jeglichen Makel durch die Boxen....

/ muri

Kommentare Total: 24

Markus

Gerade den Film das erste mal gesehen. Eastwood ist und bleibt einfach ungeschlagen. Die Art und Weise, wie er einfache Geschichten so packend und mitreissend erzählen kann, ist einfach unglaublich.

Einmal mehr muss ich mich verneigen vor dem Grossen Meister.

Toni Montana

Das ist wahrhaft ein guter Film.

farossi

ganz grosses kino! nach million dollar baby ein weiteres grossartiges werk des altmeisters! ruhig erzählt, grossartig aufgebaut und in typischer eastwood-manier vollendet - ein film, der vor allem dann zu wirken anfängt, wenn er fertig ist.

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