The Good, the Bad, and the Weird - Joheunnom nabbeunnom isanghannom (2008)

The Good, the Bad, and the Weird - Joheunnom nabbeunnom isanghannom (2008)

  1. , ,
  2. 136 Minuten

Filmkritik: Wild Wild East

Wir liefern deine Pizza überall hin!
Wir liefern deine Pizza überall hin! © Studio / Produzent

In der Mandschurei der 30er Jahre überfällt der Dieb "The Weird" Tae-goo (Kang-ho Song) einen Zug voller japanischer Soldaten. Dabei erbeutet er eine Karte, die zu einem Schatz der Quing-Dynastie führen soll. Doch er ist nicht der einzige, der von der Karte Wind bekommt. Zur gleichen Zeit attackiert eine brutale Gangsterbande, angeführt von "The Bad" Chang-yi (Byung-hun Lee) den gleichen Zug. Aus der Ferne beobachtet der mysteriöse Kopfgeldjäger "The Good" Do-won (Woo-sung Jung) auf der Jagd nach dem eiskalten Chang-yi das Geschehen und verhilft dem tölpelhaften Eisenbahnräuber Tae-goo zur Flucht vor dem erbarmungslosen Killer.

Doch auch er scheint es auf die Karte abgesehen zu haben. Die verschiedenen Parteien, alle auf der Suche nach dem angeblich wertvollen Schatz, liefern sich eine hektische Verfolgung durch die Wüste, die durch chinesische Banditen, koreanische Freiheitskämpfer und die japanische, imperialistische Armee erschwert wird.

Mit einem für Hollywoodverhältnisse kleinen Budget von 17 Mio. Dollar ist Woo-sung Jungs Western-Eastern Südkoreas bislang teuerste Filmproduktion aller Zeiten. Das Geld wurde in tolle Stuntarbeit, einige Schiessereien und grosse Explosionen gesteckt. Dafür wurde bei Story und Drehbuch erheblich gespart. So bietet The Good, the Bad and the Weird einiges fürs Auge, jedoch nichts fürs Gehirn. Dafür kracht es bei den Actionszenen jedoch gewaltig. Die Kameraführung erinnert stark an zeitgemässes Hollywoodkino. Viele Szenen gewinnen durch Schüttelkamera und schnelle Schnitte an Intensität und Realismus, ohne je den Spassfaktor zu verlieren oder unübersichtlich zu werden. Die Figuren sind schablonenhaft und die Geschichte gradlinig und schnörkellos und der Film leidet an gut zwanzig Minuten Überlänge, weshalb er für verschiedene Märkte gekürzt veröffentlicht wurde. Die politischen Hintergründe sind für einen grossen Teil des hiesigen Publikums wohl kaum vollkommen nachvollziehbar, spielen aber im Verlauf der Handlung eine kleine Rolle, so dass der Film weltweit gute Chancen haben sollte, seine Anhänger zu finden.

Obwohl The Good, the Bad and the Weird sich zu keinem Zeitpunkt ernst nimmt und einiges an Humor bietet, ist der Film nicht blutleer. Im Gegenteil: Das Blut spritzt mehrmals auf die Kameralinse und einige Gewaltmomente kommen aus heiterem Himmel, was sie umso effektiver macht. Dieses Wechselspiel zwischen Humor und Brutalität bewahrt den Film davor, zu sehr in eine Parodie seiner Spaghetti-Western-Vorbilder abzudriften und lässt ihn dem Genre mit genügend Respekt begegnen. Trotz Längen eine unterhaltsame Sache mit spektakulären Stunts und mitreissender Action, perfekt für einen gemütlich-hirnlosen DVD-Abend.

Marco Albini [ma]

2003 verfasste Marco seine erste Kritik auf OutNow und ist heute vor allem als Co-Moderator des OutCast tätig. Der leidenschaftliche «Star Wars»-Fan aus Basel gräbt gerne obskure Genrefilme aus, aber Komödien sind ihm ein Gräuel.

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Kommentare Total: 2

jon

Nette Actionkomödie mit viel Schwung, zugegeben etwas Überlänge und einem Look, der Hollywood um nichts nachsteht (könnte glatt der selbe Kameramann sein wie bei Bandidas). Gibt allerdings auch bessere Filme aus Südkorea, insbesondere Kang-ho Song (The Wierd) hat man schon in besseren Rollen gesehen, hier zieht er oft einfach nur seine übliche Comedy-Nummer ab. Sympathisch macht den Film für mich hingegen die Tatsache, dass er nicht nur als (offensichtliche) Hommage auf Leones Meisterwerk, sondern auf die gesamte Dollar-Trilogie angelegt ist.

[Editiert von jon am 2010-06-21 03:25:40]

ma

Filmkritik: Wild Wild East

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