Ponyo on the Cliff by the Sea - Gake no ue no Ponyo (2008)

Ponyo on the Cliff by the Sea - Gake no ue no Ponyo (2008)

Ponyo: Das grosse Abenteuer am Meer
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  2. 101 Minuten

Filmkritik: S'Läbe isch kein Ponyo-Hof

"Wer spielt mit mir Schiffliversänkis?"
"Wer spielt mit mir Schiffliversänkis?" © Studio / Produzent

Irgendwo an der japanischen Küste lebt der kleine Sosuke in eine kleinen Haus auf einer Klippe. Eines Tages entdeckt er in einem Einmachglas am Strand den Goldfisch Ponyo und kümmert sich fortan um das kleine Wesen. Dieses ist begeistert von der Überwassewelt und beschliesst kurzerhand, selbst zum Menschen zu werden und bei seinem geliebten Sosuke zu bleiben. Doch der vom Menschen zum bösen Unterwasserzauberer konvertierte Ziehvater Ponyos ist alles andere als einverstanden und reisst seine Tochter zurück in die Tiefen des Meeres.

"Man nennt mich auch den Moonwalker..."
"Man nennt mich auch den Moonwalker..." © Studio / Produzent

Bei ihrer erneuten Flucht schüttet sie versehentlich Unmengen eines magischen Elixiers in den Ozean. Ihr gelingt es zwar, in Menschengestalt zu Susuke zurückzukehren, doch entsteht dabei ein die ganze Erde bedrohendes Chaos. Der Meeresspiegel steigt, Ponyos Schwestern verwandeln sich in riesige Fische, und auch längst vergessene Meerestiere steigen aus den Abgründen empor. Dabei versinkt auch das Dorf des kleinen Sosuke - mitsamt dessen Mutter und den Insassinnen des lokalen Altersheims. Gelingt es Sosuke und seiner kleinen Freundin Ponyo, sie zu retten und die Balance der Welt wieder herzustellen?

"Ponyo, Ponyo, das kleine Fischlein, lalala" oder so ähnlich ertönt es derzeit in jedem Kaufhaus und Spielwarengeschäft in Tokyo. Altmeister Hayao Myazaki hat es wieder mal geschafft und ist trotz eines durch und durch altmodischen Films in aller Munde. Zwar ist sein neues Werk mehr für Jung als für Alt, doch eben deswegen sei es bereits im dritten Satz der vorliegenden Kritik dem Kinoliebhaber wärmstens empfohlen. Denn es weckt das Kind auch in Frau und Mann, und solche Filme - der werte Chefredakteur würde mich wohl als alt geworden bezeichnen - sind seltener geworden.

Zum einen wäre da der wunderschöne Zeichnungsstil. Nichts ist computeranimiert, und dennoch bewegen sich die Blätter und Wellen im Wind; dennoch entsteht ein Geschwindigkeitsrausch, wenn Strassenrowdy Lisa - die Mutterfigur von Sosuke - über die Küstenstrasse brettert; und dennoch wirken die Charaktere plastischer denn je. Der gute alte Katsushika Hokusai würde erblassen. Kombiniert wird das Visuelle mit einem wunderbar pompösen Score, der von allen Seiten über den Zuschauer hereinbricht wie die Fluten über das Fischerdorf - Dolby Surround sei Dank.

Wie Disneys Arielle basiert auch Ponyo lose auf dem Andersen-Märchen "Die kleine Meerjungfrau". Nur benützt Myazaki den Mythos als Hohlraum für seine eigenen Themen und Ideen. Wie zuvor in Nausicaa oder Mononoke ist es erneut der Kampf zwischen Mensch und Natur, der ihn beschäftigt. Und dabei ist auch in Ponyo unwichtig, welche der Figuren das Böse und welche das Gute verkörpern. Anders als die Hexe Ursula in Arielle ist der "Bad Sorcerer" Fujimoto eben nicht so sehr Bad Guy, wie man anfangs denkt und hofft. Was den Plot betrfft, so ist dieser - obwohl die Filmbewertungstelle Wiesbaden ihn wohl mit dem Prädikat "pädagogisch wertvoll" versehen würde - einfach gestrickt. Doch dies bietet den Schaffern umso mehr Platz, den Film mit irrwitzigen Elementen und Gags auszustatten. Seien es die kleinen Zaubereien Ponyos oder die Einrichtung von Fujimotos Unterwasser-Schloss, irgendwie berühren sie den Zuschauer alle auf wundersame Weise.

Trotz allem ist und bleibt der Film ein Kinderfilm, der Liebhaber der reiferen und komplexeren Filme Myazakis enttäuschen und nerven könnte. Am besten hört man sich zuerst den Titelsong an. Jeder, der den durchsteht wird auch Gefallen am (viel besseren) Rest des Films finden. In diesem Sinne: "Ponyo, Ponyo, das kleine Fischlein, lalala."

/ han

Kommentare Total: 5

spaloo

"S' Läbe isch kein Ponyo-Hof" - Made my Day x)

Ich finde den Film sehr gelungen, wenn man ihn neben Kiki oder Totoro, die ja auch eher jüngere Zuschauer ansprechen sollten, stellt. Dass er nicht mit Miyazakis Meisterwerken Mononoke oder Nausicaä mithalten kann, sollte von vornherein aber klar sein.

muri

Am Sonntag läuft er in Baden, im Rahmen vom Fantoche Festival.

Guckst du in unserem Kinoprogramm.

Stoney Blues

Meister Myiazaki's Filme sind einfach genial. Nur warum haben die's immer so schwer hier im Kino zu laufen? Mal war der Film im Frühling angesagt, dann im Oktober, aber wo ist er nun? Ich finde da könnte man ein paar andere Filme vom Line Up nehmen und statt dessen so wundervolle Filme, wie die von Myiazaki zeigen!!!

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