De la guerre (2008)

De la guerre (2008)

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  2. 130 Minuten

Filmkritik: Gschpürschmi ist Krieg!

Gschpürschmi?
Gschpürschmi?

Bertrand (Mathieu Amalric) ist ein Regisseur, dessen neuestes Werk sich nun schon seit längerem in der Drehbuchphase befindet. Zu Recherchezwecken verbringt er eine Nacht im Ausstellungsraum eines Bestattungsunternehmers. Als er gerade in einem Sarg liegt, klappt dummerweise der Deckel zu, und Bertrand muss eine ganze Nacht in der dunklen Enge durchhalten. Die Gefühle, die er dabei erlebt, sind so nachhaltig, dass er sich von einem mysteriösen Mann namens Charles (Guillaume Depardieu) in ein Sektencamp locken lässt, worin ihm ähnliche Emotionen widerfahren sollen. Dort lernt er Uma (Asia Argento) kennen, welche mit selbstproduziertem Techno die Wälder beschallt, während ihre Jünger ekstatisch dazu zucken. Freundin, Mutter und Geschäftskollegen machen sich derweil Sorgen um den Verblieb von Bertrand.

De la Guerre ist eine zweistündige Aneinanderreihung halbschlauer Einfälle eines Auteurs namens Bertrand Bonello. Von David Cronenberg über Bob Dylan bis Carl von Clausewitz (Man beachte den Titel!) werden dabei ein paar intellektuelle Schwergewichte zitiert, ohne dass das Werk deren gedankliche Kapazitäten erreicht. Der Guru des im Film vorgestellten "Königreichs" (eine erstaunlich zugeknöpfte Asia Argento) erklärt, dass man sich das Vergnügen heutzutage wie ein Krieger erobern muss. Das erklärt zumindest, warum in diesem Film immer wieder Menschengruppen durch den Sand robben, aber nicht, weshalb man beim Sex Tiermasken tragen soll.

Vor allem dank Amalric hat der Film doch einige lustige Momente zu bieten. Diese sind aber eher ungewollt erheiternd, als dass sie so geplant gewesen wären. Denn De la Guerre steht eher in der Tradition von Langweilern wie Eyes Wide Shut und Innocence als einer Komödie. Das Motto des Gschpürschmi-Camps lautet übrigens: "Entweder wir vergnügen uns, oder wir legen uns zur Ruhe." Die meisten Zuschauer werden wohl letzteres bevorzugen.

/ rm