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Berlin Calling (2008)

Berlin Calling (2008)

Oder: Sex, Drugs and Electro-Beats

"Ain't no sunshine when you're gone..."

"Ain't no sunshine when you're gone..."

Wieder einmal wartet DJ Ickarus (Paul Kalkbrenner) zusammen mit seiner Freundin und Managerin Mathilde (Rita Lengyl) an irgendeinem Flughafen auf seinen Anschlussflug. Ickarus ist ein namhafter DJ in der Elektroszene und überall auf der Welt eine gefragte Person. Die beiden leben in einer Wohnung in Berlin, die auch gleichzeitig als Studio und Büro dient. Fast jeden Tag sind sie im Einsatz und feiern ganze Nächte durch.

Doch dieser anstrengende Job fordert seine Tribute, bald greift Ickarus immer öfter zu diversen Drogen und hört nicht auf Mathilde, die ihn davon abhalten will. Kurz vor der Veröffentlichung des neuen Albums und nach exzessivem Drogenkonsum landet der erfolgreiche DJ völlig verwirrt in der Drogennotaufnahme einer Berliner Nervenklinik. Die leitende Ärztin Dr. Petra Paul (Corinna Harfouch) rät ihm, auf freiwilliger Basis in der Klinik zu bleiben und sich unter ärztlicher Aufsicht helfen zu lassen.

"Nei du channsch nöd innä!"

"Nei du channsch nöd innä!"

Vorerst scheint das für Ickarus ganz in Ordnung zu sein, und er lässt sich sein Studio in die Klinik verlegen. Nachdem er eine Weile am neuen Album gearbeitet hat, zieht es ihn aber wieder nach draussen. Ohne Zustimmung der Ärztin feiert ein Weekend voll durch: Ickarus stürzt wieder komplett ab, das Label lässt ihn hängen, Mathilde verliert den Glauben an ihn, und die Klinik will ihn rausschmeissen. Am Tiefpunkt seiner Karriere angelangt, muss er sich wieder versuchen aufzuraffen - wird er das alleine schaffen?


Film-Rating

Berlin Calling ist der neuste Film von Hannes Stöhr, der schon mit Berlin is in Germany den Publikumspreis an der Berlinale 2001 gewann und mit One Day in Europe 2005 an der Berlinale am internationalen Wettbewerb teilnahm. In seinem neuesten Werk will er dem Zuschauer die möglichen Höhen und Tiefen eines international tätigen Elektro-DJs aufzeigen: Dauerstress, Parties, Drogen, Komponieren - der alltägliche Trip zwischen Kunst und Wahnsinn. Um den Film möglichst realitätsnah zu gestalten, hat er sich Informationen bei dem bekannten Berliner DJ Paul Kalkbrenner geholt.

Nach vielen Treffen hat Stöhr sich dann schliesslich entschieden, dass Kalkbrenner selber den DJ Ickarus spielen soll. Dieser hat daraufhin gleich noch ein neues Album für den Film komponiert. Obwohl er keine Ausbildung oder Erfahrung als Schauspieler hat, wusste er die Rolle des Ickarus sehr überzeugend zu spielen. Man hat schon fast das Gefühl, dass es sich bei Berlin Calling um eine Biografie von Kalkbrenner handelt. Die Story ist grundsätzlich fiktiv gehalten, mit gewissen realen Ansätzen, welche Stöhr gut ins Gleichgewicht zu bringen wusste: Eine anregende Geschichte, mit gewissen musikalischen und kömdianten Elementen. So schafft es der Regisseur, den Zuschauer ohne Weiteres über längere Zeit bei Laune zu halten.

Über den ganzen Film hinweg gesehen gibt dann die Story allerdings doch zu wenig her, und gewisse Elemente wiederholen sich wieder und wieder. Zudem ist der Film teilweise so überdreht, dass er schon fast nicht mehr glaubhaft wirkt. Nichts, das einem aus den Socken haut, aber doch ein unterhaltender Musikfilm mit einer guten Story dahinter.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.0

 

09.08.2008 / pj

Community:

Bewertung: 4.4 (24 Bewertungen)

 

 

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