Der Baader Meinhof Komplex (2008)

"Ich wöt mis Mami!!!"

Deutschland, 1967. Beim Besuch des persischen Schahs in West-Berlin wird eine Studentendemo durch die Polizei brutal aufgelöst; ein Student stirbt.

Die linke Journalistin Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) erlebt die daraus resultierende Studentenbewegung hautnah mit und berichtet über die rechte Regierung in Westdeutschland. Doch die Bewegung wird immer linksradikaler. Als der Studentenführer Rudi Dutschke am helllichten Tag angeschossen wird, verändert sich Meinhofs Gemütszustand. Nun nimmt auch sie an den gewalttätigen Racheakten gegen den Springer-Verlag teil, schreit Parolen, wirft Steine. Sie bekommt das Gefühl, diese Taten könnten die Lösung sein, denn ihre Worte scheinen bislang nichts bewirkt zu haben.


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Film-Informationen

Englischer Titel: The Baader Meinhof Complex
Französischer Titel: La bande à Baader

Drehorte: Deutschland, Frankreich, Tschechien 2008
Genres: Action, Biografie, Crime, Drama
Laufzeit: 150 Minuten

Kinostart: 02.10.2008
Verleih: Pathé Films

Regie: Uli Edel
Drehbuch: Bernd Eichinger, Uli Edel, Stefan Aust (Buch)
Musik: Peter Hinderthür, Florian Tessloff

Darsteller: Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu, Johanna Wokalek, Nadja Uhl, Stipe Erceg, Niels Bruno Schmidt, Vinzenz Kiefer, Simon Licht, Alexandra Maria Lara, Daniel Lommatzsch, Sebastian Blomberg, Heino Ferch, Jan Josef Liefers, Hannah Herzsprung, Tom Schilling, Bruno Ganz, Hans Werner Meyer, Katharina Wackernagel, Anna Thalbach, Volker Bruch

» The Internet Movie database (IMDb)


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29 Kommentare

Ich habe die Zeit der RAF gerade noch am Rande mitbekommen, erinnere mich noch gut an die Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hans-Martin Schleyer und seine Ermordung. Ich wusste einfach, dass die RAF Terroristen waren, mehr nicht.
Jetzt mit diesem Film wurden mir diese Leute nähergebracht. Zu Beginn hat man noch Sympathien für diese Leute, versteht, warum sie so handeln. Je länger der Film dauert, desto mehr merkt man dann aber, dass es nicht mehr um eine Sache geht (obwohl sie einem das vorgaukeln wollen), sondern nur noch um Gewalt, um das Recht-haben-wollen. Unglaublich, wie sich die Regierung im Gericht hat vorführen lassen und sie den Terroristen ihre Forderungen (nach mir unglaublichen Haftbedingungen) auch noch erfüllt haben.
Alle Schauspieler sind brillant besetzt und über Bruno Ganz müssen wir gar nicht reden: grossartiger Darsteller! Der Film selbst hat mich während den 2.5h gefesselt, wirklich gut gemacht. Auf Blu-ray ein Genuss - in Bild und Ton.

Ich persönlich hätte mir noch mehr Tiefe in die ganze Geschichte gewünscht. Dennoch der Baader-Meinhof Komplex ist ein guter Film. Der Streifen lebt sehr stark von den Schauspielern. Die alle eine tadelose Leistung abliefern. Dazu vermag Uli Edel die Spannung, den Unterhaltungswert und die Gefühlslagen gut zu kombinieren.

"Jung, dumm und stolz darauf!" Genau so kamen mir die RAF-Terroristen im Film auch vor. So waren sie wohl auch in der Realität: gewaltbereit, egozentrisch, rechthaberisch und alles gepaart mit Dummheit und Grössenwahn.
Ist es Zufall, dass das "Volk", das ja angeblich gerettet werden muss im Film gar nicht vorkommt? Ist irgenwann ein Arbeiter zu sehen? Hatte die RAF überhaupt Kontakt zu "normalen" Mitgliedern der arbeitenden Klasse? Offenbar haben "die Massen" vor allem in den Köpfen der RAF-Mitglieder existiert bzw. die RAF wusste was gut fürs Volk ist, ohne es zu kennen. Das zeigt doch recht deutlich wes Geistes Kind diese Organisation war.
Mir hat "Der Baader-Meinhof Komplex" als Film nicht so zugesagt. Zwar ist er gut gespielt und nett anzuschauen, aber den Blick für die Zusammenhänge hat er nicht. Er zerfällt ziemlich schnell in die einzelnen, spektakulären Szenen. Und als Psychogramm der Beteiligten funktioniert er auch nicht. So wirken die Figuren wie Schachfiguren, die ihr Schicksal nicht selber in der Hand haben. Aus Schweizer Sicht positiv: Bruno Ganz kommt unbeschadet über die Ziellinie.

» Filmkritik: Revolution in Deutschland

Hauptdarsteller spielen hervorragend, wobei dies nicht unwesentlich dem Regisseur Edel zu verdanken ist.
Speziell herauszuheben ist Martina Gedeck, die den Wandel der Meinhof vom kritischen Menschen zur zweifelden Terroristin erschreckend gut darstellt.

Ein grossartiger Terroristenporno, bei dem man sich am blinden Fanatismus und Kaltblütigkeit der Terroristen aufgeilen kann.

Erreicht aber nicht die Perfektion von "Das Leben der anderen".