The Drummer - Zhan. gu (2007)

The Drummer - Zhan. gu (2007)

Die Reise des chinesischen Trommlers
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  3. 118 Minuten

Filmkritik: HongKong-Drumkid XI

"Hau-Ruck!"
"Hau-Ruck!" © Studio / Produzent

Sid (Jaycee Chan) ist Drummer einer Rock-Band in Hongkong und lebt ein draufgängerisches Leben. Stets auf der Suche nach Ärger, lässt er sich auf eine Affäre mit Carmen (Hei-Yi Cheng), der Freundin von Stephen Ma (Kenneth Tsang), ein. Ma betreibt dubiose Geschäfte mit Sids Vater Kwan (Tony Leung Ka Fei), welcher Anführer einer Gang ist. Als die Geschichte auffliegt, setzt Ma den Vater von Sid unter Druck: Er verlangt, dass dem Jungen beide Hände abgehackt werden.

"2x Prosciutto, bitte!"
"2x Prosciutto, bitte!" © Studio / Produzent

Kwan ist immer schlecht gelaunt, doch jetzt hat sein Sohn das Fass zum überlaufen gebracht. Trotzdem will er ihn vor Stephen Mas Absichten schützen und schickt ihn in die Berge Taiwans. Dort angekommen langweilt sich der Grossstädter erst mal fast zu Tode. Doch per Zufall trifft er in den abgelegenen Wäldern auf einem Hügel eine Gruppe von Zen-Perkussionisten. Sein Interesse ist sofort geweckt und er will sich den Trommlern unbedingt anschliessen. Allerdings betrachtet er das Ganze vorerst nur als kleinen Zeitvertreib und will den tieferen Sinn der Gruppierung nicht erkennen.

Der Durchhaltewille vom jungen Rocker ist aber doch erstaunlich gross. Er beginnt langsam zu verstehen, um was es bei dieser Gruppierung geht. Auch die Gruppe beginnt den nervenden Rebell zu akzeptieren und zu integrieren.

Die Geschichte von The Drummer hat sehr klassische Züge: Das rebellische Kind das weggeschickt wird, einer mönchsartigen Gruppe beitritt, Startschwierigkeiten hat und schliesslich zum Sinn des Lebens findet. Schon viele solche Filme wurden gedreht und der Verlauf ist immer derselbe. Trotzdem vermag The Drummer in der Umsetzung zu brillieren. Es ist kein amerikanischer Tourist, der sich irgendwo einzunisten versucht und es sind keine Mönche, die den Rebellen belehren, sondern eine Gruppe von den bekannten Zen-Trommelkünstler, die mit ihren rhythmischen Klängen zum inneren Ich zu finden versuchen. Speziell und sehr interessant ist, dass die Rahmengeschichte Züge eines Thrillers hat und somit in grossen Kontrast zu den Trommlern steht. Diese Tatsache verleiht dem Film Spannung, als auch Abwechslung.

Jaycee Chan spielt die Rolle des jungen, verwöhnten und rebellischen Hauptdarstellers sehr überzeugend und mit viel Hingabe. Der Sohn von Jackie Chan überzeugt dabei nicht wie sein Vater mit den Fäusten und ausserordentlichen Moves, sondern mit einer tollen Darstellung eines Jugendlichen, der eine grosse Sinneswandlung durchlebt. Auch die restlichen Schauspieler machen ihre Arbeit gut, sind allerdings im Vergleich zu Jaycee nur Nebenfiguren.

Ein schöner Werbefilm für die Trommelkünstler aus dem fernen Asien, der aber auch als Spielfilm überzeugt. Die Geschichte ist in ihren Grundzügen sehr klassisch, die Wandlung des Jungen etwas gar perfekt und fast zu einfach. Die Trommelklänge und auch die restliche Musik geben dem Film ein angenehmes Flair und runden die Geschichte als Ganzes ab. Ein schöner Film, den ich weiterempfehlen kann.

/ Philipp Jann [pj]