Vacancy (2007)

Vacancy (2007)

Motel
  1. ,
  2. 85 Minuten

DVD-Review: Ist hier das Casting für den Snuff Film?

Pay-TV sucks!
Pay-TV sucks!

Amy (Kate Beckinsale) und David (Luke Wilson) sind zwar verheiratet, aber die Ehe scheint nur noch auf dem Papier zu bestehen. Seit ihr kleiner Junge gestorben ist, haben beide Menschen ihre eigenen Wege, mit dem Verlust fertig zu werden. Diese Verarbeitung entfernte sie voneinander, und die Scheidung ist nur noch eine Frage der Zeit.

Als sie von einem Familienfest, an dem sie eigentlich ihre Trennung bekannt geben wollten, es aber nicht getan haben, durch die Nacht fahren, gehen die Zankereien im Auto weiter. Das geht soweit, dass sich David verfährt und ausserdem nach einem Beinahe-Unfall mit einem Waschbären etwas am Motor nicht mehr stimmt. Zum Glück gibts da in der Abgeschiedenheit eine Tankstelle und einen freundlichen Typen, der das Ganze reparieren kann. Dumm nur, dass die Karre danach knapp einen Kilometer weiter definitiv den Geist aufgibt.

Guguuseli!
Guguuseli!

Die beiden Noch-Eheleute machen sich also auf und gehen zurück zur Tankstelle, wo nebenan ein kleines Motel ist. Dort, zwischen vergilbten Bettlaken und unsympathischen Hotelbesitzern, soll die Nacht verbracht werden. Als David die herumliegenden Videokassetten in den Player schiebt, sieht er Ungeheuerliches. Auf den Filmen werden Menschen gequält und schlussendlich getötet. Und das Zimmer im Film sieht dem ihrigen verdammt ähnlich.

Als es den beiden dämmert und sie entdecken, dass im Zimmer überall Kameras versteckt sind, die sogenannte "Snuff"-Filme aufnehmen, ist es schon fast zu spät. Denn das aktuelle Taping hat bereits begonnen. In den Hauptrollen: David und Amy!

Über die Schocker Saw oder Hostel wurde in letzter Zeit viel geschrieben, behauptet und diskutiert. Man liebt sie oder man hasst sie, eines ist jedoch sicher: Sie haben das Horrorgenre der neusten Generation deutlich mitgeprägt und Vacancy ist klar ein Ableger des neuen Foltergenres. Im Gegensatz zu den zuvor genannten Filmen schlägt Vacancy jedoch eher den subtileren Weg ein und hinterlässt einen realistischen und auch sehr überzeugenden Eindruck.

Vacancy setzt von Anfang an auf seine beiden Hauptdarsteller Luke Wilson und Kate Beckinsale. Dadurch, dass die Hauptfiguren Amy und David ein so gut wie getrenntes Ehepaar sind, besteht von Anfang an eine Spannung zwischen den beiden, die man sonst in sehr wenigen Horrorfilmen findet. Während es beim üblichen Schocker primär darum geht, möglichst viel Sex zu haben, ist hier das genaue Gegenteil der Fall, was dem ganzen eine völlig neue Dynamik gibt. Dies und das drohende Damoklesschwert, welches über Amy und David baumelt, helfen gut über die eher langsame Anfangsphase hinweg, doch dann wir ein Suspence-Thriller der Extraklasse geboten.

Obwohl es bei Vacancy um Snuff-Filme geht mit dem Szenario, dass in einem Motel irgendwo in der Pampa munter die Gäste für den Tod auf Videoband verarbeitet werden, hält sich Vacancy recht in der Brutalität zurück. Geschickt wird mit Beleuchtung, der immer wilder werdenden Kameraführung, dem guten Schauspiel und einem reissenden Soundtrack gearbeitet, um einen enorm hohen Spannungsbogen und eine sehr dichte Atmosphäre aufzubauen.So entwickelt er eine ähnliche unangenehme Intensität wie auch schon 8mm, wo die meiste Brutalität im Kopf geschieht, was bei Vacancy auch zum grössten Teil gut funktioniert.

Negatives gibt es jedoch auch. Nachdem man Kate Beckinsale in letzter Zeit primär in starken, kämpferischen Rollen gesehen hat, ist ihre Rolle als schluchzender Sidekick recht gewöhnungsbedürftig. Ebenfalls zahlt sich das Tiefhalten der visuellen Brutalität gegen Ende nicht mehr aus. Während des aufwühlenden Katz- und Mausspieles zwischen den Opfern und ihren Peinigern braucht es nicht viel Blut, doch am Ende wenn Amy und David zurückschlagen wirkt die pseudozensierte Brutalität deplatziert. Für ein gelungenes Finale ist es einfach ungeeignet, wenn hinter gezogenem Vorhang geprügelt wird. Deshalb kann das Finale nicht überzeugen und entlässt den Zuschauer nach einer intensiven Achterbahnfahrt doch eher ernüchtert in die reale Welt zurück.

Fazit: Vacancy gehört zu den Geheimtipps, über die man kaum etwas hört und dann plötzlich in den Läden stehen. Vacancy hat jedoch den Titel Geheimtipp absolut verdient, denn während der ganzen Spielzeit wird ein realistisches Szenario geboten, welches perfekt inszeniert präsentiert wird und mit sehr gut ausgewählten Schauspielern absolut überzeugen kann. Wem Saw oder Hostel zu brutal sind und dennoch einen hochspanndenen Thriller haben will, ist hier sehr gut aufgehoben, wie natürlich alle anderen auch. Zugreifen!

Die DVD bietet den Film in einer scharfen und klaren Bildqualität, bei der die zeitweise recht spärlich beleuchteten Szenen klar erkennbar sind. Der Ton überzeugt im Bereich Surround absolut, was die Atmosphäre noch mehr verstärkt. Das Bonusmaterial hingegen ist nicht gerade üppig. Neben einer wenig interessanten, alternativen Anfangssequenz, gibt es neben überflüssigen Deleted Scenes noch einen Trailer und ein Making of. Das Making-of bietet jedoch mehr oder weniger alles, was man über Vacancy und die Produktion wissen will. Klar ist es mit zwanzig Minuten relativ kurz, und vieles wird nur am Rande gestreift, doch man erhält einen guten Einblick in die Produktion und was sich die Beteiligten vorgestellt hatten.

/ db

Kommentare Total: 6

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Ganz feiner Streifen. Vacancy ist durchgehend sehr spannend und vermag zu fesseln. Leider trügen ein paar Logiklöcher dem Ganzen. Auch wurde die Marke Hollywood zu dick aufgetragen.

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Beispielsweise das billige Happy End.

Chemic

Naja der Streifen fand ich jetzt etwas gar müllig. Die mehr oder weniger geklaute Story mit den Snuff-Hotel mitten in der Pampa wo ein Ehepaar? absteigt ist ja eigentlich ganz nett, aber die beiden achso romantischen Protagonisten 😴 , die fehlende Spannung (da sowieso klar ist das Beide überleben) sowie die kaum vorhandene blutige Action versaut den Streifen auf gröbste bzw, interessiert nicht die Bohne.

db

DVD-Review: Ist hier das Casting für den Snuff Film?

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Trailer Englisch, 02:17