Superbad (2007)

Superbad (2007)

  1. 113 Minuten

DVD-Review: Name ist Programm

Fun with the Fuzz
Fun with the Fuzz © Studio / Produzent

Wenn sich die Zeit auf der Highschool dem Ende neigt und das College vor der Tür steht, stellen sich dem durchschnittlichen Schüler meist zwei Fragen: Werde ich durch die Prüfung kommen? Und wie schaffe ich es, noch vor Ende der Schulzeit, meine Jungfräulichkeit zu verlieren? Bei den Kumpels Seth (Jonah Hill) und Evan (Michael Cera) ist vor allem Zweiteres ein Übel, das so schnell als möglich aus der Welt geschaffen werden muss.

OutNow.CH ist cool!
OutNow.CH ist cool! © Studio / Produzent

Der Dritte im Bunde ist ein Brillenträger namens Fogell (Christopher Mintz-Plasse) und genau der hat einen ganz genialen Plan. Er will mittels gefaktem Ausweis (der ihn als Organspender aus Hawaii namens "McLovin" identifiziert) Alkohol für eine anstehende Party beschaffen. Das ist ganz im Sinn seiner Kumpels, denn Seth hat, vorlaut und grossmäulig wie er nun halt mal ist, verlauten lassen, dass es für ihn doch kein Problem sei, Alkohol zu organisieren. Jetzt hat er den Salat.

Als die Operation anlaufen soll, kommts knüppeldick. Der Alkhoholladen wird überfallen, "McLovin" niedergeschlagen und zwei Cops (Seth Rogen, Bill Hader) tauchen auf, um diesen Fall unter die Lupe zu nehmen. Und während "McLovin" scheinbar unter Arrest gestellt wird, sehen Seth und Evan ihre Dates mit den hübschen Mädels davonschwimmen. Eigentlich wollten sie ja Sex haben, heute Abend an der Party, oder wenigstens einen Blowjob.

Wer macht das dümmste Gesicht?
Wer macht das dümmste Gesicht? © Studio / Produzent

Noch wissen die Jungs nicht, dass ihnen eine Nacht bevorsteht, die sie so schnell nicht vergessen werden. Denn sie werden nicht nur erkennen, dass Polizisten richtige Party-People sein können, sondern auch, dass es manchmal gar nicht so schwer ist, ein Mädchen für sich zu gewinnen, wenn man nur sich selber bleibt.

Achja, und dass man nicht mit einer Frau tanzen sollte, die ihre Tage hat... Und dass zuviel Alkohol zu Brechreiz führt oder eine Dame K.O. schlagen kann. Oder, oder, oder.....

Filme wie Superbad mogeln sich immer wieder in die Kinos und verstopfen später mit ihren Artgenossen wie Mädchen Mädchen 2 und American Pie das DVD-Regal. Das ist jedoch nicht das Einzige, was sie gemeinsam haben: Sie sind nicht nur saublöd, es braucht auch zwei Promille intus, um sie wirklich lustig zu finden. Dennoch geniessen solche Teeniekomödien in Amerika nach wie vor eine grosse Popularität und werden dementsprechend auch in Massen produziert. Superbad soll, jedenfalls laut den Autoren, sehr lebensecht sein, doch obwohl es punktuell durchaus gelungene Momente hat, reiht er sich in die lange Reihe von fragwürdigen Teeniekomödien ein, welche nochmals das gleiche Essen verarbeiten, welches die Vorgänger bereits dreimal gegessen haben.

Schenkt man den Filmen Glauben, ist der Eintritt in die Highschool der grosse Wendepunkt im Leben eines Teenagers, bei dem man dem Ablaufdatum erheblich näher rückt und man mindestens einmal eingelocht haben sollte - dies bezieht sich natürlich nicht auf Golf. Das haben anscheinend auch Evan (Michael Cera) und besonders Seth (Jonah Hill) erkannt, denn obwohl beide völlig stereotype Loser sind, wird ständig über Sex gequasselt. Bereits nach zwei Minuten ist die Kultivierung der Loser wie auch die Steuerung von unterhalb der Gürtellinie so penetrant, dass es weder lustig noch unterhaltsam, sondern einfach nur noch peinlich ist. Das rührt wohl auch vom Casting her, denn Michael Cera wie auch Fogell alias Christopher Mintz-Plasse ist die Loserrolle auf den Leib geschrieben, und schon bald gehen sie so auf die Nerven wie ein schreiendes Baby in der Rush-Hour.

Welches sind also die gelungenen Elemente in Superbad? Einer der Punkte ist sicher, dass viel aus dem Alltag eines Teenagers zitiert und zum Beispiel das Problem, als Minderjähriger an Alkohol zu kommen, gross thematisiert wird. Dies wird dann auch bis zum Exzess ausgeschlachtet und führt regelmässig zu ganz amüsanten Szenen, welche eigentlich der einzig wirklich rote Faden in Superbad sind. Dies und die Chaostruppe Officer Slater und Officer Michaels, welche Parties, Bars und überfallene Läden aufmischen, sind dabei die grössten Lichtblicke. Sie verkürzen die überlange Spielzeit von 114 Minuten erheblich und machen es überhaupt möglich, den restlichen Schrott zu ertragen.

Fazit: Es ist schön, wenn man gleich am Filmtitel erkennen kann, wie der Film letztendlich ist. Superbad ist die klassische Highschool-Komödie, welche alle Probleme und Problemchen abfackelt, die man schon ach so viele Male gesehen hat. Wer mit Filmen wie American Pie etwas anfangen kann und gerne dabei zuschaut, wie stereotype Loser endlich bei ihren Girls landen können, wird an Superbad seine Freude haben, den anderen kann ich getrost raten, Finger weg.

Die DVD bietet erstaunlich viel Bonusmaterial für einen solchen Film. Neben dem obligatorischen Audiokomentar gibt es nicht nur entfallene Szenen, sondern auch ein langes Making Of, welches zeigt, dass sie während den Dreharbeiten wirklich Spass gehabt haben. Die Bonus DVD enthält neben einem Zusammenschnitt aus den besten Sprüchen und den Outtakes auch viele Clips mit den Cops. Die grossen Lacher bleiben jedoch aus. Auch wenn es recht amüsant ist, wie die Dialoge TV-fähig gemacht wurden, hinterlassen Dokumentationen wie "Alle hassen Michael Cera" eher ein Fragezeichen.

/ db

Kommentare Total: 17

Ghost_Dog

hätte mehr erwartet, leider wird nicht delivered. 2 Sternli für alle Copszenen und McLovin-Kram, der Rest ist leider weder lustig noch krass, teilweise auch arg in die Länge gezogen oder nur dummes Blabla... Ein paar Lacher, der Rest ist Langeweile...

nick*

Reine Geschmacksache. Die einen werden ihn lieben, die anderen hassen. Weil mir die ersten 3 American Pie Filme gefallen haben (der 4 war noch akzeptierbar, aber 5+6 waren so sch****), fand ich auch an dieser Komödie gefallen, obwohl Superbad einen völlig anderen Humor hat als American Pie. Wer perfekten Humor erwartet, wird mehr als nur enttäuscht sein. Er spielt sich vor allem unter der Gürtellinie ab, ist aber dennoch an vielen Stellen sehr witzig. Der Film hat ein paar unnötige Längen und wird so manchmal ein wenig langweilig. Gefallen hat er mir aber trotzdem. Eine 08/15 Komödie bei der man nicht viel studieren, sondern einfach lachen soll. Ich finde es völlig normal, wenn Leute diesen Film nicht mögen. Der Humor von der Truppe um Judd Apatow ist ja schon sehr speziell und liefert deshalb guten Diskussionsstoff. Mir gefiel z. B. "The 40 Year-Old Virgin" überhaupt nicht. "Knocked up" und "Superbad" fand ich dafür aber amüsant. Na ja. Freue mich jedenfalls auf weiter Projekte dieser Truppe.

db

Sorry, mit dieser Art von Humor kann ich überhaupt nichts anfangen. Auch wenn es zwei gute Cops hat, muss ich mir trotzdem 90% Scheisse ansehen, die Absolut peinlich ist und viel zu fest in die Länge gezogen ist. Wem's gefällt - ok, mir wars zu blöd, genau wie auch Der Wixxer und seine Artgenossen.

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