Rendition (2007)

Machtlos

"Chäpeli, grüezi."

Bei einem Selbstmordanschlag in Nordafrika wird der neue CIA-Leiter vor Ort getötet. Aufgrund mangelnder Alternativen wird dem junge Analytiker Douglas Freeman (Jake Gyllenhaal) die Beobachtung und Unterstützung der örtlichen Polizei bei der Suche nach den Drahtziehern anvertraut. Der Hauptverdächtige ist Anwar El-Ibrahimi (Omar Metwally), ein aus Ägypten stammender US-Ingenieur. Bei seinem Verhör wird sich Freeman bewusst, mit welchen brutalen Methoden sein Arbeitgeber gewillt ist, vorzugehen, um jede noch so kleine Information aus dem Gefangenen herauszupressen. Dabei kommen ihm Zweifel am Sinn dieser Aktionen, und er versucht, eine Rechtfertigung für dieses Vorgehen gegenüber dem Terrorismus zu finden.


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Film-Informationen

Deutscher Titel: Machtlos
Französischer Titel: Détention secrète

Drehort: USA 2007
Genres: Drama, Thriller
Laufzeit: 122 Minuten

Kinostart: 22.11.2007
Verleih: Warner Bros. Switzerland

Regie: Gavin Hood
Drehbuch: Kelley Sane
Musik: Paul Hepker, Mark Kilian

Darsteller: Jake Gyllenhaal, Reese Witherspoon, Meryl Streep, Alan Arkin, Peter Sarsgaard, Omar Metwally, Yigal Naor, Hadar Ratzon Rotem, J.K. Simmons, Simon Abkarian, Moa Khouas, Zineb Oukach, Aramis Knight, Rosie Malek-Yonan, Laila Mrabti, David Fabrizio, Mounir Margoum, Driss Roukhe, Bob Gunton, Del Hunter-White

» The Internet Movie database (IMDb)


Kommentare zum Film

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6 Kommentare

Sehr gut gespielt, da gebe ich dir recht pb (was wahrscheinlich nicht zuletzt auch am talentierten Cast liegt), ansonsten für mich leider nur guter Durchschnitt. Das heisst, Rendition bietet nicht viel, was man nicht schon so oft vorher gesehen hat. Die Geschichte mit Tochter Fatima war mir ausserdem zu lang und zu träge.

The New York Times hat meiner Meinung nach den Nagel auf den Kopf getroffen: "A well-meaning, honorable movie. Which is not to say that it is a very good one."

» Filmkritik: Kritisch!

Auch wenn der Film ein bisschen zuviel auf einmal versucht und sich deswegen nicht so ganz entscheiden kann was Inhaltlich jetzt wichtig ist und sich dabei etwas verzettelt und langfädig wird, Rendition ist wirklich sehenswert.
Mit etwas Abstand nun, finde ich die zweite Story gar nicht so schlecht, bringt sie doch unglaubliche Spannung in das etwas Voraussehbare der Hauptstory. Der Zuschauer wird hängen gelassen und so taten mir die etwas langwierigen, nimmer aufhörenden Folterszenen fast schon körperlich weh. Ich wollte nur noch, dass der Film weiter geht...
Was ich beim Zuschauen unglaublich mühsam und zermürbend fand und deswegen gern gestrafft gesehen hätte, würde ich jetzt im Nachhinein gar nicht mehr unbedingt kürzen wollen. Ich sah diese Machtlosigkeit nicht nur, ich fühlte mich richtiggehend "Machtlos". Der Film ist auf jeden Fall eine Erfahrung, auch für jemand der sich sonst nicht so leicht von einem Film beeindrucken lässt...

[Editiert von kiri am 2008-01-17 23:20:30]

Eins vorneweg, Rendition ist kein schlechter Film. Aaaaber er versucht Elemente des Thrillers und des Dramas so zu verknüpfen, dass das Endresultat einen sehr gemischten Eindruck hinterlässt.

Spannung wird insofern geboten, als dass diese nächtlichen Aktionen des CIA halt einfach ungläubig angeschaut werden und man es kaum glauben kann, dass die selbsternannte Weltpolizei zu solchen Mitteln greifen muss. Die Folterszenen sind hart, aber dennoch Massentauglich, so das niemand vor Schreck die Augen verdecken müsste.

Die Story um das Mädel des Folterers ist hingegen mehrheitlich langweilig und löst sich dann in einer Weise auf, wie man es lange Zeit nicht ahnen konnte. Ich würde auf alle Fälle überrascht.

Auf solidem Niveau bewegen sich die Darsteller. Zwar werden Witherspoon und Gyllenhaal kaum mit Oscarnominationen rechnen dürfen (dafür spielt vor allem er zu eintönig), aber der ganze Cast macht seine Sache ordentlich. Meryl Streep lässt sogar teilweise ihre Paraderolle aus The Devil wears Prada aufblitzen, wenn sie den auf Hilfe hoffenden Menschen mit einer Eiseskälte gegenübersteht.

S'ist nicht der Überhammer geworden, aber anschaulich ists allemal. Vielleicht hätte man die einzelnen Szenen noch mehr straffen können, denn mit einer Spieldauer von 122 Minuten ist der Film doch um einiges zu lang.

Servus

Hier noch meine Kritik:

Verworrener Politthriller

Während einer Geschäftsreise nach Südafrika verschwindet Anwar El-Ibrahimi spurlos. "Rendition" wurde ein routinierter Politthriller mit Starbesetzung.

"Ausserordentliche Auslieferung"
Kernthema im neuen Film von Gavin Hood ("Tsotsi") sind die komplizierten Auswirkungen eines Verfahrens, bekannt in der US-Politik als "extraordinary Rendition" (ausserordentliche Auslieferung). Dabei handelt es sich um eine Überstellung in die Rechtlosigkeit. Im Rahmen dieses Verfahren werden Nicht-Amerikaner, welche als Bedrohung für die nationale Sicherheit gelten, entführt und in geheimen Gefängnissen ausserhalb der USA verhört. Genau hier kommt die Figur des Anwar El-Ibrahimi (Omar Metwally) ins Geschehen. Der ägyptischstämmige Anwar ist als Kind mit seiner Familie in die USA emigriert. Nach seiner schulischen Ausbildung heiratete er die Amerikanerin Isabella El-Ibrahimi (Reese Witherspoon) und gründete mit ihr eine Familie. Als US-Ingenieur begab er sich auf eine seiner unzähligen Geschäftsreisen, dieses Mal nach Südafrika. Wie immer telefoniert er seiner Familie vor Antritt seiner Rückreise und bestätig den Heimflug. Doch dieses mal muss Isabella und ihr Sohn am Flughafen erfahren, dass Anwar während des Fluges von Kapstadt nach Washington/DC angeblich spurlos verschwunden sei.

Aus den eigenen Reihen
Auf ihrer verzweifelten Suche nach Antworten wendet sich die hochschwangere Isabella an einen ehemaligen Kollegen aus der Studienzeit, Alan Smith (Peter Sarsgaard), welcher für Senator Hawkins (Alan Arkin) arbeitet. Über seine Kontakte zu Staatsoberhäuptern kann Alan für Isabella herausfinden, dass ihr Ehemann Anwar auf Befehl von Corrine Whitman (eiskalte Meryl Streep), Chefin der CIA-Anti-Terror-Einheit, in ein Land der Dritten Welt verschleppt wurde. Mit dieser Kontaktherstellung muss Alan jedoch merken, dass er schon weit über seine Zuständigkeit hinaus gehandelt hat. Verschlossene Türen und schweigende Staatsoberhäupter lassen Isabella mit ihrer Verzweiflung im Raum stehen.
Unterdessen wird Douglas Freeman (Jake Gyllenhaal), CIA-Analytiker in Nordafrika, Zeuge der brutalen Verhörstechniken der Geheimpolizei der nordafrikanischen Staaten. Anwar wird in einem geheimen Gefängnis wegen Verdachtes an Mithilfe eines terroristischen Aktes gefangen gehalten und gefoltert. Dies bringt den Glauben des kürzlich beförderten Douglas an seine Bestimmung und seine Arbeit zum Wohle der Nation gefährlich ins Wanken. Indirekter Verbündeter von Whitman und Chef des Geheimgefängnisses ist Abasi Fawal (Igal Naor). Dieser hat jedoch nicht nur mit den schwellenden Konflikten in seinem Land, den Hasstiraden gegen seine Person und dem stummen Gefangenen zu kämpfen, sondern muss sich auch gegen die hinterfragenden Gedanken Douglas' wehren und seine rebellische Tochter Fatima vom islamischen Fundamentalisten Khalid versuchen fern zu halten. Ein Pulverfass, das explodieren muss.

Klischierte Umsetzung
Die Story des Thrillers ist verworren und so auch seine Erzählstruktur. Es ist ein wenig zu einem Stereotypen verkommen im modernen Politthriller-Kino Hollywoods, dass die einzelnen Handlungsstränge nicht parallel erzählt werden. So auch hier. Zu Beginn erfolgt ein dramatischer Höhepunkt, dessen Aufwicklung dann das Thema des Filmes ist. Mit der Erzählstruktur bedient sich "Rendition" nicht nur einem der Klischees des Politkinos: brutale Folterszenen, einen unmögliche Liebe, ein sich im Schein der Überlegenheit suhlender Westen, ein dramatisches Familienschicksal, mit sich hadernde Figuren, location-betonte Kameraarbeit und die immergleiche Filmmusik sind weiter zu nennen. So hat der Film eine durchaus interessante, wenn auch nicht neue Story und die Thematisierung der "ausserordentlichen Auslieferung" ist spannend. Dazu kommt ein meist beeindruckendes Starensemble. Leider ist der Schluss etwas misslungen.