Ratatouille (2007)

Ratatouille (2007)

Oder: En Guete!

Wenn der Turm nur aus Käse wär

Wenn der Turm nur aus Käse wär

Remy (Stimme von Patton Oswald) lebt leidlich glücklich in einer Rattenpopulation auf dem Lande. Anders als sein Bruder Emile (Stimme von Peter Sohn), der alles frisst, was im ihn die Finger kommt, ist er ein ausgesprochener Gourmand mit herausragendem Geruchssinn. Remy geht deshalb auch gerne aufrecht, um seine Hände nicht ständig waschen zu müssen, wenn er - wie so oft - was ganz exquisites zu essen gefunden hat. Sein Vater Django (Stimme von Brian Dehenny) straft ihn seiner Fähigkeiten wegen aber nur mit Verachtung - ausser Remy warnt die andern vor Rattengift - was er dank seiner feinen Nase im Akkord tun muss.

Remys grosses Idol ist der Meisterkoch Auguste Gusteau (Stimme von Brad Garett). Heimlich verfolgt die Ratte jeweils dessen Kochshows im TV und Gusteaus Bestseller "Anyone can cook" kann er fast auswendig. Umso bestürtzter ist Remy, als er erfährt, dass Gusteau verstarb, weil ihm die Verleumdungen des Gastrokritikers Anton Ego (Stimme von Peter O'Toole) zu sehr zusetzten. Doch es kommt noch schlimmer, als die Ratten entdeckt werden. Auf der Flucht verliert Remy den Anschluss an seine Gschpänli und ist nun vollends auf sich allein gestellt.

Einmal Omelette ohne Haare!

Einmal Omelette ohne Haare!

Die Strömungen der Kanalisation wollen es aber, dass Remy ausgerecht in Paris landet - und zwar genau vor dem Tor zum kulinarischen Himmel - der Meisterküche Auguste Gusteaus. Mittlerweile hat Skinner (Stimme von Ian Holm) den Kochlöffel übernommen und führt mit einer Crew Hochspezialisierter das Restaurant. Nicht so ganz ins Team passt Rotschopf Linguini (Stimme von Lou Romano), der als Müllboy eine seiner letzten Jobchancen wahrnimmt. Linguini wird schlussendlich aber Remys einzige Chance im Schlaraffenland bleiben zu können. Die beiden ergänzen sich bestens und zaubern immer weitere Kreationen auf die Menukarte bis sogar Anton Ego mal wieder vorbeischauen muss. Der Oberkritker möchte wissen, ob dem Restaurant die Sterne nach dem Tode Gusteaus zu unrecht aberkannt wurden...


Film-Rating

Die Vorfreude ist gross. Wenn immer ein Film unter dem Banner von "Pixar" in die Kinos kommt, darf man sich auf excellente Animationen, lustige Geschichten und kultige Charaktere freuen. Auch wenn der letzte Pixar-Film (Cars) in Sachen Kassenergebnis ein bisschen Rückstand hatte, so wurden alle bisherigen Filme der Company zu einem grossen Erfolg. Und mit Ratatouille dürfte es nicht anders gehen.

Was für normale Küchen ein Graus ist, wird in Ratatouille zum Thema eines ganzen Films. Die Ratte in der Küche. Das Viech, das so viele schlechte Eigenschaften zu haben scheint und von der Mehrheit der Menschen als eklig empfunden wird, entpuppt sich als herzige und talentierte Figur, die frisch fröhlich in der grossen Küche in Paris feine Menüs erfindet, diese verfeinert und sich somit als begnadeter Gourmet outet. Eine hervorragende Voraussetzung für eine herrliche Komödie mit viel Slapstick, lustigen Anspielungen und jeder Menge Witze.

Regisseur Brad Bird (inszenierte bereits The Incredibles oder The Iron Giant) beweist also ein weiteres Mal, dass nicht nur Autos, Käfer oder Spielzeuge aus der Denkfabrik von Pixar im Kino ankommen, sondern nun auch Ratten. Gesprochen wird die Hauptratte übrigens von King of Queens- und Blade: Trinity-Schauspieler Patton Oswald. Sein Gegenpart als grimmiger Küchenchef hat sich Ian Holm (Lord of War, Lord of the Rings: The Return of the King) geschnappt und spricht, wie die meisten menschlichen Figuren, mit scharfem französischen Akzent. Ist noch witzig....

Desweiteren sind viele bekannte Stimmen hörbar (Peter O'Toole, Jeaneane Garofalo und Pixars Standardsprecher John Ratzenberger), die Animationen sind genial und zeitweise traumhaft schön und der Witz kommt für einmal nicht mit dem Holzhammer, sondern schön sanft und dennoch sauglatt.

Fazit: Ratatouille wird sich ohne Probleme in die Reihe der Pixar-Hits einordnen und zudem die Anmeldungen für Kochkurse wohl rasant in die Höhe schnellen lassen. Fast zwei Stunden lang gibts Essenswitze, niedliche Ratten und fluchende Franzosen, auf deren Lebensart mehr als einmal scharf geschossen wird. Ein herrlicher Film, um den man als Pixar-Freund nicht herumkommt. Kompliment an den Küchenchef!


OutNow.CH:

Bewertung: 5.0

 

31.07.2007 / muri

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