Don't get me wrong - Nu Te Supara, Dar... (2007)

Don't get me wrong - Nu Te Supara, Dar... (2007)

Die fast einstündige Dokumentation handelt vom Alltag geistig behinderter Menschen in Rumänien. Es werden ganz normale Tätigkeiten hervorgehoben wie das Füttern, Waschen, Rasieren oder sogar das Windelwechseln der Heiminsassen, wodurch ihre Andersartigkeit und Unselbstständigkeit aufgezeigt wird. Die Doku dreht sich allerdings nicht nur um Behinderte, sondern ist auch ausschliesslich aus ihrer Perspektive erzählt, weshalb nie auch nur ein einziger Pfleger zu Wort kommt und nur die unkoordinierten Aussagen der Betroffenen selbst im Raum stehen. [kat/OutNow]

Regie
Genre
Laufzeit
50 Minuten
Produktion
2007
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IMDb, TMDb
Thema
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Kommentare Total: 2

gogetbusy

Ich sah diesen Film vor 3 Tagen auf dem Leipziger Dok-Filmfestival. Die Kamera ist hervorragend: sauberst gebaute Bilder, wie es nur ein Profi schafft. Es gibt ja die "Bildbauer" und die "Actionspezialisten", selten ist jemand in beiden Disziplinen gut; die wenigen Bilder von der Schulter sind hier denn auch relativ wackelig und Bewegungen auch nicht besonders souverän, wir haben also hier den Bildbauer (: .
Zig verschiedene Ansichten einer kargen Aussenmauer mit 3 Fenstern - und jede gut gemacht. Zig verschiedene interessante Ansichten des Typen, der die Steine umsortiert, und fast jede zeigt noch etwas neues - so sollte es sein! (Von den Steinen gibt es eine Nahe! muss ich meiner Vorrednerin widersprechen)

Eine "feste" Kamera, keine Zooms - hier kann und wird man sich voll auf die Bildinhalte konzentrieren. Sie zeigen einen Ausschnitt aus dem Leben der Bewohner eines "Irrenhauses", salopp gesagt. Wir lernen 5 Leute kennen und sehen sie praktisch immer wieder bei "ihren" Tätigkeiten, und dies lenkt die Gedanken unweigerlich auf sein eigenes tägliches Tun, Vergleiche werden gezogen, man beginnt nachzudenken.. ( :
Übrigens war die Regisseurin anwesend und erzählte über die Entstehung des Films: eine "Übung" (oder Prüfung?) von sich vorher unbekannten Leuten, die einen Filmworkshop gemeinsam besuchten, keine Zeit für Vorrecherche, nur ein Gespräch und die Genehmigung des Arztes dort, sie lebten dann mehrere Tage mit im Heim. Sie sagte noch, es sei ein Film über Liebe und die Schönheit dieser Menschen, und dem stimme ich auch zu. Die Würde dieser Menschen wird nicht verletzt, sie werden im Gegenteil geachtet; hierüber (über die eins, zwei Nackten bei der Körperpflege) hat sich auch im Kino ein Moralapostel aufgeregt, die Regie meinte dazu, sie hätte auch lange bei diesen Szenen überlegt, ich finde es gehört dazu, ist ein weiteres Puzzlesteinchen um das Leben der Heimbewohner kennenzulernen. Das Beste sind diese beiden Typen, die beide glauben, sie könnten den Regen beenden, sie spazieren die ganze Zeit durch die Gegend und unterhalten sich auf hohem Niveau darüber, bis sie sich entzweien. Dann regnet es.. ( ;
Mein Fazit: ein super Dokumentarfilm.

[Editiert von gogetbusy am 2007-11-04 06:19:18]

kat

Filmkritik: Herzgeschichte ohne Herz

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