No Country for Old Men (2007)

No Country for Old Men (2007)

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  2. 122 Minuten

Kommentare Total: 99

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neh

Filmkritik: Los Jungs, holt euch die Kohle!

psg

@neh

Warum bist du auf 6 Sterne umgestiegen?

[Editiert von henker am 2007-11-21 18:33:43]

psg

Jetzt müssen wir noch bis am 10.04.08 warten, um den Film im Kino zu sehen? Jesses, die Amerikaner kommen schon ab heute in den Genuss von dem neusten und offenbar genialem Cohen-Streich! Ich wette dort kommt sogar die DVD vor unserem Kinostart raus...

th

immerhin kommt er noch. auch schon war er vom verleiher gestrichen...

psg

Höchstwertungen für No Country for Old Men


Momentan ist No Country for Old Men auf dieser Liste ganz oben und zwar auf dem stolzen Platz #16!

Ob er diesen Platz halten kann, bezweifle ich, jedoch darf er jetzt gerade den Vorrang vor vielen genialen Filmen wie Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring, C'era una volta il West, The Usual Suspects, Memento, Taxi Driver etc. etc. geniessen.

Auch der Cirtics Tomatometer ist beim neusten Coen-Streich fast voll.

Der Oscar für Javier Bardem für "Best Actor in a Supporting Role" gillt sowieso schon längst als abgemacht und auch die Coens selber haben offenbar verdammt gute Chancen auf die Goldstatue.

Nun, diese Facts machen das Warten nicht gerade einfacher.... Ich verkürze mir die Wartezeit auf jeden Fall mit dem Screenplay, das ich in den Ferien bestimmt verschlingen werde.

psg

So, jetzt habe ich endlich Zeit gefunden, das Drehbuch zu lesen und kann neh nur zustimmen. Grandios! Die Dialoge sind absolute Spitzenklasse, immer angehaucht mit dem typisch jüdischen Humor der Coens. Nicht nur sind sie superbe Geschichtenerzähler, sondern auch feine Figuren- und Detailzeichner. Es lohnt sich auf jeden Fall dieses geniale Script zu lesen. Der Oscar ist hier auch nicht mehr weit. Ich selbst habe jedenfalls den Streifen schon richtig vor mir gesehen, bin jetzt also doppelt auf das wirkliche Endprodukt gespannt. Meine Prognose ist jedenfalls ein verdammt spannendes Meisterwerk von Anfang bis Schluss.

(Die für die Coens typischen "Fuck"s kommen dieses Mal übrigens nie vor, ausser ein einziges Mal, wo es von einem Jungen gesporchen wird: "Look at that fuckin' bone")

First It Giveth

Zitat henker (2007-12-27 17:41:43)

(Die für die Coens typischen "Fuck"s kommen dieses Mal übrigens nie vor, ausser ein einziges Mal, wo es von einem Jungen gesporchen wird: "Look at that fuckin' bone")

Die Fucks kommen nur bei The Big Lebowski und aus dem Mund von Steve Buscemi in Fargo sehr oft vor, ansonsten werden sie bei den Coen-Filmen sehr selten eingesetzt (zumindest bei denen die ich gesehen habe, Barton Fink habe ich noch nicht angeschaut).

huli_

Weis jemand, ob der Film bei uns Cot oder Uncut laufen wird.

Ich habe bei SFV nachgefragt, doch die konnten mir nicht helfen und eine Kontaktadresse von Universal konnte ich nicht finden.

machine

Zitat huli_ (2008-01-21 13:51:56)

Weis jemand, ob der Film bei uns Cot oder Uncut laufen wird.

Ich habe bei SFV nachgefragt, doch die konnten mir nicht helfen und eine Kontaktadresse von Universal konnte ich nicht finden.

weshalb sollte der film gekürzt sein?

th

in der schweiz kommen selten gekürzte fassungen ins kino

psg

@th

Nur vier Sterne? 😮

El Chupanebrey

Zitat henker (2008-01-21 16:41:33)

@th

Nur vier Sterne? 😮

Solche Meinungen solls auch geben...😉

Weisst du, man kann sich 6er-Wertungen auch einreden (ich nehme mich selbst da nicht raus, von wegen I'm Not There und so 😉).
Keine Kritik, ich freu mich auch wahnsinnig auf No Country For Old Men, trotzdem sehe ich mir Wertungen unter 5 (was ja im 4er-Fall auch noch "Gut" heisst) nicht ungläubig an. 😉

mab

Wiedereinmal ein äusserst skurriler Coen-Film, vollgepakt mit originellen - nicht zwingend geistreichen - Dialogen, einer durchwegs spannenden Story und einer gehörigen Portion schwarzen Humors. Dazu gesellen sich die typisch, schrägen Figuren, welche mit Tommy Lee Jones, Josh Brolin und Javier Bardem ideal und perfekt besetzt sind. Besonders letzterer ist grossartig und mir wohl unvergessen in Erinnerung bleiben. Seit Fargo sicher eins der blutigsten und brutalsten Werken der Coens. Doch auf Grund der kargen und rauen Inszenierung (praktisch kein Score) kann man sich dessen einfach nicht entziehen.

[Editiert von mat am 2008-02-12 20:36:57]

muri

Ach, wir hätten da noch was:

» Ab zur Vorpremiere!😉

db

Wieder einer dieser konstruierten, ungewöhnlichen und ach so speziellen Oscar Filmen.

Die Story ist gesucht, die Handlung kommt nur sehr langsam voran und wegen fehlendem Soundtrack, den fehlenden Überraschungen und der linearen Entwicklung bleibt auch die Spannung aus. Ein Finale, geschweige denn eine ordentliche Auflösung sucht man am Ende auch vergebens.

Wenigstens können sie einen grossartigen Killer liefern, der nicht nur nette Sprüche vom Stapel lässt, sondern auch einen einzigartigen Look sowie Vorgehensweise bietet. Da ist sicher gute Unterhaltung garantiert.

Während die meisten Schauspieler gute Leistungen bringen, enttäuscht Tommy Lee Jones aufs neue. Inzwischen scheint er ein Alter erreicht zu haben, wo er nur noch deprimiert in die Kamera schauen und irgend einen Text vor sich hinbrabbeln kann, den man beim besten Willen kaum verstehen kann. Wie es scheint hat er sein Verfallsdatum überrschritten.

Fazit: Einige bitterböse Dialoge, Szenenhumor und ein genialer Killer, das beleibt von No Country for Old Men hängen. Der Rest hat man schon gesehen...

El Chupanebrey

Zitat db (2008-02-27 02:08:39)

Die Story ist gesucht

*Romanvorlage* 😉

muri

Hervorragend langsam in Szene gesetzt, kurrlige Sprüche, kultige Figuren (das Sheriff-Duo fand ich klasse), ein überragender Javier Bardem (für so eine Frisur braucht man schon Mut...) und die Rauheit von Texas, die man ihn praktisch jeder Szene spürt. Auch Josh Brolin ist klasse, mumelt aber (wie auch TL Jones) etwas gar viel.

IMO ein verdienter Gewinner der Oscars, der eine interessante Story bietet (die sich leider am Schluss nur ungenügend und sehr unklar auflöst), schauspielerische Topleistungen hervorbringt und Lust macht auf mexikanisches Essen und Bier. 😉

Super Sache. Wenn das Ende jetzt noch ein bisschen klarer gewesen wäre, hätt ich doch glatt die volle Punktzahl vergeben können.

gargamel

Zitat db (2008-02-27 02:08:39)

naja wieder einer dieser üblichen konstruierten...

ich hab' ihn ja noch nicht gesehen, aber ich glaube halt wirklich nicht, dass man jeden film mit dem horror/action/thriller-schema beurteilen kann...

db

Zitat gargamel (2008-02-27 09:00:05)

ich hab' ihn ja noch nicht gesehen, aber ich glaube halt wirklich nicht, dass man jeden film mit dem horror/action/thriller-schema beurteilen kann...

Wenn dir Filme wie Fargo gefallen, wir dir No Country for old Men sicher gefallen.

gargamel

wie kann einem "fargo" nicht gefallen??? 😮

euros

Zitat muri (2008-02-27 08:14:26)

Super Sache. Wenn das Ende jetzt noch ein bisschen klarer gewesen wäre, hätt ich doch glatt die volle Punktzahl vergeben können.

Hmm, was war denn unklar am Ende?
Falls es um das Schicksal von Misses gehen sollte, da hat jemand, als er aus dem Haus trat, seine Schuhe abgetreten...

muri

Zitat euros (2008-02-27 09:26:18)
Zitat muri (2008-02-27 08:14:26)

Super Sache. Wenn das Ende jetzt noch ein bisschen klarer gewesen wäre, hätt ich doch glatt die volle Punktzahl vergeben können.

Hmm, was war denn unklar am Ende?
Falls es um das Schicksal von Misses gehen sollte, da hat jemand, als er aus dem Haus trat, seine Schuhe abgetreten...

Ja, so blöd bin ich auch nicht... Das hab ich auch gemerkt...😉

Es fehlt mir halt ein Ende, das klarer "kommuniziert" geworden wäre.

euros

Im Gegensatz zu "Fargo", dessen Message doch sehr hoffnungsvoll war, propagiert der Film doch einen ausgeprägten Nihilismus, so ala Dürrenmatts "Versprechen", deshalb wäre imho eine "Auflösung bis ins Detail" unpassend gewesen.

db

Zitat gargamel (2008-02-27 09:18:26)

wie kann einem "fargo" nicht gefallen??? 😮

Ich kann mich nicht für solche Filme begeistern, das heisst nicht, dass sie nicht gefallen.

Sweeney Todd hört ja auch mit einem Ende auf, das nicht alles erklärt, dafür sehr gut passt. Bei No Country for Old Men verzettelt er sich gegen Ende immer mehr und zieht das ganze mit Tommy Lee Jones und einigen hineineschobenen Szenen noch mehr in die Länge, anstatt es einfach sauber mit einem Knall - oder was auch immer - abzuschliessen.

muri

Zitat euros (2008-02-27 09:46:17)

Im Gegensatz zu "Fargo", dessen Message doch sehr hoffnungsvoll war, propagiert der Film doch einen ausgeprägten Nihilismus, so ala Dürrenmatts "Versprechen", deshalb wäre imho eine "Auflösung bis ins Detail" unpassend gewesen.

Absolut deiner Meinung und dass sies nicht bis "ins Detail" aufgeklärt haben, ist völlig passend. Aber ich hätte mir halt "äs bitzli" mehr Infos gewünscht am Schluss. Aber eben. S'war spät und so richtig kombinieren und nachdenken fiel schwer...😏

Anyway, der Film ist klasse und gefallen sogar solchen Leute, die sich für diese Filme nicht begeistern können. 😉

euros

Zitat neh (2007-05-23 15:45:00)

Chigurh zum Beispiel, schleppt die ganze Zeit eine Art Schlachtschussapparat mit sich, eine Gasbuttel mit Schlauch, dessen Ende normalerweise dazu benutzt wird, Rindern vor dem Schlachten das Gehirn zu zerstören, damit sie beim Schlachtvorgang nichts fühlen.

Naja der Kolben dient eigenlich nur dazu ein Loch zu machen, Hirn zerstören geschah, vor BSE, durch einführen eines kräftigen Drahtes und anschliessendem Rumgegerühre mit demselbem, durch betreffendes Loch.
Die Amiversion des Geräts war hier in Europa nicht gebräuchlich wir hatten Treibsätze 😉

marc_zh

Dieser Film muss man gesehen haben!
Meiner Meinung nach hat er absolutes Kultpotenzial!
Die Dialoge sind sowas von unterhaltsam - ich möchte sie am liebsten auswendig lernen!

El Chupanebrey

No Country For Old Men ist ein klasse Film, der es schafft zwei Stunden lang spannend zu bleiben und das Ende völlig offen lässt. Die Schauspieler sind allesamt brillant, der Oscar für Javier Bardem geht in Ordnung, Tommy Lee Jones hätte besser für diesen Film die Nomination erhalten. Josh Brolin spielt gut, doch er kann qualitativ nicht ganz mit den vorher genannten mithalten.
Das Drehbuch ist wunderbar, es lässt sich viel herauslesen (auch aus dem Buch => Werteverfall im Westen, der "neuen" Welt, also ist der Rest der Welt ebenso verdammt) und es gibt viele vertrackte Dialoge, Beispiel:

Chigurh: "Keep it! It's your lucky quarter!" [...] "DON'T put it in your pocket!"
Tankstellenwart: "Why?"
Chigurh: "If you put in your pocket, then it scrambles with the other coins and it becomes nothing but a simple coin...which it is"

Der Film ist nicht die ganze Zeit ein Meisterwerk, vor allem am Anfang ist es mehr ein subtil-intellektuelles Bodycount-Spielchen, erst im zweiten Teil erhält No Country For Old Men etwas mehr Tiefe, vor allem auch durch die Dialoge von Tommy Lee Jones, wo die Moral jedes Satzes "This is no country for old men" ist.
Das Ende ist zwar nett gemacht, doch alles in allem zu abrupt, man ist etwas irritiert, dass plötzlich die Namen der Regisseure auf der Leinwand zu sehen sind. Etwas mehr Informationen hätte ich mir auch über Moss gewünscht.
Trotzdem ein sehr guter Film, der völlig verdient 4 Oscars gewonnen hat.

[Editiert von El Chupanebrey am 2008-03-02 11:59:56]

psg

No Country for Old Men oder: Call it, Friendo!

Als ein grosser Verehrer der Coen Brothers habe ich mich selten auf einen Film so gefreut wie auf ihren neusten Film, der wieder in einer Wüstenlandschaft spielt, wie das auch beim grandiosen Fargo der Fall war. (auch wenn es dort eine Eiswüste war)

Der Film öffnet mit einem Monolog, gesprochen von der lakonischen Stimme des Tommy Lee Jones. Dazu sehen wir die phänomenalen Landschaftsaufnahmen, eingefangen von einem der besten Kameramännern der Welt, Roger Deakins. Jedes dieser Landschaftsbilder könnte man rahmen und aufhängen. Ich könnte mich irren, aber ich glaube das letzte Mal als ein Coen Film mit einem Monolog eröffnet wurde, war 1998, gut 10 Jahre her also, im Kultfilm The Big Lebowski.

No Country For Old Men bleibt auf dem gleichen Niveau, wie er angefangen hat, nein, er wird sogar noch besser. Zum Beispiel wenn der psychopathische Killer Chigurh, ein Sensemann oder "Ghost" wie er einmal vom Sheriff genannt wird, mit dem Besitzer einer Tankstelle Kopf oder Zahl spielt. Was dieser dabei verlieren kann: sein gesamtes Leben. Nicht nur ist der Dialog in dieser Tankstelle unschlagbar gut, auch Javier Bardem ist in der Rolle des Bösewichten kaum zu toppen. Dies ist die einzige Szene, wo wir den Filmscore leise hören können, ansonsten verzichten die Coens auf den Soundtrack und zeigen dabei, wie spannend die Stille sein kann.

Die letzten 20 Minuten werden das Publikum wohl in zwei teilen. Wer einen eindeutigen und klaren Schluss erwartet, hat Pech, stattdessen gibt es ein Ende, das für viele Interpretationen offen steht, in seiner Message aber doch sehr präzise ist.

Fazit: 8 Oscar Nominationen? No Country For Old Men hätte neun Trophäen gewinnen sollen! Schnitt, Kamera, Ton - im neusten Coen-Film stimmt einfach alles. Alle Agierenden geben unter der spitzen Regie der Coens einen genialen Job ab, nicht zu vergessen auch Josh Brolin, der die Hauptrolle spielt. Besser werden die Coens wohl nie mehr.

psg

Zitat El Chupanebrey (2008-03-02 11:55:13)

Josh Brolin spielt gut, doch er kann qualitativ nicht ganz mit den vorher genannten mithalten.

Ach ja? Ich finde er ist die Idealbesetzung für den Vietnam-Veteranen Llewelyn Moss, dessen Verzeiflung sich automatisch auf den Zuschauer überträgt. Eine anspruchsvolle Figur mit Ecken und Kanten, die Brolin meiner Meinung nach durchaus mit Bravour meistert.

Das Ende ist zwar nett gemacht, doch alles in allem zu abrupt, man ist etwas irritiert, dass plötzlich die Namen der Regisseure auf der Leinwand zu sehen sind.

"And in the dream I knew that he was goin' on ahead and he was fixin' to make a fire somewhere out there in all that dark and all that cold, and I knew that whenever I got there he would be there. And then I woke up." finde ich geniale Schlusssätze. Ich denke die Coens hätten Freude, wenn sie hören würden, dass einige Leute am Ende verstört waren, als ihre Namen auftauchten, denn das war bestimmt auch ihr Ziel.

Etwas mehr Informationen hätte ich mir auch über Moss gewünscht.

Ich bin froh, dass No Country For Old Men kein Film ist, in dem einem konsequent immer alle Informationen aufgetischt werden. In Zeiten, wo wir sowieso überladen werden von Informationen (siehe Wikipedia), schwimmen die Coens bewusst gegen den Strom und animieren den Zuschauer dazu, eben wieder einmal selbst nachzudenken.

[Editiert von psg am 2008-03-02 12:18:28]

El Chupanebrey

Zitat psg (2008-03-02 12:18:15)
Zitat El Chupanebrey (2008-03-02 11:55:13)

Josh Brolin spielt gut, doch er kann qualitativ nicht ganz mit den vorher genannten mithalten.

Ach ja? Ich finde er ist die Idealbesetzung für den Vietnam-Veteranen Llewelyn Moss, dessen Verzeiflung sich automatisch auf den Zuschauer überträgt. Eine anspruchsvolle Figur mit Ecken und Kanten, die Brolin meiner Meinung nach durchaus mit Bravour meistert.

Er passt ja wirklich gut, er spielt gut, aber mich beeindruckten Bardem und Jones noch eine Spur mehr.

Das Ende ist zwar nett gemacht, doch alles in allem zu abrupt, man ist etwas irritiert, dass plötzlich die Namen der Regisseure auf der Leinwand zu sehen sind.

"And in the dream I knew that he was goin' on ahead and he was fixin' to make a fire somewhere out there in all that dark and all that cold, and I knew that whenever I got there he would be there. And then I woke up." finde ich geniale Schlusssätze. Ich denke die Coens hätten Freude, wenn sie hören würden, dass einige Leute am Ende verstört waren, als ihre Namen auftauchten, denn das war bestimmt auch ihr Ziel.

Kann ich mir vorstellen. Immerhin war es kein abruptes Ende à la "Mist, der Film geht jetzt schon zwei Stunden, wir müssen Schluss machen!".

Etwas mehr Informationen hätte ich mir auch über Moss gewünscht.

In Zeiten, wo wir sowieso überladen werden von Informationen (siehe Wikipedia), schwimmen die Coens bewusst gegen den Strom und animieren den Zuschauer dazu, eben wieder einmal selbst nachzudenken.

Ich habe nichts gegen offene Enden, aber es kann dann natürlich auch übertrieben werden, siehe beispielsweise Wes Andersons Filme, die sind immer etwas gewollt "gegen den Strom geschwommen".

Was ich noch vergessen habe: No Country For Old Men fand ich besser als Fargo und Barton Fink, was ihn bei meiner Coen-Bestenliste nun auf den zweiten Platz bringt.
Das sieht jetzt etwa so aus:
1. The Big Lebowski
2. No Country For Old Men
3. Barton Fink

[Editiert von El Chupanebrey am 2008-03-02 19:26:22]

fearing is believing

Ich fand den Film enttäuschend.
Der Hauptkritikpunkt ist die zähe langatmigkeit des Filmes. Der Film ist viel zu lang, viel zu langsam, viel zu monoton.
Auch manchmal kommen Fragen auf, die der Film nicht beantortet. Wie z.B. weshalb der Bösewicht den Gejagten die ganze Zeit wieder findet oder überhaupt findet?
Auch die Szene mit dem Autocrash ist ein bisschen unstimmig, da die Ampel doch grün war.
Das die Musik im ganzen Film gefehlt hat, war eigentlich nicht shclimm,w enn der Film ein bisschen mehr Drive gehabt hätte.
Ein weiterer Kritikpunkt sind die dummen Witze, die die ganze Tragödie ein bisschen auflockern sollen. Am Anfang ist es noch okay und verständlich die Texaner als dümmlich darzustellen, aber ab einem gewissen Punkt ist es nur noch nervig, dass die Texaner im Film so beschränkt sind. Auch die Dialoge der einzelnen Figuren werden durch dieses witzhaftige gestört, wie z.B. beim Gespräch von Tommy Lee und der Frau des Gejagten.
Spannend war der Film aber erst so ab der zweiten Hälfte. Anspannung kam immer erst gerade vor den Mordszenen und vorher tumpelt es sich halt alles ein bisschen hin.
Aber der Film hatte Tiefgang.
Der Schauspieler Javier spielt aber unheimlich(im wahrsten Sinne des Wortes) sehr gut und hat den Oscar verdient. Er spielt das unmenschlich Böse und kühle des Bösewichts wirklich gut, ist aber irgendwie trotzdem sympathisch aber eben doch nicht und einfach herzlos.
Auch der Gejagte spielt gut und Tommy Lee Jones auch.
Gut war auch das Unspektakuläre, z.B. die Morde

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oder auch der schnelle und unspektakuläre Abgang des Gejagten.

[Editiert von fearing is believing am 2008-03-02 14:00:36]

euros

Zitat fearing is believing (2008-03-02 13:57:42)

Ich fand den Film enttäuschend.
Der Hauptkritikpunkt ist die zähe langatmigkeit des Filmes. Der Film ist viel zu lang, viel zu langsam, viel zu monoton.
Auch manchmal kommen Fragen auf, die der Film nicht beantortet. Wie z.B. weshalb der Bösewicht den Gejagten die ganze Zeit wieder findet oder überhaupt findet?
Auch die Szene mit dem Autocrash ist ein bisschen unstimmig, da die Ampel doch grün war.

Warst wohl kaum "Zielpublikum".
Den Peilsender in der "Knete" hattest du schon mal nicht "gepeilt" 😢
Es ist anzunehmen dass die Frage, wieso es bei Rotlichtern zu Unfällen kommt, sich dir bisher ebenso noch nicht gestellt hat ...
Verirrtes Bay-Publikum halt!

fearing is believing

Warst wohl kaum "Zielpublikum".
Den Peilsender in der "Knete" hattest du schon mal nicht "gepeilt"
Es ist anzunehmen dass die Frage, wieso es bei Rotlichtern zu Unfällen kommt, sich dir bisher ebenso noch nicht gestellt hat ...
Verirrtes Bay-Publikum halt!

Hmmm ich denke sehr wohl das ich zum Zielpublikum gehörte, doch kann man trotzdem nicht jeden Film gut finden, auch wenn man zum Zielpublikum gehört. Ausserdem sollte man nicht jeden hochgepriesenen Film so hinnehmen und nicht krrtisieren dürfen.
Die Sache mit dem Peilsender habe ich mitgekriegt, doch ich glaube kaum dass der Sender so eine grosse Sendespannweite hat, so dass der Bösewicht ihn in ganz Amerika hätte finden können. Ausserdem hat der Peilsender erst angefangen zu reagieren und aus dem monotonen Rythmus zu kommen, als der Bösewicht erst in der Nähe des Hotels war. Also nicht ganz logisch dein Argument nicht? Hast wohl nicht viel drüber nachgedacht.
Und eben, zum Unfall hatte ich ja geschrieben, dass ich der Meinung bin, dass die Ampel grün war als er losfuhr.

euros

Gott, kannst du dich noch, zumindest vage, an die Telefonrechnung die er im Wohnwagen findet erinnern?
Da gabs imho nur 3 mögliche Ziele wovon er schon eines nach dem Anruf bei "Schwiegermamma" auschliessen konnte.
Also fuhr er das nächstgelegene an, und lag richtig...

psg

Jep, euros/papp hat völlig recht, doch wenn du immer noch nicht zufrieden bist, kann man das Ganze auch noch auf einer anderen (irrealen) Ebene erklären: Sugar, pardon Chigurh, ist, wie ich schon erwähnte, "a Ghost", ein Phantom, das dich immer finden wird, egal wo du bist. Vergleichbar auch mit Keyser Soze in The Usual Suspects, ist Chigurh unfassbar: "You've seen him, and you're not dead?" Eine Art Sensemann eben.

El Chupanebrey

So, war heute nochmal im Kino und es hat mir noch ein bisschen besser gefallen als gestern. Trotzdem: Josh Brolin ist gut, aber Bardem und Jones sind dennoch ein bisschen besser.
Aber ansonsten muss ich jetzt sagen, dass das Ende zwar abrupt ist, in gewisser Weise gut passt. Ich habe mir ausserdem sagen lassen, dass Cormac McCarthys Buch The Road (Pulitzer-Preis 2007) ähnlich endet, nämlcih mit einer Erzählung, die scheinbar nicht zum bisherigen Verlauf passt.
5,5

Ausserdem ist ist mir aufgefallen, dass die Coens wohl Katzenfreunde sind. Kein Hund überlebt (zwei), doch die Katze im Hotel übersteht die Begegnung mit Chigurh. 😄
Und der Ausdruck "Outlaw" für Katzen...😊

psg

Zitat El Chupanebrey (2008-03-02 19:24:56)

Josh Brolin ist gut, aber Bardem und Jones sind dennoch ein bisschen besser.

Das gibt aber keine Minuspunkte, oder? Es gibt schliesslich sehr viele gute Filme, wo die Nebenrollen besser sind als die Hauptrollen, z.B. bei GoodFellas, Good Will Hunting etc.
Ich persönlich kann immer noch nicht ganz nachvollziehen warum du hier mit dem Sternemaximum geizt.

El Chupanebrey

Zitat psg (2008-03-02 20:08:23)
Zitat El Chupanebrey (2008-03-02 19:24:56)

Josh Brolin ist gut, aber Bardem und Jones sind dennoch ein bisschen besser.

Das gibt aber keine Minuspunkte, oder? Es gibt schliesslich sehr viele gute Filme, wo die Nebenrollen besser sind als die Hauptrollen, z.B. bei GoodFellas, Good Will Hunting etc.
Ich persönlich kann immer noch nicht ganz nachvollziehen warum du hier mit dem Sternemaximum geizt.

Eben, weil am Ende einiges etwas schnell geht, zum Beispiel

Spoiler zum Lesen Text markieren

der Tod von Moss.

Diese, ich will nicht sagen Hektik, schnelle "Auflösung" (wenn man es so nennen mag 😉) steht für mich in zu starkem Kontrast zum Rest des Films, der sich immer schön Zeit lässt, für jedes einzelne Bild.
Der Film ist trotzdem genial, ohne Zweifel.

Chemic

So den Oscarstreifen auch gesehen, ganz nett aber 2 Oscars wert? Naja! An den Dude kommt der Streifen auf jedenfall nicht heran!

Storytechnisch hat mich Old Men jetzt nicht gerade von den Socken gehauen! Der Grundplot ist zwar ganz nett und auch spannend inzeniert, nur endet die Geschichte für meine Begriffe etwas heruntergeleihert! Etwas mehr Storyfluss wie am Anfang des Filmes hätte ich besser gefunden! Da erfeut man sich eigentlich mehr an den Szenen und Dialogen zwischendurch als an der eigentlichen Geschichte selber!

Das Highlight des Filmes ist aber allen voran Javier Bardem als Killer in Schwarz mit Pressluftflasche! Die Rolle ist einfach perfekt gespielt, mit einem irren Blick, trockenen Dialogen und eiskalter Zielstrebigkeit! Auf jedenfall ist der Cast das grösste Plus des Filmes, denn auch Jones als "Old Men" und Brolin als Gejagter sind absolut sehenswert! Gerade Tommy Lee Jones mit seiner emotionsarmen Mymik ist die Rolle wie aufs Leib geschnitten.

Erwartungsgemäss sind auch die Dialoge ganz nett gemacht und teils richtig witzig, was den Streifen ne ganze Portion zynischer und ironischer macht! Allerdings geht der Humor gegen Ende des Film bisschen abhanden, was den Streifen etwas langatmig macht!

Macht gute 4 Sterne, die der Film vorallem dem Cast und den Dialogen zu verdanken hat! Auch die ganze rauhe "texanische" Umgebung ist wirklich gut gewählt!

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