À l'intérieur (2007)

Inside

À l'intérieur (2007) Inside

Oder: I'd kill for a cup of Coffee

Sarah (Alysson Paradis) schlägt nach einem Autounfall benommen die Augen auf. Sie ist hochschwanger, und laut den Prognosen wird das Baby in den nächsten Tagen auf die Welt kommen. Wie ihr aber der Doktor später versichert, hat das Baby durch den Unfall keinen Schaden genommen, und es ist soweit alles in Ordnung. Für Sarah ist aber die heile Welt zusammengebrochen, denn beim Unfall ist ihr Ehemann Matthieu (Jean-Baptiste Tabourin) ums Leben gekommen.

Ich zeig' dir jetzt was Horror ist...

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Verbittert zieht sie sich nach Hause zurück, um Weihnachten und die letzten Tage vor der Geburt alleine verbringen zu können. Der Frieden hält allerdings nur kurz an. Sie hat sich noch kaum mit dem leeren Haus abgefunden, als es an der Türe klingelt und jemand nach Einlass ersucht, um zu telefonieren. Sara verweigert dies, doch die Unbekannte (Beatrice Dalle) lässt nicht locker. Schliesslich ruft Sarah die Polizei, doch diese findet nichts in der Umgebung.

Die Polizei zieht ab, verspricht aber wieder zu kommen. Was Sarah allerdings nicht weiss ist, dass die Unbekannte während der Polizeiaktion ins Haus geschlichen ist und sich dort verborgen hält. Wild entschlossen, das zu erhalten, was sie will, schlägt die Wahnsinnige zu und macht Sarah das Leben zur Hölle.


Film-Rating

Während sich das amerikanische Horrorgenre im Kreis dreht und primär qualitativ fragliche Teenieschocker, Remakes und Sequels vom Laufband lässt, zeigen die Franzosen, dass sie nicht nur Weichkäse produzieren, sondern auch beinharte Schocker abliefern können.

A l'interieur wurde in Cannes im Rahmen der Semaine de la Critique vorgestellt und hat als Inhalt eine so allgemeine Beschreibung, dass er entweder völlige Routine sein könnte, aber auch ein ganz solider Schocker. Geschockt wurde das Publikum auch bereits in den ersten Minuten, als ein Fötus vor ihren Augen zerquetscht wurde. Ein mulmiges Gefühl schlich sich in den Saal, das den ganzen Film über anhielt. Denn zum einen bleibt A l‘interieur völlig unberechenbar und kombiniert zum anderen brutalste Schockmomente mit perfekter Kameraführung und donnernden Soundeffekten, dass es den Zuschauer nur so in den Sessel drückt.

Das bereits erwähnte mulmige Gefühl kommt auch vom selten angetroffenen Szenario, dass eine schwangere Frau die Hauptrolle in einem Horrorfilm hat. Lange ein Tabu (wenn man es so nennen will), das heute genau so zum Einsatz kommt wie das Abschlachten von Kindern. So muss der Zuschauer damit zurecht kommen, dass eine hochschwangere Frau aufs brutalste verstümmelt wird und durch die Hölle gehen muss, um sich und ihr Kind zu retten. Das führt zwar am Ende zu einer genau so hässlichen wie genialen Abschlussszene, der Pfad dahin ist allerdings ein langer Leidensweg, der wohl einigen stark auf den Magen schlagen wird.

Das Szenario von A l‘interieur ist an sich recht einfach gestrickt und geht auch nur am Rande auf die beteiligten Figuren ein, doch dies fällt kaum auf, da ein immer intensiver werdender Spannungsbogen geboten werden. Die guten Schauspieler unterstützen die Spannung perfekt, haben die Fähigkeit, das Leiden und den Schmerz völlig glaubhaft zu spielen und - im Gegensatz zu anderen Horrorproduktionen - sind sie dem Zuschauer bei weitem nicht egal. Das macht A l‘interieur zu einem Horrorgenuss der Extraklasse, welcher - obwohl die Originalsprache französisch ist - jedem Horrorfan zu empfehlen ist.

Fazit: À l'intérieur ist eine der lang erwarteten Überraschungen, die auf knüppelharte Art und Weise zeigt, wie man einen Horrorfilm abliefert, der auf allen Ebenen überzeugen kann. Neben ausgezeichnetem Schauspiel werden Szenen geboten, die sich regelmässig in der Ästhetik und Brutalität überbieten, was À l'intérieur zu einem qualitativ hoch stehenden Schockerlebnis macht. Einzig die fragwürdig geratene Auflösung und einige Logiklücken gegen Ende verdirbt À l'intérieur die Höchstnote.


OutNow.CH:

Bewertung: 5.5

 

10.06.2007 / db

Community:

Bewertung: 4.9 (30 Bewertungen)

 

 

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