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Far North (2007)

Far North (2007)

Oder: Eiskalte Leidenschaft

Verstecken spielen war nicht einfach.

Verstecken spielen war nicht einfach.

Saiva (Michelle Yeoh) führt ein einsames Leben in der arktischen Tundra. Die Schamanen ihres Stammes hielten sie von Geburt an für verflucht, und haben sie verstossen, als sie volljährig wurde. Sie lebt nun alleine mit ihrer Adoptivtochter Anja (Michelle Krusiec) im ewigen Eis und schlägt sich mehr recht als schlecht durch. Wofür der nach Benzin riechende Kasten an der Rückseite ihres Bootes ist, weiss sie nicht, und wenn's mal wieder nicht gereicht hat, um Wild zu erlegen, muss einer ihrer Huskies dran glauben.

Man merkt's, da muss ein Mann ins Zelt. Der wird dann bald halb tot am Boden liegend gefunden. Loki (Sean Bean), Deserteur und auf der Flucht vor einer brutalen Besatzungsmacht, leidet schwer an Unterkühlung und wird von den zwei Frauen wieder aufgepäppelt. Zum Dank verspricht er ihnen, ein Rentier zu bodigen. Zuerst legt er aber Anja flach und das weckt den Zorn der überprotektiven Saiva.


Film-Rating

Far North ist voller schöner Bilder. Die Kamera fliegt über Packeis, eine Herde Rentiere rennt von rechts über die Leinwand, Schlittenhunde kuddeln sich ein für die bitterkalte Nacht. Die Landschaftsaufnahmen im Film sind so beeindruckend, fast scheint es, als möchte man die bewusste kühle Stimmung nicht durch allzu viele Worte stören. Deshalb kullern einsame Tränchen über die Wange bei den traurigen Szenen oder ein Schamane streichelt bedrohlich sein Tambourin, wenn Groll und Ugemach droht. Das muss als Erzählmethode reichen. Schlichter lässt sich Filmsprache nicht anwenden - wobei simpel als Begriff halt leider schon etwas nah bei doof liegt.

Der Film verschweigt, zu welcher Zeit er spielt. Er sagt auch nicht, wer die bösen Mächte sind, die sich dem Genozid verschrieben haben. Die mordenden Horden tragen Amulette mit schreienden Wölfen, die ein bisschen an das Emblem des Tschutticlubs AC Roma erinnern. Transistorradio und Aussenbordmotor werden zwar verwendet, aber der Lebensstil des dargestellten Hirtenvolkes ist alles andere als modern. Deshalb ist der Film wohl auch als Beschreibung des Clash zwischen archaischen Traditionen und modernem Lebensstil zu verstehen - oder zumindest der Angst vor letzterem. Das erklärt den leicht ekligen Schluss, der einer Story, von der man schon sehr früh an, wohn sie führen wird, eine überraschende Wendung gibt.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.5

 

31.08.2007 / rm

Community:

Bewertung: 3.0 (4 Bewertungen)

 

 

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