The Bucket List (2007)

The Bucket List (2007)

Das Beste kommt zum Schluss
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  2. 97 Minuten

DVD-Review: Hit the road Jack

"Cheeeese"
"Cheeeese"

Unternehmer Edward Cole (Jack Nicholson) will, dass sein Geld für ihn arbeitet. Und da er jenes auch in Krankenhäuser investiert, ist seine Ansicht klar. Keine Extrawünsche bei der Zimmerbelegung. In jedes Zimmer zwei Patienten. Fertig. Ausgerechnet jetzt wird bei Cole Krebs diagnostiziert und er wird in eines seiner Krankenhäuser eingeliefert. Da auch er keine Spezialwünsche zugesprochen bekommt, muss er sich das Zimmer mit dem alten Automechaniker Carter Chambers (Morgan Freeman) teilen, der ebenfalls unheilbar an Krebs erkrankt ist.

Geronimoooo!
Geronimoooo!

Trotz anfänglicher Abneigung, Skepsis und Antipathie nähern sich die beiden älteren Herren an und beschliessen, das Schicksal Krebs nicht einfach so zu akzeptieren, sondern die ihnen verbleibende Zeit aufregend und aktiv zu gestalten. Aus diesem Grund erstellen sie eine sogenannte Bucket List, auf der jene Dinge stehen, die sie unbedingt vor dem Tod noch erleben wollen. Fallschirm springen, eine Safari in Amerika, Motorradfahren auf der chinesischen Mauer, ein Tattoo stechen und ähnliches. Und mit den Millionen auf Coles Bankkonto ist auch die Finanzierung der Abenteuer möglich.

Dass solche Abenteuer und Reisen nicht nur kulturell was bieten, stellen die beiden Männer bald fest. Denn täglich lernen sie gegenseitig voneinander und müssen sich eingestehen, dass es vor dem finalen Tod auch noch Dinge zu erledigen gibt, die wichtiger und ernster sind, als all die gekauften Erinnerungen.

Das Lernmodell The Bucket List ist ein vergleichsweise einfaches. Mann A (Jack Nicholson) ist reich, hat aber auf persönlicher Ebene im Leben nichts erreicht. Seine Tochter hasst ihn und Freunde existieren nicht. Mann B (Morgan Freeman) hingegen hat sein ganzes Leben für seine Frau und drei Kinder geschuftet und ist nun ein wenig verunsichert, ob dies wirklich seine Bestimmung war oder nicht doch etwas gefehlt hat. Gemeinsam brechen sie auf, um vor dem Tod noch das Leben kennen zu lernen....

Hat sich nicht jeder schon einmal gefragt, wie schön es wäre, sich einfach mit 90 Jahren ins Bett zu legen und nie mehr aufzuwachen? Doch dies ist nicht jedem gegönnt. The Bucket List dreht sich um verpasste Chancen, zerplatze Träume, das Leben und die Realität, die sich nicht immer an unsere Pläne hält. Der Film demonstriert, wie hart einen das Schicksal treffen kann und geht dabei sehr behutsam mit der Thematik um. Man lässt sich fast eine halbe Stunde Zeit für die Einleitung, baut Sympathie und Glaubwürdigkeit auf. Der Spitalaufenthalt und die triste Ausweglosigkeit werden bis ins Detail inszeniert, weshalb man bald selber das Gefühl hat, eine tickende Zeitbombe im Nacken zu haben.

Trotz des simplen Musters ist The Bucket List einzigartig und wunderschön. Jack Nicholson spielt eine Rolle irgendwo zwischen Something's Gotta Give und One Flew Over the Cuckoo's Nest; einen Mix also zwischen Psychopath, altem schrulligen Opa und Spassvogel. Schauspielerisch genauso einwandfrei ist sein Kollege Morgan Freeman, weshalb man diese Komponente des Films auch gar nicht im Detail zu beleuchten braucht.

Besonders für die in Geographie unbewanderten Amerikaner ist der Film auch noch in einem anderen Bereich nützlich, dem Wichtigste-Orte-der-Welt-Kennnenlernkurs im Schnelldurchlauf. Schöne Bilder vom Dach der Welt oder aus dem Inneren des Taj Mahal, alles dabei und besonders auf grossen Leinwänden ein Genuss (Tipp: The Bucket List steht dieses Jahr auf dem Programm vieler Openair Kinos).

Und die Kernaussage? Krebs macht jedem Angst, er ist unberechenbar, hinterhältig und lähmt uns, weil wir mit ziemlicher Sicherheit früher oder später in unserem Leben - durch Verwandte, Freunde oder sogar selbst - damit in Kontakt kommen werden. The Bucket List steht deshalb für einen ganzen Planeten voller Menschen, ist befreiend, Trost spendend und bittersüss, so dass man stellenweise nicht weiss, ob man lieber heulen oder lachen soll. Es ist einer jener Filme, die uns klarmachen, wie kurz unsere Zeitspanne ist und dass wir leben sollten, statt uns über Kleinigkeiten zu ärgern und gegenseitig fertig zu machen. Schade nur, dass diese Einsicht, wie immer, nur einige Tage halten wird, bis wir wieder versinken in unserem Alltagstrott und der vertrauten Monotonie...oder es uns selbst trifft.

Die Extras der DVD sind nicht der Rede wert. Ausser einem Musikvideo von John Mayer sucht man nämlich vergeblich danach, was mich persönlich nach so einem tollen Film auch gar nicht gestört hat.

/ kat

Kommentare Total: 16

origamimax

Ein grandioses Duo!

VesperLynd89

Allein schon wegen Morgan Freeman und Jack Nicholson lohnt es sich diesen Film anzuschauen. Der Film lebt von den beiden Schauspielern, die einen immer wieder zum Lächeln und zum Weinen bringen. Allerdings wäre es auch mal schön gewesen, wenn Freeman den griesgrämigen Millionär und Nicholson den Familienmenschen gegeben hätte. Beide spielen aber wirklich gut, sodass alle anderen Schauspieler nur als "lästiges Beiwerk" bezeichnet werden können.

sj

Story 2, Schauspiel 5. Habe selten am Ende eines Filmes soviele Tränen vergossen - unglaublich rührend!

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